SZ-Plus

„Alle Standorte in Gefahr“
Thyssen-Krupp kündigt Kahlschlag an

Die Corona-Pandemie hat den Stahlkonzern Thyssen-Krupp weiter in Schieflage gebracht. Gestern wurde ein weiterer, massiver Abbau von Stellen angekündigt. Details gibt es im Frühjahr. An den Standorten wie hier in Eichen geht das Bangen also weiter (Archivfoto).
  • Die Corona-Pandemie hat den Stahlkonzern Thyssen-Krupp weiter in Schieflage gebracht. Gestern wurde ein weiterer, massiver Abbau von Stellen angekündigt. Details gibt es im Frühjahr. An den Standorten wie hier in Eichen geht das Bangen also weiter (Archivfoto).
  • Foto: rt
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

nja Eichen/Ferndorf. Hoffen, bangen, hoffen, bangen: Die Sorge um ihre Arbeitsplätze und damit auch ihre persönliche Zukunft begleitet die Beschäftigten von Thyssen-Krupp Steel auch im Siegerland seit Jahren und Jahrzehnten. Am Donnerstag erreichte die nächste Hiobsbotschaft die Hallen und Büros auch der Standorte in Eichen und Ferndorf: Der Konzern will 5000 Stellen mehr abbauen als bisher geplant. Im Frühjahr 2019 schon war von 6000 Stellen die Rede gewesen, 3600 davon sind schon gestrichen. Rund 7400 Arbeitsplätze sollen nun in den kommenden drei Jahren wegfallen, darunter 5300 in Deutschland. Das sagte Personalvorstand Oliver Burkhard während der Bilanzpressekonferenz.

nja Eichen/Ferndorf. Hoffen, bangen, hoffen, bangen: Die Sorge um ihre Arbeitsplätze und damit auch ihre persönliche Zukunft begleitet die Beschäftigten von Thyssen-Krupp Steel auch im Siegerland seit Jahren und Jahrzehnten. Am Donnerstag erreichte die nächste Hiobsbotschaft die Hallen und Büros auch der Standorte in Eichen und Ferndorf: Der Konzern will 5000 Stellen mehr abbauen als bisher geplant. Im Frühjahr 2019 schon war von 6000 Stellen die Rede gewesen, 3600 davon sind schon gestrichen. Rund 7400 Arbeitsplätze sollen nun in den kommenden drei Jahren wegfallen, darunter 5300 in Deutschland. Das sagte Personalvorstand Oliver Burkhard während der Bilanzpressekonferenz. 
Welche Standorte in welcher Weise davon betroffen sein werden – darüber gibt es derzeit keine verlässlichen Informationen. Das Bangen also geht auch im nördlichen Siegerland in die nächste Runde. Erst im kommenden Frühjahr, so der heimische Betriebsratsvorsitzender Helmut Renk, werde es wohl konkretere Aussagen geben. „Dass bei der Zahl der Stellenkürzungen nachgelegt würde, hat mich nicht überrascht – die Höhe aber schon“, sagt er am SZ-Telefon. „Ich sehe alle Standorte in der Gefahrenzone. Vorstandschefin Martina Merz hat gesagt, es würden alle Steine noch einmal umgedreht. Meine Meinung: Nichts ist unmöglich!“

"Personalabbau wird auch an uns nicht vorbeigehen“

Knapp ein Jahr ist es her, dass sich die rund 1000 hiesigen Stahlarbeiter darüber freuen durften, nicht auf der Abschussliste zu stehen. Vielmehr waren Eichen und Ferndorf, wie berichtet, Bestandteil des Zukunftsprojekts „Strategie 20-30“, und es sollte investiert werden. Renk: „Die Strategie muss kommen, sonst ist das Unternehmen nicht vernünftig für die Zukunft aufgestellt. Und das Siegerland ist dabei ein wichtiges Standbein. Aber ich glaube, der Personalabbau wird auch an uns nicht vorbeigehen.“ Wo dies allerdings überhaupt noch sinnvoll darstellbar sei, sehe er nicht: „Die Zitrone ist irgendwann mal ausgepresst! Ich weiß auch nicht, wie lange man Menschen diese dauerhafte Ungewissheit zumuten kann – während man zeitgleich Höchstleistungen einfordert!“

Renk hofft auf "nationale Lösung"

Der Vorstand in Essen wolle sich alle Wege offenhalten, eine Ausgliederung der Stahlsparte sei wieder vorstellbar, so Renk: „Ich persönlich halte eine nationale Lösung unter dem Dach von Thyssen-Krupp für das Beste, denn Stahl ist die DNA von TK. Die Situation in Deutschland ist für alle Stahlunternehmen gleich, alle wollen in Zukunft CO2-freien Stahl herstellen. Deshalb meinen wir, dass eine Deutsche Stahl AG unter Beteiligung von TK, Salzgitter und eventuell der saarländischen Stahlwerke die beste Lösung für uns alle wäre.“ Die Politik in Düsseldorf und Berlin sei gefordert: „Die Zeit läuft uns davon! Wir fordern keine dauerhafte Beteiligung des Staats, sondern eine zeitlich befristete.“ Mit Blick auf das seit einigen Wochen auf dem Konzerntisch liegende Kaufangebot des Briten Liberty betont Helmut Renk: „Wenn ich Eichen und Ferndorf betrachte, sehe ich bei Liberty keine klare Zukunftsstrategie!“
Wie sieht die derzeitige Beschäftigungslage im Siegerland aus? „Wir arbeiten ja nicht so autolastig“, sagt Renk. „Daher sind wir derzeit nur gering von Kurzarbeit betroffen.“ Aber auch hier müsse von Monat zu Monat geschaut werden.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen