TuS nahm Gladbeck auseinander

Im Top-Hit der Handball-Oberliga Westfalen:

Ferndorf überrollte Tabellenführer mit 31:23 / Drei Punkte Rückstand / 1100 Zuschauer

jb Kreuztal. Der Hallensprecher des TuS Ferndorf verabschiedete die 1100 Zuchauer, die mehrere Minuten lang ihre Mannschaft mit stehendem Applaus für den 31:23 (14:10)-Kantersieg im Top-Hit der Oberliga Westfalen über den Tabellenführer VfL Gladbeck feierten, mit »Jetzt sind es noch drei Punkte«. Die Betonung des Wörtchens »noch« mache je nach Sichtweise aus Gladbecker oder Ferndorfer Sicht den entscheidenden Unterschied aus, meinte aber kurz darauf Gästetrainer Siegbert Busch und hatte damit den Nagel auf den Kopf getroffen. In der Tat war bei aller Euphorie über die sehr gute Vorstellung der Ferndorfer Nüchternheit angebracht. Immerhin: in Gladbeck weiß man jetzt, dass man noch sechs schwere Spiele als Gejagter überstehen muss. Und es warten noch Stolpersteine auf den Klassenprimus.

Auf Gladbecker Seite wäre man sicherlich erfreuter gewesen, wenn der Trainer bei den erforderlichen Maßnahmen während des Spiels genauso schlagfertig und spitzfindig gewesen wäre. Natürlich traf die alte Sportlerweisheit zu, dass der Gegner nur so gut spiele würde, wie es in diesem Fall die Ferndorfer zuließen. Ferndorfs »Chef« Libor Hrabal hatte seine Mannschaft taktisch exzellent eingestellt. Die hervorragende Abwehr verurteilte die langen und eigentlich wurfstarken Gladbecker Rückraumspieler zu Statisten. André Bergermann, Timo Marcinowski und der gar nicht auffallende Marcel Nichulski waren völlig harmlos.

Und gerade als der lange Josef Hegemann mit zwei Feldtoren innerhalb von zwei Minuten positiv aufgefallen war, »nietete« dieser den konternden Tristan Stadel böse um. Nach dieser einzigen hässlichen Szene des Spitzenspiels sah Hegemann von den exzellenten Schiedsrichtern Großfeld/Scheipers aus Ochtrup und Wettringen, die vor großer Kulisse ihrer Karriere beendeten, die Rote Karte. Kurzzeitig wurde es einmal hektisch, weil Ferndorfs Mannschaftsarzt Falk Uhlig in Besorgnis um seinen Patienten gegen den Gästetrainer die Nerven verlor und als besonderes Kuriosum ebenfalls »Rot« sah. Aber mehr als ein aufregendes Intermezzo war dies nicht.

Zu diesem Zeitpunkt war sowieso bereits alles entschieden. Besser gesagt, die wild entschlossenen Ferndorfer ließen den nervösen Gladbecker erst gar keine Chance. Der Tabellenführer ließ zudem irgendwie in Sachen Kampf, Einsatz und Körpersprache erst gar nicht den Eindruck aufkommen, dass er den Ferndorfern Paroli bieten wollte. Und wenn nicht vier Mal der Torpfosten im Weg gestanden hätte und außerdem Gladbecks Keeper Tim Deffte der mit Abstand beste seiner Mannschaft gewesen wäre, dann hätte Ferndorf anfangs noch viel höher als mit 6:2 (10. Minute) führen können. Schon nach 21 Minuten hatten die Rot-Weißen freilich den harmlosen Gegner mit 11:4 auseinandergenommen.

Spannnung kam erst daher gar keine auf. Dafür sorgte Ferndorfs Abwehr inklusive Keeper David Wellen, der fast alle Schüsse aus dem Rückraum, die seine Vorderleute noch durchließen, abwehrte. Ein paar Mal wurde aber auch diese ausgespielt. Diese Gegentore waren nur Schönheitsfehler im Ferndorfer Gesamtkonzept. Dagegen wirbelten Hrabal, Orlov und Feldmann permanent die wahrlich nicht schlechte Gäste-Deckung durcheinander, so dass selbst durch kleinste Lücken noch einige Kracher ins Netz gingen.

TuS Ferndorf: Becker, Wellen; Krawitz (2 Tore), Stadel (2), Orlov (5), Münker (2), Pfaffenbach, Feldmann (8/3), Hrabal (8), Schierbaum, Schäfer (4), Stenske.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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