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Stadtbaurat sagt ade
Über Fortschritte und Stillstand in Kreuztal

Bürgermeister Walter Kiß (l.) dankte dem scheidenden Stadtbaurat Eberhard Vogel am Donnerstag im Rat für seine wegweisende Arbeit.
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  • Bürgermeister Walter Kiß (l.) dankte dem scheidenden Stadtbaurat Eberhard Vogel am Donnerstag im Rat für seine wegweisende Arbeit.
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nja Kreuztal. Pläne entwerfen und sie in die Realität umsetzen: Das zählte zum „täglichen Brot“ für Eberhard Vogel. Als Stadtbaurat hat er in den vergangenen rund 24 Jahren die Entwicklung der „jungen Stadt am Fuße des Kindelsbergs“ begleitet und mitgestaltet. Für den nächsten Schritt auf seinem Lebensweg – jenen in den Ruhestand – hat er noch keinen allzu konkreten Plan: „Dafür ist es eine blöde Zeit“, sagt der 61-Jährige und meint natürlich die Corona-Pandemie mit all ihren Unwägbarkeiten. Eines aber steht fest: „Ich möchte nicht aus Kreuztal weg.“
Was reizt(e) den Stadtbaurat an Kreuztal?

nja Kreuztal. Pläne entwerfen und sie in die Realität umsetzen: Das zählte zum „täglichen Brot“ für Eberhard Vogel. Als Stadtbaurat hat er in den vergangenen rund 24 Jahren die Entwicklung der „jungen Stadt am Fuße des Kindelsbergs“ begleitet und mitgestaltet. Für den nächsten Schritt auf seinem Lebensweg – jenen in den Ruhestand – hat er noch keinen allzu konkreten Plan: „Dafür ist es eine blöde Zeit“, sagt der 61-Jährige und meint natürlich die Corona-Pandemie mit all ihren Unwägbarkeiten. Eines aber steht fest: „Ich möchte nicht aus Kreuztal weg.“

Was reizt(e) den Stadtbaurat an Kreuztal?

Als der in Künzelsau geborene Schwabe im Dezember 1996 vom Rat einstimmig zum Beigeordneten gewählt wurde, war Kreuztal zwar nicht mehr „terra incognita“, aber doch noch Neuland für den damals 37-Jährigen, der nach dem Studium der Stadtplanung (Dortmund) zuletzt das Stadtentwicklungsamt in Mönchengladbach geleitet hatte. Dass das Weltunternehmen Krombacher Brauerei hier ansässig war, erfuhr er erst während der ersten Stippvisite. Was reizte ihn damals an Kreuztal? Erweckte es vielleicht den Eindruck eines „El Dorado“ für Stadtentwickler? „Ich wollte aus der Großstadt weg und fand auch die waldreiche Umgebung hier toll“, erinnert sich Vogel. Mit Ehefrau und zwei kleinen Kindern wurde er heimisch im nördlichen Siegerland: „Das war nicht kompliziert und hat nicht lange gedauert.“
Städtebaulich hat sich die Kleinstadt im vergangenen Vierteljahrhundert enorm verändert, die Liste der Baustellen ist lang und noch lange nicht abgearbeitet. Als eines der wichtigsten Projekte nennt Eberhard Vogel die Innenstadtentwicklung: vom Kulturbahnhof über den Heugraben bis zum Roten Platz samt Umsiedlung der Stadtbibliothek. Dazu gehören für ihn auch die Ansiedlungen von Kaufland und Dornseifer sowie der Neubau des Wohn- und Geschäftshauses gegenüber des Kaufcenters.
In seiner Bewerbungsrede hatte Vogel Politik und Bürger dazu aufgerufen: „Reden Sie mit.“ Beteiligungsverfahren ermöglichte er am liebsten in Gestalt von Stadtrundgängen direkt am Ort des Geschehens und nicht in Form von Präsentationen und Diskussionsforen. „Dabei kommt man auf lockere Art persönlich ins Gespräch. Das war mir wichtig.“

Wo lagen Steine im Weg?

Die Schaffung und Gestaltung von Wohnraum war und bleibt ein großes Thema. „In den Alt-Bebauungsplänen stand damals meist nur die erlaubte Zahl der Geschosse, aber z. B. nichts zur maximalen Anzahl der Wohneinheiten.“ Das wurde in seiner Ära geändert. In drei Jahren, so schätzt Eberhard Vogel, können vielleicht die ersten Neu-Ferndorfer auf dem Bender-Areal einziehen. Der recht zentrumsnahe Zimmerseifen biete sich für neuen Wohnraum an, und auch das Dauerthema „Hanker Eichen“, das ihn 24 Jahre lang immer wieder beschäftigt hat, werde sicherlich irgendwann einmal den Planungszustand überwinden.
Apropos Dauerbaustellen. Die Suche nach geeigneten Gewerbegebieten fällt ihm natürlich sofort ein. „Hier wird es wohl auf eine interkommunale Realisierung hinauslaufen.“ Und natürlich die Südumgehung, von deren Bau er sich für Kreuztal nur Vorteile verspricht.
„Radwege sind ein nahes Zukunftsthema und die Windenergie wird es wieder werden.“ Beim Thema „Amprion“ ist ein Seufzer zu vernehmen: „Am meisten stört mich die Planung des Umspannwerks in Junkernhees. Es gibt bessere Lösungen. Man fühlt sich ausgeliefert und machtlos, wenn fachliche Argumente nicht gehört werden. Es gibt hier einiges zu hinterfragen.“

Wer tritt die Nachfolge an?

Sportplätze, Schulen, Kitas, Feuerwehrgerätehäuser, Stadthalle, Campus, Energiesparen, der nervenaufreibende Ärger um den Gestank des Klärwerks Mühlbergsiedlung...: Die Palette der Zuständigkeiten und Projekte ist bunt. Was die nahe Zukunft bringen soll, das wird die Verwaltungsspitze am Donnerstag in einer Pressekonferenz zum Haushaltsentwurf vorstellen. Er werde nicht mehr in der Runde sitzen, sagt Eberhard Vogel. Und doch werden einige der mit trockenen Zahlen hinterlegten Aktivitäten 2021 auch seine Handschrift tragen. Am Abend sagt er offiziell ade. Dann sitzt er zum letzten Mal im Kreuztaler Rat. Seine Stelle wurde neu ausgeschrieben. Bewerbungen können bis Ende Dezember eingereicht werden.

Bürgermeister Walter Kiß (l.) dankte dem scheidenden Stadtbaurat Eberhard Vogel am Donnerstag im Rat für seine wegweisende Arbeit.
Baustellen wie jene der Marburger Straße säumen seinen dienstlichen Lebensweg: Eberhard Vogel geht nach rund 24 Jahren als Kreuztals Stadtbaurat in den wohlverdienten Ruhestand.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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