UWG: Händler haben noch Informationsbedarf

nja Kreuztal. Die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts für die Stadt Kreuztal (die SZ berichtete mehrfach) ist so gut wie in trockenen Tüchern: Der Infrastruktur- und Umweltausschuss gab gestern Abend mehrheitlich sein Plazet und schickte das Papier somit in Richtung Rat. Ein dreifaches „Nein“ gab es von der UWG und den Grünen. Zur Erinnerung: Das überarbeitete Konzept ist nach der Verabschiedung im Rat künftig bei der Aufstellung von Bauleitplänen zu berücksichtigen und auch ansonsten der politischen Arbeit und dem Verwaltungshandeln zu Grunde zu legen.

Von Interesse sind dabei insbesondere jene Kapitel mit „Empfehlungen zur Abgrenzung zentraler Versorgungsbereiche und ergänzender Nahversorgungsstandorte in der Stadt“, mit der so genannten „Kreuztaler Liste“, in der die nahversorgungs-, zentrenrelevanten und nicht zentrenrelevanten Sortimente aufgeführt sind, sowie die „Synopse der Handlungsempfehlungen und Einzelhandelssteuerung “.

Thorleif Zimmermann (UWG) forderte gestern vergebens die Bildung eines Arbeitskreises aus Verwaltung, Politik und Vertretern der beiden örtlichen Werbegemeinschaften (Werbering Kreuztal und Händlerschaft unter dem Glasdach), um eine gemeinsame Stellungnahme zum Einzelhandelskonzept zu erarbeiten: „Man sollte versuchen, die Entscheidung auf eine breite Basis zu stellen.“ Viele Betroffene seien sich nicht im Klaren darüber gewesen, dass sie nur im nun zu Ende gegangenen Beteiligungsverfahren ihre Bedenken hätten vortragen können. Eine „aktivere Rolle der Verwaltung“ wäre wünschenswert gewesen. Die Zukunft der Innenstadt sei wichtiger denn je. Die Händler hätten noch Informationsbedarf. Dies gehe auch aus einem Schreiben der Gemeinschaft unter dem Glasdach hervor.

Stadtplanerin Petra Kramer konnte dies nicht unkommentiert im Raum stehen lassen. Sie erinnerte an zahlreiche Arbeitskreise, Workshops und Beteiligungsverfahren in den vergangenen Jahren, die den Handel und auch die Innenstadt zum Thema gehabt hätten, wobei sich die Händler hätten einbringen können: „Der Einzelhandel wurde immer wieder angesprochen. Doch der Rücklauf war immer spärlich.“ Das nun vollzogene Beteiligungsverfahren sei öffentlich bekanntgemacht, beide Händlerorganisationen seien darüber informiert worden. Doch seien von dieser Seite keinerlei Bedenken oder Anregungen zum Konzept im Rathaus eingegangen. Eine Stellungnahme der IHK Siegen soll im Rat besprochen werden. Sie steht aber einer Verabschiedung des Konzepts nicht entgegen, heißt es.

Jochen Schreiber (SPD) schlug in die gleiche Kerbe: Man habe sich stets bemüht, den Einzelhandel einzubeziehen. Die SPD wolle die Fortschreibung des Konzepts nun vorantreiben, um z. B. mit Blick auf das Novoferm-Areal, aber auch die Versorgungsbereiche Kredenbach und Eichen eine rechtliche Absicherungen zu erreichen. Arne Siebel (CDU) zeigte sich verwundert über Zimmermanns Beitrag, bestätigte die kritischen Anmerkungen von Petra Kramer und unterstrich Schreibers Einschätzung: So müssten z. B. dringend Fehlentwicklungen auf dem Novoferm-Areal vermieden werden. Dr. Bernhard Kraft wiederholte das Nein der Grünen zum Konzept, das schon in der Februar-Sitzung formuliert worden war: Ein Dorn im Auge ist u. a. die geplante Ausweitung von Supermärkten/Discountern in Eichen/Krombach (die SZ berichtete).Diese Kritik wiederholte er, als anschließend die Änderung des Bebauungsplan Nr. 32 „Littfetal, Teil C“ in Krombach mehrheitlich befürwortet wurde. Dies soll dem Lidl-Markt eine Erweiterung auf maximal 950 Quadratmeter Verkaufsfläche ermöglichen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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