Vielfältige Klangräume voller Poesie und Ruhe

Jan Garbarek Group gastierte in Kreuztaler Stadthalle

sz Kreuztal. Jan Garbarek ist der Jazz-Saxophonist für die großen Hallen. Zum Beispiel für die Kreuztaler Stadthalle. Am Samstag Abend. Kein Platz war mehr frei. Zu groß der Andrang bei einem Jazzevent dieser Kategorie. Wie bereits beim letzten gefeierten Garbarek-Gastspiel vor zwei Jahren war auch diesmal das Jazz-Interesse über die Grenzen Kreuztals riesengroß. Viel Raum entstand dagegen auf der Bühne. Dort ließ der norwegische Ausnahme-Saxophonist, umgeben von traumhaften Farbkompositionen, poetische Klangräume von unwirklicher Dimension entstehen. Mit Eberhard Weber (Bass), Rainer Brüninghaus (Piano) und dem aus New York stammenden Marilyn Mazur (Percussion). Eine überragende Besetzung. Jeder einzelne Musiker war imstande, die um Garbarek entstehenden Freiräume auszufüllen. Mit eigenen Akzenten. Mazurs Temperamentausbrüche am vielfältigen Percussion-Inventar, Rainer Brüninghaus am Piano und Eberhard Webers abenteuerliche Bassexkursionen: Ein Genuss. Gelegenheit für Soloreisen blieb den Musikern genügend. Zur Begeisterung des Kreuztaler Publikums. Gemeinsam ging das Quartett dann auf die Suche nach dem musikalisch intensivsten Augenblick, für den man in Norwegen das Bild kennt, es sei, „als ob ein Engel durchs Zimmer geht”.

Natürlich stand Jan Garbarek im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. Längst ist der Norweger zur festen Größe im Weltgeschehen des Jazz geworden. Mit seinen verschiedenen Musikprojekten hatte Garbarek international bereits jeden denkbaren Erfolg. Zum Beispiel mit „Officium”, einem Projekt mit dem britischen Hillard-Ensemble. Stilistisch präsentiert sich der Norweger dabei immer wieder in beeindruckender Vielfältigkeit. Die Besetzung der „Jan Garbarek Group”, wie sie das Kreuztaler Publikum zu hören bekam, ist durch den faszinierenden Reduktionismus der Töne chrakterisiert. Garbareks Kompositionen schöpfen aus Jazz und Blues. Zusammen mit folkloristischen Zitaten aus Afrika und Indien entstehen expressive Klangbilder voller Intensität und Ruhe. Die Betonung liegt dabei auf den wunderschönen Melodien des Norwegers. Gleichzeitig komplex und einfach laden sie zum Verweilen und Träumen ein. Zurückhaltend und ohne Pathos. Wer sich darauf einlässt wird mit einprägsamen Bildern seiner eigenen Fantasie belohnt.

dima

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.