Vier verkaufsoffene Sonntage in Kreuztal

nja Kreuztal. Am Fuße des Kindelsbergs soll es in diesem Jahr vier verkaufsoffene Sonntage geben. Der Rat verständigte sich gestern Abend – mehrheitlich, bei einem klaren „Nein“ von Seiten der UWG und der Grünen – auf folgende Termine, an denen die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr ihre Pforten öffnen dürfen:

Sonntag, 25. April (Kreuztaler Frühlingsfest)

Sonntag, 16. Mai (Natur- und Bauernmarkt)

Sonntag, 29. August (Kreuztaler Weindorf)

Sonntag, 12. September (Natur- und Bauernmarkt).Bis Bürgermeister Walter Kiß zur Abstimmung bat, hatte eine kontroverse Debatte stattgefunden. Den Anfang machte Thorleif Zimmermann (UGW). Er betonte, kein Freund verkaufsoffener Sonntage zu sein. Der siebte Tag der Woche diene dem familiären Miteinander, der Erholung. Im Einzelhandel Beschäftigte arbeiteten schon sechs Tage die Woche.Und seine Kritik ging weiter: So wünschte er sich für 2011 von der Verwaltung eine Umfrage in der gesamten Kreuztaler Händlerschaft über die Terminwahl, damit diese auf einer breiteren Basis fuße. Die Stadt habe nur mit dem Werbering Kreuztal gesprochen; dies sei aber nicht repräsentativ für die Kreuztaler Einzelhändlerschaft.Kiß konterte: Spreche er mit fünf Einzelhändlern, erhalte er sechs Meinungen. Der Werbering sei nun einmal die Institution in Kreuztal, die die Einzelhändler vertrete, und sei der Ansprechpartner für die Stadt. Wer nicht Mitglied sei, habe keine Chance, vertreten zu werden. Mit Blick auf die jüngst in Siegen geführte Diskussion über verkaufsoffene Sonntage (die SZ berichtete) warnte Kiß davor, „sich in ähnliche Abgründe zu begeben“.Arne Siebel (CDU) plädierte für den Verwaltungsvorschlag und somit für die vier Termine. Er würde sich freuen, wenn der Einzelhandel das Angebot der verkaufsoffenen Sonntage in Kooperation mit den Veranstaltungen annehmen würde. Michael Poser (Grüne) aber hatte Lust, sich in die „Abgründe“ zu begeben. Seine Fraktion lehne die Termine ab. „Was wir brauchen, ist gemeinsame Freizeit“, betonte er und sprach u. a. von „seelischer Erhebung“. Beschäftigte im Einzelhandel müssten unter der Woche schon arbeiten, wenn andere frei hätten. Und auch die Kirche habe das Recht zu sagen: Der Sonntag ist uns.Karl-Heinz Schleifenbaum (SPD) sprach sich gegen eine weitere „Kommerzialisierung“ der Gesellschaft, aber auch für eine Interessenabwägung aus: Viele Kreuztaler fänden das bisherige Prozedere der verkaufsoffenen Sonntage, gekoppelt an Events, gut. Die Grünen befürworteten den Bauern- und Naturmarkt, müssten diesen dann doch auch in Frage stellen, so Schleifenbaum sinngemäß. Sicherlich „wollen wir den Menschen ihre Freiräume belassen“, wolle er keine amerikanischen Verhältnisse, dass also Tag und Nacht eingekauft werden könne. Vier Sonntage – das sei jedoch ein vertretbarer Rahmen und stimme mit dem Kreuztaler Lebensgefühl überein. In Richtung Kreuztaler Händlerschaft richtete er den Wunsch, einen Konsens anzustreben.„Wir wollen die vier Veranstaltungen behalten“, meinte Helmut Nölling (SPD). Vier verkaufsoffene Sonntagnachmittage seien vertretbar. Dass hingegen jeden Sonntag von 8 bis 11 Uhr „alle Brötchenläden“ geöffnet hätten – das sei wahrlich überflüssig, darüber rege sich aber niemand auf: „Und wir machen uns heiß wegen einiger schöner Veranstaltungen!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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