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"Ruths Kleiderstube" Eichen
Virus bremst das Geben und das Nehmen

Ethel Schneider leitet „Ruths Kleiderstube“ in Eichen und freut sich, wenn das ehrenamtliche Team Verstärkung erfährt.
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  • Ethel Schneider leitet „Ruths Kleiderstube“ in Eichen und freut sich, wenn das ehrenamtliche Team Verstärkung erfährt.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nja Eichen. „Teppiche nehmen wir leider nicht an“, ruft Ethel Schneider einer Frau zu, die sich gerade dabei abmüht, das schwere „Fußbodenkleid“ von ihrem Wagen zur Eingangstür zu bugsieren: Dem im Laufe der Jahre geschulten Blick der Leiterin von „Ruths Kleiderstube“ an der Eichener Straße war während des SZ-Gesprächs nicht entgangen, dass sich draußen jemand umsonst abmühte. Die Coronapandemie ist auch an dem ehrenamtlich geführten Lädchen in Trägerschaft der Stiftung Diakoniestation Kreuztal nicht spurlos vorbeigezogen. So mehren sich seit Wochen die Anrufe und Fragen: „Es wird erzählt, ihr nehmt keine Sachen mehr an?“ Ethel Schneider stellt daher klar: Nach dem Lockdown ist der Betrieb wieder ganz normal aufgenommen worden – natürlich unter den jeweils aktuellen Hygienevorschriften.

nja Eichen. „Teppiche nehmen wir leider nicht an“, ruft Ethel Schneider einer Frau zu, die sich gerade dabei abmüht, das schwere „Fußbodenkleid“ von ihrem Wagen zur Eingangstür zu bugsieren: Dem im Laufe der Jahre geschulten Blick der Leiterin von „Ruths Kleiderstube“ an der Eichener Straße war während des SZ-Gesprächs nicht entgangen, dass sich draußen jemand umsonst abmühte. Die Coronapandemie ist auch an dem ehrenamtlich geführten Lädchen in Trägerschaft der Stiftung Diakoniestation Kreuztal nicht spurlos vorbeigezogen. So mehren sich seit Wochen die Anrufe und Fragen: „Es wird erzählt, ihr nehmt keine Sachen mehr an?“ Ethel Schneider stellt daher klar: Nach dem Lockdown ist der Betrieb wieder ganz normal aufgenommen worden – natürlich unter den jeweils aktuellen Hygienevorschriften.

Ab 50 Cent gibt es Waren in  „Ruths Kleiderstube“

Sie merkt aber auch: Seit rund zwei Monaten komme weniger Ware an; dass erste Regale nicht leer seien, hänge damit zusammen, dass auch die Kundenfrequenz nachlasse. Das Virus bremst also offensichtlich wegen der allgemeinen Verunsicherung das Geben und das Nehmen.
Von der Unterhose bis zum Krimi, vom Kinderschuh bis zum Kaffeeservice reicht die Angebotspalette in dem gut sortierten Lädchen, das nicht nur Menschen, die finanziell nicht gut dastehen, günstiges Shoppen ermöglicht. Ab 50 Cent gibt es hier gut erhaltene Kleidung, Haushaltswaren, Tisch- und Bettwäsche, Spiele und Schmöker – aber nun mal keine Teppiche.
Der Laden ist mit seinen recht kleinen Zimmern sehr verwinkelt. Da muss zu Corona-Zeiten genau aufgepasst werden, in welcher Ecke sich wie viele Personen (mit Mund-Nasen-Schutz) aufhalten. Montags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr sowie dienstags von 14 bis 18 Uhr ist Annahme und Ausgabe – und auch die Zeit, in der Ethel Schneider und ihr Team die Waren prüfen, sortieren (und aussortieren, dazu später mehr), falten und in Szene setzen. 14 Damen arbeiten – natürlich nicht immer zur gleichen Zeit – bildlich gesprochen Hand in Hand: „Verstärkung ist nötig und sehr willkommen“, sagt Ethel Schneider. Wer Interesse hat, kann sich zu den Öffnungszeiten auch telefonisch mit ihr in Verbindung setzen (0 27 32/76 91 64).

Viele kaputte und verdreckte Kleidungsstücke

Die Abstandsregeln führten auch dazu, dass das gesellige Frühstück – ein nicht zu unterschätzender Baustein des Miteinanders – nicht mehr in der Mini-Teeküche stattfinden kann. Es wurde aber geräumt und eine neue Sitzecke geschaffen: So viel Platz und Zeit muss einfach sein! Nebenan stapelten sich am Donnerstagmorgen bergeweise Säcke, die auf ein Dilemma hinwiesen, mit dem wohl viele Kleiderstuben der Region zu kämpfen haben: „Das sind Kleidungsstücke der vergangenen zweieinhalb Monate, die nun wirklich nicht mehr angeboten werden können: Das ist zum Teil unzumutbar, was abgegeben wird. Kaputt, verdreckt: Das ist sehr schade.“ Früher gab es dafür mal ein paar Euro; heute sei sie froh, dass ein Recycler die zig Kubikmeter zumindest abhole. Defekte Haushaltswaren müssten kostenpflichtig entsorgt werden.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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