Von der Backeswiese in den Fjord

Schneider und Co. Oberflächentechnik: Langzeitschutz für norwegische Kraftwerksleitung

nja/sz Buschhütten. Dass im fernen norwegischen Ort HØyanger künftig ein Wasserkraftwerk auf umweltfreundliche Art und Weise Energie produziert, dafür sorgen u.a. auch zwei heimische Betriebe: Die Firma Bender aus Ferndorf stellt die dafür notwendigen Leitungsrohre aus Stahl her. In der Buschhüttener Backeswiese werden sie von den Experten des Unternehmens Schneider und Co. Oberflächentechnik weiter verarbeitet und für ihren Dauereinsatz im norwegischen Gebirge »fit« gemacht.

Seit rund fünf Jahren, so der Buschhüttener Geschäftsführer Bernd Marloh im Gespräch mit der SZ, ist sein Unternehmen an diesem Projekt beteiligt. Derzeit liegen in den geräumigen Hallen 73 Stahlrohre mit einem Durchmesser von gut einem Meter und einer Länge von jeweils zwölf Metern und warten darauf, u.a. gegen Korrosion geschützt zu werden. »Norwegen«, so berichtet Marloh, »deckt zu über 95 Prozent den eigenen Bedarf an elektrischer Energie aus Wasserkraft ab und exportiert darüber hinaus ansehnliche Strommengen ins benachbarte Ausland.«

Gut 1000 Höhenmeter überbrückt

Eine Kraftwerksleitung, das sei die Großrohrverbindung zwischen einem See in den Bergen und einer Kraftwerksturbine im Tal oder am Fjord. »Durch die Rohre schießt das Wasser den Berg hinunter, treibt die Turbine an und fließt anschließend völlig unbelastet wieder in ein natürliches Gewässer.« Mit den Nordsiegerländer Rohren würden gut 1000 Höhenmeter überbrückt. In ihnen werde künftig kristallklares Wasser zu einer 17-Megawatt-Turbine geleitet. Die 73 Hohlkörper seien für den nunmehr letzten Bauabschnitt einer Rohrleitung bestimmt, so Marloh. Insgesamt werde in HØyanger (nördlich von Bergen) eine Kraftwerksleistung von 135 Megawatt installiert.

Für drei Arbeitsschritte verantwortlich

In Buschhütten werden die Stahlriesen drei Arbeitsschritten unterzogen: Zunächst wird eine spezielle Anhängevorrichtung an die Rohre geschweißt – schließlich werden diese per Helikopter in die Berge geflogen und ordnungsgemäß platziert. Marloh erläutert: »Haargenaue Vorbereitung und größte Sorgfalt sind erforderlich, denn während der gefährlichen und kostspieligen Mission auf der Baustelle darf nichts schiefgehen.« Eine Stunde Hubschraubereinsatz koste rund 5000 e.

Arbeitsschritt Nummer zwei, den das 45-köpfige Team von Schneider und Co. ausführt: Da die Rohre im klüftigen Gelände auf vorbereitete Beton- und Stahlsättel platziert werden, werden sie in der Backeswiese an den Auflageflächen mit Edelstahl-Sattelblechen versehen. Sie, so Bernd Marloh, »ermöglichen der fertigen Rohrleitung eine definierte Bewegungsfreiheit«, die aufgrund von Temperaturschwankungen erforderlich ist.

Sodann folgt die Hauptaufgabe der Buschhüttener Experten: Die Rohre müssen innen wie außen mit hochwertigen Beschichtungen versehen und somit gegen Rost geschützt werden. Schneider und Co. verwendet hierfür eine laut Marloh umweltfreundliche und völlig unbedenkliche Epoxydharzbeschichtung. Ein junger Mitarbeiter und ein Auszubildender sorgen unter Einsatz eines halbautomatischen Applikationsverfahrens für den optisch ansprechenden und qualitativ hochwertigen Langzeitschutz. Ein Team aus Norwegen reist eigens für die Endabnahme der Produkte ins Siegerland; anschließend werden die beschichteten Stahlriesen per Bahn direkt vom Werksgelände nach Duisburg verfrachtet. Von dort gelangen sie mit einem Schiff in den Sognefjord. Wenn dieser auf mehrere Jahre angelegte Auftrag auch in naher Zukunft abgeschlossen ist, braucht dem Buschhüttener Team nicht bange sein.

Die Auftragslage, so berichtet Bernd Marloh nicht nur froh, sondern auch dankbar, sei gut. Bis zum Juli sei sein Unternehmen mit Arbeit versorgt – und das, obwohl Aufträge eigentlich recht kurzfristig vergeben würden und die Branche schon bessere Tage erlebt habe.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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