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Grippewelle kommt ins Rollen
Vorbereitung auf erhöhte Patientenzahlen

Für den jetzt beginnenden Herbst und den Winter rechnen Experten mit höheren Zahlen bei grippalen Infekten.
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schn Kreuztal/Bad Berleburg. Im Lockdown-Winter 2020/21 ist die ganz große Grippeweile ausgeblieben, das konsequente Tragen von Mund-Nasen-Schutz mit Distanz und weiteren Regeln hat gewirkt. Für den jetzt beginnenden Herbst und Winter rechnen Experten mit höheren Zahlen bei grippalen Infekten. „Insbesondere für Ältere und chronisch Kranke ist es wichtig, sich impfen zu lassen“, wirbt Dirk Heppe, Siegener Chef der DAK. Die Krankenkasse rechnet allerdings nicht mit einer Impfstoffknappheit. Der Apothekerverband Nordrhein sieht das ein wenig anders, der Hochdosisimpfstoff für Ältere könnte in den Praxen knapp werden.

Wie sieht es im südlichen Westfalen aus? Karsten Wolter, Apotheker der Bad Berleburger Kur-Apotheke, gibt sich locker und entspannt: „Diese Schwankungen gibt es immer.

schn Kreuztal/Bad Berleburg. Im Lockdown-Winter 2020/21 ist die ganz große Grippeweile ausgeblieben, das konsequente Tragen von Mund-Nasen-Schutz mit Distanz und weiteren Regeln hat gewirkt. Für den jetzt beginnenden Herbst und Winter rechnen Experten mit höheren Zahlen bei grippalen Infekten. „Insbesondere für Ältere und chronisch Kranke ist es wichtig, sich impfen zu lassen“, wirbt Dirk Heppe, Siegener Chef der DAK. Die Krankenkasse rechnet allerdings nicht mit einer Impfstoffknappheit. Der Apothekerverband Nordrhein sieht das ein wenig anders, der Hochdosisimpfstoff für Ältere könnte in den Praxen knapp werden.

Wie sieht es im südlichen Westfalen aus? Karsten Wolter, Apotheker der Bad Berleburger Kur-Apotheke, gibt sich locker und entspannt: „Diese Schwankungen gibt es immer. Das ist ein regionales Geschehen und kommt immer wieder vor.“ Die Versorgung mit Grippeimpfstoff beginnt schon Monate vor der eigentlichen Saison. Hausärzte melden ihre geschätzten Bedarfe für gesetzlich versicherte Menschen, die Apotheken schlagen Mengen für Privatpatienten und eine Reserve auf. „Damit kann man daneben liegen. Das hängt auch davon ab, ob das Thema gerade medial besonders bespielt wird“, macht Wolter deutlich.

Karsten Wolter.
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Ähnlich sieht das Dr. Charles Christian Adarkwah. Der Kreuztaler Arzt geht von einer guten Versorgung aus: „Wir haben entsprechende Kontingente geordert, um jedem unserer Patienten ein Impfangebot machen zu können.“ Zu Problemen könne es kommen, wenn die Großhändler Teilkontingente nicht bedienen könnten.

„Wenn die Nachfrage weiter so hoch ist, dann ist es möglich, dass der Impfstoff für Über-60-Jährige knapp wird“, blickt Dr. Wolfgang Neumann (Kreuztal) auf die kommenden Monate. Die Saison beginne ja gerade erst, die Nachfrage nach Impfungen sei aber schon jetzt hoch. Allerdings, gibt der Allgemeinmediziner zu bedenken, habe man auch im vergangenen Jahr eine hohe Nachfrage zu Beginn des Herbstes gesehen, die dann ganz schnell wieder abgeebbt sei. Aktuell arbeitet seine Praxis mit Terminvergaben auch für die Grippeimpfung. „Früher haben wir das nebenbei gemacht, das klappt aktuell nicht“, so Neumann. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass am Ende der Saison eigentlich immer Impfstoff übrig geblieben sei, nur regional unterschiedlich verteilt, resümiert Karsten Wolter.

Dr. Charles Christian Adarkwah.
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Aktuell sind in Deutschland zehn Impfstoffe gegen die „echte Grippe“, die Influenza, zugelassen. Neun davon sind sogenannte tetravalente Impfstoffe, die gegen vier Influenza-Stämme wirksam sind. Der zehnte Impfstoff arbeitet nach dem gleichen Prinzip, ist aber deutlich höher dosiert. „Damit wird die Immunantwort verstärkt, ohne das Adjuvanzien eingesetzt werden“, erklärt Pharmazeut Wolter. Das Vakzin ist aktuell nur für Menschen über 60 Jahren zugelassen, für diese Altersgruppe sei das auch genau die richtige Wahl, findet Wolter. Der Apotheker ist von den Impfungen überzeugt: „Die Impfstoffe sind alle sicher und wirksam, da gibt es keine Diskussionen.“

Genau wie Covid 19 ist Grippe insbesondere für ältere und chronisch Kranke ein Risiko.
Charles Christian Adarkwah
Hausarzt aus Kreuztal

Die bundesweit bekannte Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeimpfung für Menschen über 60 Jahre und für Risikogruppen. „Genau wie Covid 19 ist Grippe insbesondere für ältere und chronisch Kranke ein Risiko“, sagt auch Charles Christian Adarkwah. Und er geht noch weiter: „Wer die Empfehlung genau liest, der stellt fest, dass auch alle Gruppen mit vielen Sozialkontakten zu den angesprochenen Gruppen gehören.“ Das sei dann schon ein großer Teil der Bevölkerung, „vom Erzieher bis zur Journalistin, eigentlich die Mehrheit.“ „Wir schicken niemanden weg, der eine Grippeimpfung haben will“, so Adarkwah. Im Zweifel gilt natürlich immer, das Gespräch mit dem eigenen Hausarzt ist der sicherste Weg.

Grippewelle in der Region: Wann ist Grippe-Impfung sinnvoll?

Die Hausärzte fahren aktuell auch die nächste Corona-Impfkampagne mit dem Schlagwort „Booster-Impfungen“. „Beide Impfungen können zeitgleich verabreicht werden, da gibt es keinerlei Probleme“, macht Charles Christian Adarkwah deutlich. Ein Großteil seiner Patienten nehme dieses Angebot auch wahr, eine gute Entscheidung, wie der Kreuztaler Arzt befindet.

Über den richtigen Zeitpunkt der Impfung ist sich die Medizin nicht ganz einig. Die einen empfehlen einen frühen Termin, andere raten eher zum Warten, bis die Grippewelle absehbar sein sollte, damit sicher ein Impfschutz gegeben sei. Erfahrungsgemäß rollt die Grippewelle Anfang des Jahres mit Wucht durchs Land, „aber es dauert, bis das Immunsystem genug Antikörper bereitgestellt. Vier Wochen braucht es schon“, sind sich Karsten Wolter und Charles Christian Adarkwah einig.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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