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Nicht alle Gastronomen öffnen
Vorschriften keine leichte Kost

Der Kredenbacher  Landgasthof Merje hat seine Pforten noch nicht wieder geöffnet.  Es stellt sich nicht nur die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.
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  • Der Kredenbacher Landgasthof Merje hat seine Pforten noch nicht wieder geöffnet. Es stellt sich nicht nur die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.
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nja Siegen/Kredenbach. Seit Montag verwöhnen viele nordrhein-westfälische Gastronomen ihre Gäste wieder in ihren guten Stuben, im benachbarten Rheinland-Pfalz seit Mittwoch. Viele – das bedeutet aber auch: nicht alle. Und das hat durchaus unterschiedliche Gründe – und ist nicht allein eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Eine genaue Zahl, wie viele Restaurant- und Cafétüren bei uns in der Region derzeit noch verschlossen bleiben, hat Lars Martin, stellv. Hauptgeschäftsführer von Dehoga Westfalen (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), noch nicht. Man überlege aber, eine Mitgliederbefragung durchzuführen, teilte er auf SZ-Anfrage mit. Derzeit handele es sich um einen fließenden Prozess.

nja Siegen/Kredenbach. Seit Montag verwöhnen viele nordrhein-westfälische Gastronomen ihre Gäste wieder in ihren guten Stuben, im benachbarten Rheinland-Pfalz seit Mittwoch. Viele – das bedeutet aber auch: nicht alle. Und das hat durchaus unterschiedliche Gründe – und ist nicht allein eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Eine genaue Zahl, wie viele Restaurant- und Cafétüren bei uns in der Region derzeit noch verschlossen bleiben, hat Lars Martin, stellv. Hauptgeschäftsführer von Dehoga Westfalen (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), noch nicht. Man überlege aber, eine Mitgliederbefragung durchzuführen, teilte er auf SZ-Anfrage mit. Derzeit handele es sich um einen fließenden Prozess. Einige Lokale öffneten direkt am vergangenen Montag, andere folgten Dienstag und Mittwoch, wieder andere seien noch zurückhaltend, wollten nichts übereilen: Die Hygieneregeln seien ja auch recht spät kommuniziert worden. Und sie sind keine leichte Kost. Das fängt bei der nicht nur für die Tischanordnung geltende Abstandsregel von anderthalb Metern an und reicht vom Waschen der Textilien bis hin zum Reinigen und Desinfizieren aller Kontaktflächen wie Stuhl, Tisch, Speisekarte und Gewürzspender nach jedem Gastwechsel.

Frage der Wirtschaftlichkeit

„Einige Gastronomen schieben noch die Tische hin und her, um zu schauen, wie viele Gäste unter den Abstandsgeboten überhaupt Platz in ihren Gasträumen finden können“, weiß Lars Martin. Daraus lasse sich ja die eine Antwort auf eine wichtige Frage ableiten: Ist eine Öffnung überhaupt wirtschaftlich darstellbar? Hinzu komme bei einigen ein weiterer Gedanke: „Ambiente ist durch Hygiene nicht zu ersetzen!“ Genau das geht z. B. Martin Held vom Kredenbacher Gasthof Merje durch den Kopf. „Wir haben uns schweren Herzens gegen eine Öffnung entschieden“, sagt er am SZ-Telefon.

Das Ambiente leidet

Die erschwerten Auflagen ließen es nicht zu, den Gästen „den gewohnt unbeschwerten und entspannten Aufenthalt zu bieten“. Sein Landgasthof ist etwas verwinkelt, in der Gaststube z. B. könne er drei Tische bewegen. Die Gemütlichkeit bleibe dabei auf der Strecke. Er wird nun erst einmal abwarten, wie sich die aktuelle Situation entwickelt. Damit meint er auch die Zahlen der Neuinfektionen. „Was wäre, wenn einer meiner Gäste infiziert ist? Dann hätte das Auswirkungen auf die übrigen Gäste, und auch mein Team und ich müssten in Quarantäne“, sorgt sich Held.

"Wie ein Kino ohne Leinwand"

Den Abholservice am Wochenende könne er bis jetzt wirtschaftlich gestalten – auch wenn der meiste Umsatz in seiner Branche ja eigentlich über die Getränke erzielt werde. Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Ob sich das Öffnen des Restaurants mit verringerten Sitzkapazitäten lohne, sei fraglich. Er wisse von Kollegen, bei denen das Geschäft „plus minus null“ verlaufe. Ein Gastronom aus Bad Berleburg postete dieser Tage ebenfalls Bedenken bei Facebook, er möchte aber nicht namentlich in Erscheinung treten. Sein Haus sei ein Treffpunkt, in dem man mit anderen zusammen eine gute Zeit verbringen könne, schrieb er: Daher warte er mit der Wiedereröffnung noch ein Weilchen, da ein Treffpunkt ohne Kontakte so sinnlos sei wie ein Kino ohne Leinwand oder eine Woche ohne Samstag...

Hotels öffnen für Privatreisende

Der Gaststättenverband Dehoga blickt derweil nicht nur Richtung Gaststätten: Ab Montag dürfen auch Privatreisende wieder Hotels in NRW und Rheinland-Pfalz buchen. Die hierfür maßgeblichen Hygieneregeln werden mit großer Spannung erwartet. Eine der Kernfragen: Gibt es eine Beschränkung der Zimmerbelegung?

Der Kredenbacher  Landgasthof Merje hat seine Pforten noch nicht wieder geöffnet.  Es stellt sich nicht nur die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.
Inhaber Martin Held und Cathi Bernshausen im Bewirtungsraum vom Landgasthof Merje, wo mindestens ein Sechser-Tisch komplett frei bleiben müsste, um die Mindestabstände einzuhalten.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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