Wachstum ohne Investition funktioniert nicht

Kredenbacher Spritzgusstechnik-Spezialisten haben IT- und Organisationsstruktur umgebaut

ch Kredenbach. Sparen, Budgets zusammenstreichen, zur Not Personal abbauen – auch der Mittelstand in der Investitionsgüterindustrie fährt in wirtschaftlich harten Zeiten seinen Radikalkurs, um Kosten zu senken. Muss das sein? »Nein«, sagt das Geschäftsführer-Duo Heinz Dieter und Michael Keßler. Vater und Sohn führen die 1988 gegründete Schumacher & Keßler GmbH, Kredenbach, und haben in dem Familienunternehmen trotz zwei konjunkturschwacher Jahre konsequent in ihre Wachstumsstrategie investiert: Die IT- und Organisationsstruktur der Kunststoff-Spritzgießtechnik-Spezialisten wurde komplett umgebaut.

Es hat sich für den Fertiger technischer Kunststoffartikel für die deutsche Automobil-, Elektro-, Haushaltgeräte- und Bauindustrie gelohnt. Zum einen formal: Der TÜV Rheinland auditierte das Qualitätsmanagement von Schumacher & Keßler jüngst erfolgreich nach der Iso-Norm TS 16949. Dies ist die höchste Zertifizierungsstufe, die die Automotive-Branche von ihren Zulieferbetrieben verlangt – ein sattes Pfund, mit dem die Kredenbacher wuchern können. Fast 80 Prozent der Kunden der heimischen Firma stammen aus dieser Branche. Doch – betriebswirtschaftlich gesehen – viel wichtiger ist zum anderen: »Trotz einem Minus beim Auftragseingang, konnten wir auch in 2002 erneut ein Wachstum generieren«, erklärt Heinz Dieter Keßler. Dem Diplomingenieur, der als geschäftsführender Gesellschafter rund 51 % der Unternehmensanteile hält, ist es mit dem insgesamt 55-köpfigen Schumacher-Keßler-Team gelungen, die Kostenstruktur zu verbessern.

Es läuft rund in dem Betrieb mit einem Jahresumsatz von rund 5,5 Mill. e. Heute produzieren 30 Spitzgießmaschinen im Drei-Schicht-Betrieb. Gurthöhenversteller für das Auto z.B., oder kunststoffumspritzte Metallfüße für Waschmaschinen etwa. Einzelteile in Serienfertigung ebenso wie komplette Baugruppen, die zum Teil von bis zu 40 zusätzlichen Mitarbeitern je nach Auftragslage in Heimarbeit gefertigt werden.

Juniorchef Michael Keßler fasst zusammen: »Es sind vier Dinge, die wir seit dem Jahr 2000 angepackt und mit denen wir uns eine günstige Ausgangssituation in einem harten Wettbewerb verschafft haben: Wir haben eine branchenspezifische ERP-Software samt Vernetzung eingeführt. Wir haben die innerbetrieblichen Abläufe neu ausgerichtet. Wir haben rund 0,5 Mill. e jährlich in Hochtechnologie investiert. Und zu guter Letzt haben wir unseren Werkzeugbau erweitert!« Denn schließlich entscheide die Qualität der Formen über die Qualität des Endproduktes, also werden in Kredenbach die Spritzgussformen aktuell in modernster 3-D-Technologie gefertigt.

Umbau. Ausbau. Ist das Ziel erreicht? Wieder ein »Nein«. Schumacher & Keßler hätten sich erst einmal nur gut positioniert, gibt das Geschäftsführer-Duo zu. Und wie geht es weiter? Jetzt muss die Konjunktur wieder anspringen, so die vage Hoffnung. Konkret planen die beiden, die Ausbildung in dem Betrieb zu intensivieren. Seit vier Jahren bildet die Firma ihre eigenen Facharbeiter aus, »denn sie sind momentan und zukünftig auf dem Arbeitsmarkt nur schwer zu bekommen«, meint Heinz Dieter Keßler. Doch ohne sie und ihr Know-how – das wissen Vater und Sohn nur zu gut – wird es für den mittelständischen Betrieb nicht leicht, die Nische in der Kunststoff-Verarbeitung erfolgreich zu verteidigen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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