Wahlmöglichkeit erhalten

nja Kreuztal. Es zeichnen sich Veränderungen in der Förderschul-Landschaft ab. Mit Inkrafttreten des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes wird, wie ausführlich berichtet, der Rechtsanspruch auf ein gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung oder Förderbedarf schrittweise in den Eingangsklassen der Schulstufen eingeführt. Eltern können zukünftig wählen, ob ihr Kind bei Eintritt in das 1. oder 5. Schuljahr in einer Regel- oder einer Förderschule unterrichtet werden.

Mit Auswirkungen auf die Kindelsbergschule Ferndorf mit ihren Förderschwerpunkten Lernen und emotionale/soziale Entwicklung wird gerechnet. Schulträger sind bekanntlich die Städte Kreuztal und Hilchenbach, die dafür einen Zweckverband gegründet haben.

Schulamtsdirektor Jürgen Maaß vom Kreis Siegen-Wittgenstein informierte am Mittwoch den Kreuztaler Schulausschuss über den Stand der Dinge in Sachen Inklusion. Immer mehr Kinder mit Förderbedarf würden schon heute in allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. Auch entfalle künftig die Ausnahmeregelung für die Mindestgröße einer Förderschule, die bislang eine Unterschreitung der Mindestgröße um 50 Prozent zuließ. Will heißen: Die Zukunft der Förderschulen in ihrer jetzigen Form ist durchaus gefährdet.

Zur Erinnerung: Schon in der vorherigen Sitzung des Schulausschusses Ende September waren Zahlen präsentiert worden. Demzufolge besuchen in Kreuztal 97 Jungen und Mädchen mit Förderbedarf Regelschulen. Das ist laut Stadt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 31 Prozent (74 Kinder). 55 der Heranwachsenden besuchen eine der sieben Grundschulen - 30 davon in Buschhütten, elf die Gemeinschaftsgrundschule am Ziegeleifeld und acht die Grundschule Fellinghausen. In der Sekundarstufe I, so hieß es Ende September, werden 42 Kinder mit Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet (Vorjahr: 30). Das Städtische Gymnasium sei derzeit die einzige weiterführende Schule ohne den "gemeinsamen Unterricht". 29 der Kinder mit Förderbedarf besuchen die Hauptschule, elf die Gesamt- und zwei die Realschule. Die Folgen für die Kindelsbergschule: Hier sank die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 25 Prozent auf 77. In beiden Förderschwerpunkten werden die bald geltenden Mindestgrößen somit deutlich unterschritten.

Drei Handlungsoptionen stünden daher alsbald zur Debatte, so Maaß am Mittwoch: die Schließung der Schule, ihre Auflösung, also ein sukzessives Auslaufen - oder aber die Bildung von Kooperationen mit anderen Schulen in Form eines Verbunds - und damit einhergehend das Angebot von Teilstandorten. Denn: Auch die übrigen Förderschulen im Kreisgebiet, so Maaß, haben bzw. bekommen Probleme, die Mindestgröße zu erreichen. Ausnahme ist wohl die Lindenschule Siegen mit dem Förderschwerpunkt Sprache. Heike Siebel (SPD) plädierte dafür, die Kindelsbergschule zu erhalten. Es gebe Kinder, deren Eltern sich eine Förderschule wünschten - "in erreichbarer Nähe". Zudem berichtete sie von "Überforderungssituationen" in den allgemeinbildenden Schulen, wenn immer mehr Kinder mit Förderbedarf dort in große Klassen integriert würden. Siebel: "Es muss die Möglichkeit bestehen, sich für die eine oder andere Schulform entscheiden zu können." Ein Verbund mit allen Förderschulen des Kreises sei wohl die beste Lösung. Dies solle Auftrag an die Bürgermeisterkonferenz sein, die am Freitag kommender Woche tagt. Am kommenden Montag tagt nun zunächst der Schulzweckverband der Städte Kreuztal und Hilchenbach. Laut Dezernent Dieter Loske sei von der Nachbarkommune der Gedanke einer Kreisträgerschaft in Gespräch gebracht worden. Der Schulausschuss beauftragte die Verwaltung einstimmig, mit den anderen Kommunen des Kreisgebiets Kontakt aufzunehmen, die ebenfalls Träger von Förderschulen sind, um ergebnisoffen nach Lösungen der sich am Horizont abzeichnenden Problematik zu suchen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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