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Nach langem Lockdown hat Kreuztaler Feuerwehr Dienst wieder aufgenommen
Wasser marsch!

Ein Stück Normalität kehrt im Kreuztaler Feuerwehrdienst zurück: Die Einheiten dürfen wieder üben wie hier die Löschgruppe Eichen auf dem Hof der Grundschule.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

bjö Eichen. „Wie war das nochmal?“ Kilian Loos ist schon ein paar Jahre bei der Feuerwehr, musste aber beim ersten praktischen Üben nach monatelangem Lockdown nachdenken, wie denn nun die Leinen an der Saugleitung für einen Löschangriff angelegt werden. Nicht viel anders erging es Nine Klappert: „Bei manchen Handgriffen steht man nach der langen Pause einfach auf dem Schlauch.“

Die Löschgruppe Eichen war die erste in der Stadtfeuerwehr Kreuztal, die unter neuen Pandemiebedingungen den Übungsdienst wieder aufgenommen hat . Alle zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten sich vor Beginn des Übens einem Corona-Schnelltest unterziehen. An den beiden Testerinnen Monja Zöller und Nine Klappert kamen die Kameraden nicht ohne Test vorbei.

bjö Eichen. „Wie war das nochmal?“ Kilian Loos ist schon ein paar Jahre bei der Feuerwehr, musste aber beim ersten praktischen Üben nach monatelangem Lockdown nachdenken, wie denn nun die Leinen an der Saugleitung für einen Löschangriff angelegt werden. Nicht viel anders erging es Nine Klappert: „Bei manchen Handgriffen steht man nach der langen Pause einfach auf dem Schlauch.“

Die Löschgruppe Eichen war die erste in der Stadtfeuerwehr Kreuztal, die unter neuen Pandemiebedingungen den Übungsdienst wieder aufgenommen hat . Alle zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten sich vor Beginn des Übens einem Corona-Schnelltest unterziehen. An den beiden Testerinnen Monja Zöller und Nine Klappert kamen die Kameraden nicht ohne Test vorbei. „Wir bringen die Jungs gern zum Weinen“, scherzte Monja Zöller.

Mustergültiger Löschangriff

Die erste Gruppe hatte Einheitsführer Nico Gieseler bewusst so zusammengestellt, dass sich alte Hasen und frische Quereinsteiger gemeinsam mit taktischen Abläufen und feuerwehrspezifischem Gerät vertraut machten. Ein mustergültiger Löschangriff auf dem Hof der Eichener Grundschule schien Routiniers wie Anfängern gleichermaßen gut zu tun: „Es war mehr als perfekt“, lobte Dominic Gieseler die Übungspremiere nach mehrmonatigem Übungsverbot. Der 30-Jährige hatte sich kurz vor dem ersten Lockdown zum Feuerwehrdienst anlocken lassen und bis jetzt nur wenige Wochen im Sommer Gelegenheit gehabt, sich mit der Praxis in der Feuerwehr vertraut zu machen.

"Corona ist kein Grund dafür,
irgendetwas sausen zu lassen."

Dominic Gieseler
Kurz vor erstem Lockdown zur Feuerwehr gekommen

Selbstredend hat er in den Lockdown-Monaten an Unterrichtseinheiten über Videokonferenzen teilgenommen. Doch „für uns Quereinsteiger fehlte in den letzten Monaten definitiv die Praxis – etwas praktisch auszuführen, ist nicht das Gleiche.“ Seine neu entflammte Leidenschaft für den Feuerwehrdienst konnte der monatelange Lockdown glücklicherweise nicht bremsen: „Corona ist kein Grund dafür, irgendetwas sausen zu lassen.“

Maximale Gruppengröße von zwölf Personen

Bei der Löschgruppe Eichen paarte sich im März letzten Jahres die Freude über ein neues Löschgruppenfahrzeug des Katastrophenschutzes mit dem Frust, dass zwei Tage nach Eintreffen des Gefährts der erste Lockdown in Kraft trat. Ein zeitnahes Vertrautwerden mit einem Fahrzeug, mit dem die Kameraden im Einsatzfall ohne langes Nachdenken arbeiten können, war von Juli bis November möglich, als der praktische Übungsdienst in Gruppen von maximal zehn Personen unter besonderen Hygienebestimmungen wieder stattfinden konnte. Große Einsatzübungen blieben weiter unmöglich, und auch jetzt ist bei einer maximalen Gruppengröße von zwölf Personen pro Zusammenkunft und vorausgegangenen Testungen keine wirkliche Normalität in Sicht: In der Eichener Löschgruppe mit zurzeit 41 Mitgliedern braucht es vier Übungstermine, bis alle einmal in den Genuss einer praktischen Übung gekommen sind. Die Testung vorweg sorgt für zusätzlichen Zeitaufwand, ein abendliches Übungsende nach 21 Uhr erfordert überdies Bescheinigungen, die die Feuerwehrleute bei Ausgangskontrollen auf dem Heimweg vorzeigen können.

Tests und Masken müssen zum Einsatz kommen

Was die „Großen“ dürfen, wollen die „Kleinen“ schon längst: Wann und wie auch die Jugend- und Kinderfeuerwehren wieder beginnen, Schläuche auszurollen und Strahlrohre zu halten, bleibt jeder Feuerwehr selbst überlassen, vorausgesetzt, dass Tests und Masken zum Einsatz kommen.

Bei aller Vorsicht rund um gesundheitliche Risiko gibt Kreisbrandmeister Bernd Schneider zu bedenken: „Wenn wir da jetzt nicht bald was tun, fangen wir bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren wieder bei null an. Die Kinder leiden sehr unter den fehlenden Kontakten.“

Feuerwehren wagen Neustart „Alles gut, alle freuen sich“, lautet die Rückmeldung von Siegens Feuerwehrchef Matthias Ebertz auf die Nachfrage zum erneuten Übungsbeginn. Von den 550 freiwilligen Feuerwehrleuten im Siegener Stadtgebiet hatten sich 95 Prozent bereiterklärt, unter den aktuellen Bedingungen an künftigen Übungsabenden teilzunehmen. In Neunkirchen haben die ersten Einheiten ihren praktischen Übungsdienst aufgenommen, in der Stadt Hilchenbach bislang die Löschgruppe Lützel. Die Erndtebrücker Brandschützer versehen teilweise ihren Dienst nach Testungen beim eigenen Feuerwehrarzt. Freudenbergs Wehrführer Rainald Thiemann wiederum wartet noch auf die für einen Übungsstart nötige Ausnahmegenehmigung. Und die Burbacher planen, am 1. Mai den praktischen Übungsdienst wieder aufzunehmen. Zurückhaltung herrscht derweil in anderen Kommunen: Die Feuerwehren Netphen und Wilnsdorf wollen angesichts hoher Inzidenzwerte am 1. Juni beginnen, die Bad Berleburger haben sich vorgenommen, im Mai dazu eine Entscheidung treffen. Eine konkrete Ansage macht Bad Laasphes Wehrführer Dirk Höbener: In der Stadt an der Lahn will man abwarten, bis die Inzidenz unter 100 liegt.
Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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