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Trotz Appell der Landeskirche
Weiterhin Präsenzgottesdienste in Ferndorf

Vor allem berufen sich die Ferndorfer auf die Größe ihrer Kirche mit maximal 800 Sitzplätzen und fünf Eingängen. Das Hygienekonzept wurde nachjustiert.
  • Vor allem berufen sich die Ferndorfer auf die Größe ihrer Kirche mit maximal 800 Sitzplätzen und fünf Eingängen. Das Hygienekonzept wurde nachjustiert.
  • Foto: bjö
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bjö Ferndorf/Hilchenbach. Dass die Ferndorfer zum kommenden Weihnachtsfest von der „dringenden Empfehlung“ von Kirchenkreis und Landeskirche abweichen, empfinden sie eher als seelsorgerliche Notwendigkeit denn als Akt des Protestes: Die ev. Kirchengemeinde Ferndorf bietet auch in den kommenden Tagen bis Weihnachten Präsenzgottesdienste an.
"Das könnt ihr nicht machen"
Auf Nachfrage der SZ bestätigte Superintendent Peter-Thomas Stuberg, dass ihm bislang nur die Ferndorfer als „Abweichler“ von der Linie, auf Präsenzveranstaltungen zu verzichten, bekannt seien.

bjö Ferndorf/Hilchenbach. Dass die Ferndorfer zum kommenden Weihnachtsfest von der „dringenden Empfehlung“ von Kirchenkreis und Landeskirche abweichen, empfinden sie eher als seelsorgerliche Notwendigkeit denn als Akt des Protestes: Die ev. Kirchengemeinde Ferndorf bietet auch in den kommenden Tagen bis Weihnachten Präsenzgottesdienste an.

"Das könnt ihr nicht machen"

Auf Nachfrage der SZ bestätigte Superintendent Peter-Thomas Stuberg, dass ihm bislang nur die Ferndorfer als „Abweichler“ von der Linie, auf Präsenzveranstaltungen zu verzichten, bekannt seien. Die zelebrierten nicht nur am Freitag ihre Adventsandacht in der Ferndorfer Kirche, sondern werden weder ihren Gottesdienst am morgigen Sonntag in Kredenbach noch ihre beiden Christvespern an Heiligabend in Ferndorf dem harten Lockdown opfern.
In einer Sondersitzung hatte das Presbyterium der Gemeinde den Entschluss gefasst, der von der Kirchenleitung einstimmig getroffenen Empfehlung, in den nächsten Tagen auf sämtliche Präsenzveranstaltungen zu verzichten, nicht zu entsprechen. „Das könnt ihr nicht machen, dass ihr Heiligabend ausfallen lasst“, sei das oft gehörte Votum aus der Gemeinde gewesen, erläutert Gemeindepfarrerin Roswitha Scheckel die Grundlage, auf der sich das Presbyterium gegen die Absage ausgesprochen habe. In diesem Gremium „haben wir lang und breit diskutiert und zwischendurch auch geschwiegen“, berichtet sie, die Argumente seien „hin und hergegangen“.

100 Besucher in der Kirche Ferndorf

Vor allem berufen sich die Ferndorfer auf die Größe ihres Gotteshauses mit maximal 800 Sitzplätzen und fünf Eingängen. Bislang standen unter Corona-Bedingungen 150 Plätze zur Verfügung, für den momentanen „harten Lockdown“ haben die Ferndorfer ihr Hygienekonzept noch einmal nachjustiert und die Anzahl auf 100 beschränkt. So viele Menschen können sich jeweils für die beiden Heiligabendgottesdienste anmelden, um sich im Vorfeld eine Art „Ticket“ zu besorgen. „Das ist alles hochkompliziert, wie eine Doktorarbeit“, sagt Roswitha Scheckel. Doch das ist es der Gemeinde wert: „Wir wollen Heiligabend in unserer Kirche verbringen – auch wenn wir nicht singen und uns hinterher nicht in den Arm nehmen können.“

"Bauschmerzen" mit der Entscheidung

Die Pfarrerin, die das sich festigende Miteinander der bislang noch autonomen Gemeinden rund um den Kindelsberg schätzt, habe durchaus „Bauchschmerzen“ mit der eigenwilligen Entscheidung der Ferndorfer, weil ihr die Solidarität mit den Nachbargemeinden sehr wichtig sei. Andererseits stellt sie klar: „Ich empfinde die Tatsache, dass wir Gottesdienste feiern dürfen, nicht als Privileg oder Sonderhaltung, denn die Bundesliga spielt ja auch.“
Ein weiteres Zugeständnis, das die Ferndorfer gemacht haben, ist die Tatsache, dass nur Glieder der eigenen Gemeinde von den Heiligabend-Gottesdiensten in der Ferndorfer Kirche Gebrauch machen können – „wir wollen keinen Corona-Tourismus.“

Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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