Wetzlar war gerade gut genug

Trotz 28:35-Niederlage: Starke Leistung des TuS Ferndorf gegen den Bundesligisten

jb Kreuztal. Der TuS Ferndorf, der all seine Anstrengungen dem hohen Ziel Aufstieg in die Regionalliga unterwirft, hat mit dem Testspiel gegen den Bundesligisten HSG D./M. Wetzlar das richtige Vorbereitungsspiel für die Rückrunde absolviert. Das wegen der Vorbereitung der Nationalmannschaften auf die Europameisterschaft tatenlose Bundesligateam war dankbar, dass es ebenfalls Abwechslung zum Trainingstrott hatte. Die Hessen waren zwar nur mit dem Allernötigsten von sieben Feldspielern und zwei Torleuten angereist, hatten aber offenbar nicht erwartet, dass sie auf einen solch starken Oberligisten, sprich ein Testspielgegner aus der 4. Liga, treffen würden. Letztlich setzte sich der Favorit mit 35:28 (15:14) durch. Damit verloren die Ferndorfer erstmals wieder seit genau einem Jahr, aber diese Partie fließt natürlich nicht mit in die Statistik ein.

Eigentlich konnten sich die Gastgeber sogar als Sieger fühlen. Denn sie hatten eine ausgezeichnete Vorstellung geliefert. Der starke Gegner kam genau richtig, um die Pause von vier Wochen zwischen den anstehenden Meisterschaftsspielen zu überbrücken und vor allem im Spielrhythmus zu bleiben. Ferndorf musste zwar auf den verletzten Torsten Schierbaum verzichten, außerdem wollte Spielertrainer Libor Hrabal wegen Fersenproblemen kein Risiko eingehen und zog sich erst gar kein Trikot über. Trotzdem zog der Oberliga-Tabellenführer sein gewohntes Tempospiel auf. Dass auf so hohem Niveau in der 4. Liga gespielt wird, war wohl auch für Wetzlars Coach Velimir Petkovic etwas überraschend. Ferndorf zog nach acht Minuten von 3:3 auf 6:3 weg und behielt vor 750 hoch erfreuten Zuschauern bis zum 13:11 nicht etwa die Führung, weil üblicherweise den klassentieferen Gastgebern am Anfang die Chance gegeben wird, ihr Können zu entfalten. Nein, die Ferndorfer standen erstens in der Abwehr gut, Torhüter David Wellen hatte zweitens mehrere Bälle abgewehrt, so dass sie drittens ihr schnelles Kombinationsspiel aufziehen konnten.

In der Anfangsphase fiel besonders der mutig auf Hrabals angestammmter rechten Rückraumposition aufspielende Christian Thöne auf. Er hat in den letzten Monaten eine erfreulich positive Entwicklung genommen: vom »Notnagel« als einziger Linkshänder im Rückraum zum Oberligaspieler, der immer mehr Spielanteile erhält. Sehr stark trumpfte auch Michael Feldmann auf, der immer wieder mit seiner Schnelligkeit seine Gegenspieler austrickste. Und einen richtig tollen Tag hatte Alex Orlov erwischt. Einen Tag vor seinem 30. Geburtstag versenkte der Weißrusse zehn seiner typischen »Fackeln« und stellte damit seinen mit über 70 Länderspielen international bewährten Landsmann Genadij Chalepo in den Schatten. Sehr erfreulich war auch das Comeback von Kapitän Marc Stenske vor eigenem Publikum, der nach tollen Spielzügen in seiner bewährten Art drei Treffer so versenkte, als ob er keine Zwangspause gehabt hätte. In der Abwehr, so Libor Hrabal, fehle ihm allerdings noch die Abstimmung mit seinen Nebenleuten. Da mache sich die Pause schon bemerkbar. Sein Debüt vor dem Ferndorfer Publikum gab Neuzugang Frank Linnig. Er wirkt - logischerweise - noch wie ein Fremdkörper in der eingespielten Mannschaft und hat als groß gewachsener und robuster Bursche eher Qualitäten in der Abwehr.

Die Ferndorfs Vorsprung schmolz erst gegen Ende der ersten Hälfte. In der 2. Halbzeit erhöhte der Bundesligist die Schlagzahl. Insbesondere der listige Linkshänder Umberto Brajkovic, Schwede mit eher landesunüblichem Namen, traf nun reihenweise, insgesamt elf Mal. Klasse als Vorbereiter war der Jugoslawe Nobojsa Golic. Das reichte für einen Vorsprung von fünf Treffern ab dem 25:20. Die Ferndorfer hielten den Rückstand im Rahmen, und die Profis aus Wetzlar konnten zumindest optisch mit dem Ausflug ins Siegerland zufrieden sein.

TuS Ferndorf: Becker, Wellen; Krawitz (1), Stadel (1), Orlov (10), Thöne (2), Münker, Pfaffenbach (3), Feldmann (8), Linnig, Schäfer, Stenske (3).

HSG D/M Wetzlar: Geerken, Strzelec; Wagner, Brajkovic (11), Chalepo (6), Kestawitz (6/2), Rompf (3), Kieselhorst (2), Golic (7/1).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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