»Wichtig sind die Kameraden vor Ort«

Kommissarischer Feuerwehrchef Frierich Hahn sucht offenen Dialog mit allen Aktiven

bjö Kreuztal. Die braune Pinnwand im Wehrführerbüro ist bespickt mit kleinen Zetteln, auf denen sich Friedrich Hahn dringende Aufgaben notiert hat. Seit dem Rücktritt von Hartmund Flender als Leiter der Stadtfeuerwehr Kreuztal ist für den kommissarischen Feuerwehrchef der Terminkalender noch voller geworden. »Ich habe nur eines gewusst: Es kommt eine Masse auf uns zu«, erinnert sich Friedrich Hahn an die Dezember-tage vergangenen Jahres, als er und Heinz-Georg Lütticke, bis dahin beide stellvertretende Wehrführer, von dem Rücktritt erfuhren.

Endgültige Bestellung im März

Als Älterer von beiden war dem 58-jährigen Friedrich Hahn klar, dass er in dieser »Notlage« einspringen müsste, wenn Bürgermeister Rudolf Biermann ihn bitten sollte. Genau das geschah. Im kommenden März jedoch wird Kreisbrandmeister Gerhard Müller die gesamte Kreuztaler Stadtfeuerwehr zu einer Anhörung bitten, in der er Vorschläge zur endgültigen Bestellung des Wehrführers entgegennimmt. Müller wiederum reicht nach persönlicher Bedenkzeit einen Vorschlag an den Rat der Stadt Kreuztal weiter, bevor der Bürgermeister den Leiter der Feuerwehr bestellen kann. Bedeckt hält sich Friedrich Hahn auf die Frage, ob er das Ehrenamt auch in den ihm verbleibenden zwei Jahren - mit 60 endet die aktive Feuerwehrlaufbahn - noch bekleiden möchte. Auch Bürgermeister Rudolf Biermann möchte nicht mit einer persönlichen Einschätzung den »demokratischen Prozess in der Feuerwehr« vorweg beeinflussen, indem das Meinungsbild ausschlaggebend sein wird für den Personalvorschlag.

Zustimmung aus Kreuztaler Reihen

Aus den Feuerwehrreihen jedenfalls ist bereits Zustimmung für Friedrich Hahn vernehmbar: »Ich könnte mir vorstellen, dass der Frieder das weiter macht und die Mehrheit bekommt«, ist die persönliche Einschätzung von Kreuztals Löschzugführer Bernd Dreute auf Anfrage der SZ.

»Es wird nichts unter den Teppich gekehrt«, lautet das Motto des kommissarischen Wehrführers Friedrich Hahn. Schon bei Jahresdienstbesprechungen in verschiedenen Kreuztaler Feuerwehrstandorten war kürzlich zu erleben, wie offen die Aussprache zwischen Feuerwehrleuten und der Wehrführung vonstatten geht. Dazu trägt auch Hahns Selbstverständnis in seiner Führungsaufgabe bei: »Wichtig sind die Kameraden, die vor Ort sind. Ohne die kann ich gar nichts erreichen. Das läuft und ist auch gut.«

Mit seinem derzeitigen Stellvertreter, dem 47-jährigen Heinz-Georg Lütticke, der zugleich Löschgruppenführer in Fel–linghausen ist, kooperiert Hahn reibungslos: »Wir haben jeden Schritt, der unternommen werden muss, gemeinschaftlich getan«, so Friedrich Hahn. Dazu gehört auch, dem Kreuztaler Feuerwehrbedarfsplan mit ein paar Änderungen den letzten Feinschliff zu geben, bevor er den städtischen Rat passieren soll. Auch in der Alarm- und Ausrückeordnung sei die eine oder andere Aktualisierung vonnöten.

Hahn seit 1972 aktiv

Als in seinem Wohnhaus in der Ferndorfer Straße in der Silvesternacht 1972 der Kamin brannte, entschied sich Friedrich Hahn für den Eintritt in die Ferndorfer Feuerwehr. Seitdem arbeitete sich der Küchenmeister mit Feuerwehrlehrgängen in leitende Positionen hoch, übernahm die Führung des Löschzuges IV (Ferndorf/Kredenbach) und wurde dabei zugleich zum Experten für Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern. 1987 avancierte er zum stellvertretenden Wehrführer.

Nicht nur an seinem Arbeitsplatz bei der Thyssen-Krupp-Stahl AG fungiert Hahn als Sicherheitsbeauftragter. Dass er im Feuerwehrdienst vor allem um die Verhütung von Unfällen bemüht ist, liegt dem jetzigen Sachbearbeiter im Blut.

Die Enkel dürfen nicht zu kurz kommen

Die Feuerwehrarbeit bereitet ihm nach eigenem Bekunden reichlich Freude; dennoch ist er traurig, dass seine Hobbys – das Kegeln sowie Malen und Zeichnen – nun allzu kurz kommen. »Was ich versuche nicht zu vernachlässigen, das sind meine Enkelkinder.« Daher müssen Teresa (7) und Anna (5) aus Osthelden nicht bange sein, dass ihr Opa sie zwischen Brandeinsätzen und Dienstbesprechungen vergessen könnte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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