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Ev. Kirchengemeinden Kreuztal und Hilchenbach
Zukunft gemeinsam verantwortungsvoll gestalten

In Ferndorf steht die altehrwürdige Laurentiuskirche  mitten im Dorf bzw. Stadtteil.
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  • In Ferndorf steht die altehrwürdige Laurentiuskirche mitten im Dorf bzw. Stadtteil.
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bjö Kreuztal. In der „Region 7“ des Kirchenkreises Siegen – sie umfasst die Städte Kreuztal und Hilchenbach – sind erste Weichen für ein verstärktes Miteinander bislang eigenständiger Kirchengemeinden gestellt: Eine Steuerungsgruppe mit Vertretern aller ev. Kirchengemeinden dieser Region hat sich darauf geeinigt, dass die vier Gemeinden aus dem Kreuztaler Stadtgebiet über eine gemeinsame Zukunft nachdenken sollen. Währenddessen sind die Kirchengemeinden Hilchenbach und Müsen dazu aufgerufen, ihrerseits Formen der Zusammenarbeit zu eruieren. Der „Gestaltungsprozess Ev. Kirchenkreis Siegen 2025“ stellt alle Kirchengemeinden vor die Herausforderung, auf sinkende Gemeindeglieder-Zahlen und die schwierige Neubesetzung von Pfarrstellen zu reagieren.

bjö Kreuztal. In der „Region 7“ des Kirchenkreises Siegen – sie umfasst die Städte Kreuztal und Hilchenbach – sind erste Weichen für ein verstärktes Miteinander bislang eigenständiger Kirchengemeinden gestellt: Eine Steuerungsgruppe mit Vertretern aller ev. Kirchengemeinden dieser Region hat sich darauf geeinigt, dass die vier Gemeinden aus dem Kreuztaler Stadtgebiet über eine gemeinsame Zukunft nachdenken sollen. Währenddessen sind die Kirchengemeinden Hilchenbach und Müsen dazu aufgerufen, ihrerseits Formen der Zusammenarbeit zu eruieren. Der „Gestaltungsprozess Ev. Kirchenkreis Siegen 2025“ stellt alle Kirchengemeinden vor die Herausforderung, auf sinkende Gemeindeglieder-Zahlen und die schwierige Neubesetzung von Pfarrstellen zu reagieren.

"Liebgewonnenes wird man loslassen müssen"

Die „Hausaufgaben“ für alle Kirchengemeinden hat der Kirchenkreis klar formuliert: „Der Ev. Kirchenkreis Siegen und auch so manche Kirchengemeinde werden sich in den nächsten Jahren in ihren Strukturen und ihrer Organisation verändern“, erklärt er auf seiner Internetseite. „Vertrautes und Liebgewonnenes wird man loslassen müssen. Vertrauensvoll wird man Neues und Ungewohntes wagen“, heißt es dort weiter. Nun müssen sich die ev. Christen im Kreuztaler Stadtgebiet damit auseinandersetzen, was dies konkret für sie bedeuten könnte.

Synergieeffekte nutzen

„Ich habe kein Problem mit einem Vereinigungsprozess“, stellt die Ferndorfer Pfarrerin Roswitha Scheckel auf Anfrage der SZ unumwunden klar; „es wird sicherlich irgendwann darauf hinauslaufen – das ist ein Gebot der Zeit“. Sie sieht das Bevorstehende pragmatisch und keineswegs wehmütig: „In diesem Prozess geht es um die Sicherung einer gemeindlichen Versorgung, da gehören keine Emotionen hin.“ Immerhin sei seit Jahren bekannt, dass rund um das Jahr 2025 die „Babyboomer“-Generation in den Ruhestand gehe – und das mache sich eben auch in der Besetzung von Pfarrstellen bemerkbar; „und wir wollen natürlich alle handlungsfähige Gemeinden hinterlassen“. Vier Jahre hat die Steuerungsgruppe der „Region 7“ des Kirchenkreises zusammengesessen, um auszuloten, wie die Kirchengemeinden in Hilchenbach und Kreuztal sich gegenseitig unterstützen, Synergieeffekte nutzen und weiter zusammenwachsen können. Nun soll die weitere Konkretisierung auf jeweils Kreuztaler und Hilchenbacher Stadtgebiet erfolgen. Als der Kreuztaler Pastor Thies Friederichs auf einer Gemeindeversammlung in der Kreuzkirche auf das für den 4. Februar 2020 anberaumte Treffen aller Kreuztaler Presbyterien hinwies, fragte ein Gemeindeglied, ob dies die gleiche Marschrichtung sei wie im Siegener Süden, wo die Vereinigung mehrerer Kirchengemeinden zur ev.-reformierten Emmaus-Kirchengemeinde Siegen zum 1. Januar 2020 amtlich wird. „Marschrichtung“ sei nicht das richtige Wort, reagierte Friederichs; es gehe darum, die Gemeinden in einer für die Kirche schwieriger gewordenen Zeit verantwortlich zu navigieren. „Wichtig ist aus meiner Sicht“, so der Kreuztaler Pastor, „dass wir offen in gemeinsame Gespräche gehen und die Zukunft verantwortungsvoll gestalten wollen.“ Dabei gehe es auch um die Frage, wie die Gemeinden ein gutes Arbeitsfeld für junge Theologen schaffen können, die bereit seien, sich im Siegerland beruflich niederzulassen.

Gespräch am 4. Februar

Vorhersagen, welches Ergebnis das übergemeindliche Gespräch am 4. Februar hervorbringen könnte, möchte und kann keiner der involvierten Gemeindepfarrer treffen. „Es kann eine Dynamik entstehen, die von allen und für alle Seiten konstruktiv ist“, hofft Jochen Ahl, Eichener Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Krombach. „Je vertrauensvoller die Gespräche auf der Ebene der Pfarrer und Presbyter verlaufen, um so eher sind mutige Schritte denkbar.“ Als „sehr konstruktiv und vertrauensvoll“ habe sich bereits in den vergangenen Jahren beispielsweise das Miteinander der Kirchengemeinden Kreuztal und Krombach herauskristallisiert: „Das ist eine gute Basis für das, was jetzt auf uns zukommt.“

Auch als Bereicherung begreifen

Die grundsätzliche Notwendigkeit einer noch engeren Zusammenarbeit stelle indes niemand infrage, dennoch wolle „jede Formulierung gut überlegt sein“. Vermutlich falle es den größeren Gemeinden leichter als den kleineren, über ein Zusammenwachsen nachzudenken. Eine solche kleinere ist die ev. Kirchengemeinde Buschhütten. Deren Pfarrer Jörg Hausmann äußerte gegenüber der SZ, dass das Buschhüttener Presbyterium die Bestrebungen zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden „nicht nur als Notwendigkeit, sondern auch als Bereicherung für ihre Gemeinde“ begreife. Gleichwohl gebe es in der Gemeinde Skeptiker, die fürchteten, ihnen ginge durch ein Zusammenwachsen von Strukturen etwas Eigenes verloren. Hausmann: „Hier gilt es zu überzeugen, dass wir durch Veränderung auch ganz viel Bereicherung erfahren können.“ Für wichtig hält es die Buschhüttener Gemeindeleitung, dass im Falle einer Großgemeinde in jedem Bezirk eine eigene Predigtstätte erhalten bleibe, denn „wir haben festgestellt, wie wichtig es ist, dass Menschen einen Ansprechpartner vor Ort haben“.

Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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