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TuS Ferndorf verliert auch in Essen
26 Minuten im Schleudergang

Der TuS Ferndorf kam am Mittwochabend in Essen oft einen Schritt zu spät. Hier konnten Valentino Duvancic (l.) und Branimir 
Koloper (r.) den TuSEM-Angreifer Justin Müller nicht stoppen.
  • Der TuS Ferndorf kam am Mittwochabend in Essen oft einen Schritt zu spät. Hier konnten Valentino Duvancic (l.) und Branimir 
Koloper (r.) den TuSEM-Angreifer Justin Müller nicht stoppen.
  • Foto: Dennis Ewert
  • hochgeladen von Julian Kaiser

Starker Beginn, starker Leistungsverlust. Handball-Zweitligist TuS Ferndorf trat am Mittwochabend beim Spitzenteam TuSEM Essen an und ging erneut leer aus. Deshalb ist die Niederlage verdient:

juka Essen. Es zieht sich weiter wie ein roter Faden durch die bisherigen Auswärtsspiele des TuS Ferndorf: Eklatante Schwä

Starker Beginn, starker Leistungsverlust. Handball-Zweitligist TuS Ferndorf trat am Mittwochabend beim Spitzenteam TuSEM Essen an und ging erneut leer aus. Deshalb ist die Niederlage verdient:

juka Essen. Es zieht sich weiter wie ein roter Faden durch die bisherigen Auswärtsspiele des TuS Ferndorf: Eklatante Schwächephasen rauben dem Handball-Zweitligisten Woche für Woche die Chancen auf einen Punktgewinn. Auch bei Liga-Mitfavoriten TuSEM Essen am Mittwochabend waren die Siegerländer zumindest eine Viertelstunde lang sehr gut dabei, ehe ein extremer Leistungsabfall jegliche Hoffnungen auf eine Überraschung raubte. Am Ende stand „Am Hallo“ ein 23:30 (10:14), der TuS bleibt Tabellenletzter. „Wir haben mit viel Mit und Tempo begonnen und das Spiel offen gehalten. Auch zur Pause hatten wir das Gefühl, dass wir nicht schlechter sind“, reflektierte Trainer Robert Andersson nach dem Spiel. „Um in einem solchen Spiel etwas zu holen, braucht man auch einen Top-Torhüter. Das war bei uns leider heute nicht der Fall“, so der Schwede mit Blick auf die angespannte Situation nach der Verletzung von Lucas Puhl.

TuS Ferndorf fühlt sich wohl als "Underdog"

Starker Beginn des TuS Ferndorf

Dabei war der Start der ganz in weiß gekleideten Ferndorfer eben stark. Jörn Persson, der erneut als Spielmacher begann und wieder zu überzeugen wusste, brachte die Gäste in Führung, auch in der Folge hatten die Gäste die Nase meist knapp vorne. Das einzige, was man dem TuS in der Anfangsphase ankreiden konnte, war die mangelhafte Chancenverwertung, die eine höhere Führung kostete. So konnte sich Ferndorf nie mit mehr als einem Tor absetzen, überzeugte aber besonders in der Defensive. Doch auch die Klasse des TuSEM blitzte immer wieder auf, in doppelter Unterzahl stellte Felix Klingler so beispielsweise nach 13 Minuten per Kemper-Trick auf 5:5. Ferndorf hielt mit viel Kampf und Leidenschaft dagegen, agierte auf Augenhöhe. Bezeichnend: Andreas Bornemann scheiterte erst aus der Distanz an TuSEM-Keeper Sebastian Bliss, setzte aber nach und verwandelte den eigenen Abpraller zur 7:6-Führung (16.).

"Um in einem solchen Spiel etwas zu holen, braucht man auch einen Top-Torhüter. Das war bei uns leider heute nicht der Fall."
Robert Andersson, Trainer des TuS Ferndorf

TuS Ferndorf lässt stark nach

Weiteres Selbstvertrauen zog der TuS aus dieser Szene aber offensichtlich nicht, stattdessen lief in der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs gegen eine immer offensiver agierende Essener Deckung nach vorne nicht mehr viel zusammen. Immer wieder scheiterte Ferndorf am gut aufgelegten Bliss, sodass die Gastgeber nach Fehlwürfen von Julian Schneider und Bornemann erstmals in Führung gingen (8:7/17.). Andersson rotierte durch, brachte Niklas Diebel und Simon Strakeljahn für den Rückraum sowie Valentino Duvancic an den Kreis und Rutger ten Velde auf Linksaußen. Wirklich greifen sollten die Maßnahmen nicht, stattdessen brachte sich der TuS in den Schlussminuten um den Lohn der über weite Strecken guten Vorstellung. Nur drei Treffer gelangen in den zweiten 15 Minuten, Essen zog davon und nahm nach einem Fehlwurf von Mattis Michel kurz vor der Pause eine Vier-Tore-Führung mit in die Kabine.

TuS Ferndorf am Ende chancenlos

Der Trend setzte sich im zweiten Durchgang fort, nach drei Minuten reichte es Andersson, der Schwede nahm sofort eine Auszeit. In der Zwischenzeit war der TuSEM bereits auf sechs Tore davongezogen. Besserung war dennoch weit und breit nicht in Sicht, Essen spielte sich in einen kleinen Rausch, sah sich nach 42 Minuten mit 23:15 in Front. Andersson nahm die nächste Auszeit, hatte zuvor Keeper Kai Rottschäfer nach zehn Minuten Spielzeit und nur einer Parade schon wieder ausgewechselt. Mit dem 8:17-Lauf in den vorangegangenen 26 Minuten hatte sich seine Mannschaft aber schon zu diesem Zeitpunkt aller Chancen auf einen Punktgewinn beraubt. Immerhin steckte Ferndorf trotz der misslichen Lage nicht auf, kam sogar durch Tim Rüdiger nochmals auf vier Tore heran. Spannend wurde es vor den 1473 Zuschauern aber nicht mehr. Die Gründe dafür lagen, wie so oft in der Vergangenheit bei TuS-Auswärtsspielen, in einer unerklärlichen Schwächephase, die sämtliche Hoffnungen auf eine Überraschung im Keim erstickte und den Platz am Tabellenende festigte.

Statistik:
TuSEM Essen - TuS Ferndorf 30:23 (14:10).

TuSEM Essen: Bliss (8 Paraden), Diedrich (5); Klingler (5/2), Maldonado (5), Firnhaber (4), Müller (3), Rozmann (2), Szczesny (2), Bergner (2), Ignatow (2), Becher (2), Homscheid (2/1), Lewandowksi (1), Dangers, Seidel, Glatthard.
TuS Ferndorf: Hottgenroth (6 Paraden/ 1 Tor), Rottschäfer (1); ten Velde (5/2), Siegler (5), Bornemann (4), Strakeljahn (2), Persson (2), Rüdiger (1), Duvancic (1), Michel (1), Voss-Fels (1), L. Schneider, J. Schneider, Koloper, Diebel.
Zuschauer: 1473.
Strafzeiten: 3 - 4.
Siebenmeter: 2/2 - 2/3.
Spielverlauf: 1:2 (5.), 3:4 (11.), 6:7 (16.), 9:7 (19.), 11:10 (26.), 14:10 (30.), 17:11 (33.), 20:13 (38.), 23:15 (42.), 26:21 (50.), 27:22 (55.), 30:23 (60.).

Stimmen zum Spiel:
Robert Andersson (Trainer TuS Ferndorf): „Wir haben gut angefangen, machen nur ein paar Fehler zu viel. Die zehn Minuten nach der Pause waren überhaupt nicht gut, komplett ohne Mut und mit zu vielen Fehlern. So wird es gegen ein Spitzenteam eben schwierig. Da braucht man eine Top-Leistung, die wir heute leider nicht die ganze Zeit abrufen konnten. Das Ergebnis geht daher auch völlig in Ordnung. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir unsere Punkte holen und auch in der Tabelle klettern werden.“

Jamal Naji (Trainer TuSEM Essen): „Ich habe befürchtet, dass es heute zäh werden kann. Die Spielweise des TuS Ferndorf liegt uns nicht so wirklich. Am Anfang haben wir Andreas Bornemann nicht in den Griff bekommen, später mit ein paar Änderungen in der 6:0-Deckung und im 5:1 ist es besser geworden. Wir sind auch mit einem guten Gefühl in die Pause gegangen und spielen dann furiose zwölf Minuten, in denen wir kaum Fehler machen. Dass es zehn Minuten nicht so läuft, nehme ich durch die vielen Wechsel auf mich.“

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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