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Handball-Zweitligist TuS Ferndorf
Darum reicht es wieder nicht zum Sieg

Tim Rüdiger steuerte zum 27:27 des TuS Ferndorf bei den Eulen Ludwigshafen zwei Treffer bei.
  • Tim Rüdiger steuerte zum 27:27 des TuS Ferndorf bei den Eulen Ludwigshafen zwei Treffer bei.
  • Foto: Harry Reis
  • hochgeladen von Julian Kaiser

Es soll momentan einfach nicht sein für den Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf. Auch bei Bundesliga-Absteiger Eulen Ludwigshafen zeigt die Mannschaft von Robert Andersson eine starke Leistung, führt bis in die Schlussphase klar und geht trotzdem nicht als Sieger von der Platte. Deshalb muss man am Ende sogar noch um den einen Punkt zittern:

Es soll momentan einfach nicht sein für den Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf. Auch bei Bundesliga-Absteiger Eulen Ludwigshafen zeigt die Mannschaft von Robert Andersson eine starke Leistung, führt bis in die Schlussphase klar und geht trotzdem nicht als Sieger von der Platte. Deshalb muss man am Ende sogar noch um den einen Punkt zittern:

juka Ludwigshafen. Die Fans des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf dürften sich am Samstagabend gefühlt haben wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Binnen einer Woche zeigten die Siegerländer auch gegen den zweiten Bundesliga-Absteiger eine starke Leistung, führten auch bei den Eulen Ludwigshafen lange deutlich, verpassten in der Schlussphase aber erneut einen Sieg, retteten mit dem 27:27 (11:14) aber immerhin einen Punkt ins Ziel. Insgesamt ist man nun seit sieben Spielen sieglos. Dabei wäre ein Erfolg des stark dezimierten Kaders – fünf Stammspieler fehlten Trainer Robert Andersson – auch mit Blick auf die Tabelle außerordentlich wichtig gewesen, da fast alle Konkurrenten im Abstiegskampf fleißig punkteten.

TuS Ferndorf gibt Führung aus der Hand

Dabei war die Ferndorfer Welt nach 54 Minuten noch mehr als in Ordnung: Kreisläufer Valentino Duvancic hatte gerade zum 26:23 getroffen, schien mit seinem Team auf dem besten Wege zu sein, sich für eine starke Defensivleistung und taktisch mutige Darbietung zu belohnen. Doch ein Doppelschlag von Deutschlands Neu-Nationalspieler Hendrik Wagner ließ die Eulen erstmals in der zweiten Halbzeit auf einen Treffer herankommen. Zwar stellte der starke Simon Strakeljahn den alten Abstand wieder her (57.), nach einer Parade von Keeper Tim Hottgenroth schaltete Jannik Hofmann auf der anderen Seite jedoch am schnellsten, schlug den Ball aus der Luft ins Netz.

Zittern um Punkt

Die Chance nach einem Fehlwurf von Lucas Schneider nutzte dann Ludwigshafen Stefan Salger, der in der Schlussminute mit dem 27:27 für das erste Unentschieden seit der 19. Minute sorgte. Ferndorf kam 30 Sekunden vor Schluss noch einmal an den Ball, brachte aber nur noch einen überhasteten Wurf von Strakeljahn zustande, der sicher in den Armen des Eulen-Keepers landete. Die Hoffnungen auf den lang ersehnten Sieg waren dahin. Im Gegenzug musste man sogar noch kurz um das Unentschieden bangen, der Freiwurf nach der Schlusssirene landete aber im Ferndorfer Block. So konnte Andersson nach dem Spiel mit dem Punktgewinn noch gut leben. „Ich bin sehr, sehr froh, dass wir einen Punkt mitnehmen. Für uns war es gegenüber Nordhorn nochmal eine Steigerung“, so der Trainer nach der Partie.

TuS Ferndorf mit starker Defensive

Die Ferndorfer agierten in der Ebert-Halle defensiv von Beginn an äußerst griffig, ließen die beiden Ludwigshafener Rückraum-Hünen Salger und Wagner kaum ins Spiel kommen und hatten mit Hottgenroth zudem einen gut aufgelegten Torhüter zwischen den Pfosten. Nur zwei Gegentreffer musste der TuS in den ersten zehn Minuten hinnehmen. Die Gäste zogen, angeführt von einem starken Julian Schneider, der zu diesem Zeitpunkt schon drei Treffer auf seinem Konto hatte, so auf 4:2 davon. Da hatte der Ex-Ferndorfer Ceven Klatt an der Seitenlinie der Eulen bereits genug gesehen, nahm seine erste Auszeit.

Strakeljahn stark

Doch auch von kleinen Rückschlägen in der Folge in Form von Fehlern in der Offensive oder der erstmaligen Eulen-Führung (7:6 nach 18 Minuten) ließen sich die Siegerländer nicht beirren, sondern starteten in ihre stärkste Phase. Der früh für den zuvor weitestgehend unauffälligen Spielmacher Jörn Persson gekommene Strakeljahn erzielte binnen vier Minuten vier Treffer, zudem traf Rutger ten Velde von Linksaußen – ein 5:0-Lauf, der plötzlich eine 11:7-Führung (23.) auf die Anzeigetafel brachte. Zwar kam der Bundesliga-Absteiger schnell auf einen Treffer heran, doch der TuS bewahrte seine Führung. Ten Velde von der Siebenmetermarke und Strakeljahn hielten ihr Team in Front, kurz vor der Sirene erhöhte der starke Bornemann-Vertreter Lucas Schneider sogar auf 14:11 für den Außenseiter, der in den ersten 30 Minuten nur sieben Feldtore zuließ.

Im Angriff ohne Torhüter

Auch nach dem Seitenwechsel ließ sich das Spiel für Ferndorf zunächst gut an. Julian Schneider und zweimal Strakeljahn hielten den Drei-Tore-Vorsprung, Tim Rüdiger und Niklas Diebel brachten die ganz in weiß gekleideten Gäste sogar erstmals mit fünf Treffern in Führung. Entscheidend in dieser Phase: Als die Eulen auf eine bei den Ferndorfern zuletzt so unbeliebte offensivere Deckung umstellten, beorderte Andersson auch bei Gleichzahl einen zusätzlichen Angriffsspieler aufs Feld, ließ sein Team mit leerem Tor agieren. Mit Mattis Michel und Valentino Duvancic am Kreis wurde Ludwigshafen so wieder weiter nach hinten gedrückt, Ferndorf zog sein Offensivspiel wieder besser auf.

Wie in einem bitteren Film

Gefährlich nah dran kam Ludwigshafen so zunächst nicht, stattdessen nahm Klatt nach dem 21:16 durch Rüdiger seine zweite Auszeit. Doch auch in der Folge fand Ferndorf immer wieder die richtige Antwort, hielt die Eulen auf Distanz. Bis in die Schlussphase schien auch alles auf einen Auswärtssieg hinzudeuten, ehe sich die TuS-Anhänger in den letzten Minuten wie in einem äußerst bitteren Film gefühlt haben dürften.

Stimmen zum Spiel:
Robert Andersson (Trainer TuS Ferndorf): „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, hier gegen ein gutes, starkes Team ein Unentschieden zu holen. Ein großer Pluspunkt war Tim Hottgenroth mit seinen 17 gehaltenen Bällen. Das brauchen wir. Wir wissen, dass wir weiter kämpfen müssen und die Spiele eben 60 Minuten dauern…“
Ceven Klatt (Trainer Eulen Ludwigshafen): „Wenn das Spiel noch fünf Minuten länger dauert, bleiben vielleicht auch beide Punkte hier. Aufgrund der starken ersten Halbzeit hat sich Ferndorf das Unentschieden aber verdient. Für uns war es nach den beiden Spielausfällen insgesamt eine schwierige Woche.“
Stefan Salger (Spieler Eulen Ludwigshafen): „Der Kopf ist ziemlich leer. Wir werfen am Anfang sehr schnell, hatten viele technische Fehler und haben in der Abwehr zu verhalten gearbeitet. Es soll keine Ausrede sein, aber mit den Spielausfällen sind wir auch ein bisschen aus dem Rhythmus gekommen.“

Statistik:
Eulen Ludwigshafen - TuS Ferndorf 27:27 (11:14).
Eulen Ludwigshafen: Urbic (9 Paraden), Hoblaj (4); Neuhaus (6/3), Wagner (6/1), Salger (5), Klein (3), Hofmann (3), Remmlinger (2), Keskic (1), Falk (1).
TuS Ferndorf: Hottgenroth (17 Paraden); Strakeljahn (8 Tore), J. Schneider (4), L. Schneider (3), ten Velde (3/1), Michel (3/2), Rüdiger (2), Diebel (2), Duvancic (2).
Zuschauer: 1480.
Zeitstrafen: 1 – 2.
Siebenmeter: 4/5 – 3/5.
Spielverlauf: 1:1 (5.), 2:4 (10.), 5:5 (15.), 7:6 (18.), 7:11 (23.), 10:11 (26.), 11:14 (30.), 13:15 (35.), 14:19 (40.), 17:21 (45.), 21:23 (50.), 24:26 (55.), 27:27 (60.).

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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