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Ju-Jutsuka Dominic Klein aus Kredenbach
Mit Disziplin und Fleiß zu EM-Bronze

Bei der U-18-Europameisterschaft erkämpfte sich Dominic Klein (oben) eine Bronzemedaille.
  • Bei der U-18-Europameisterschaft erkämpfte sich Dominic Klein (oben) eine Bronzemedaille.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Silas Münker

krup Kredenbach. Wer Dominic Klein als sportlichen „Blitzstarter“ bezeichnet, würde sich nicht einmal der Übertreibung verdächtig machen. Erst 2019 absolvierte der 16-jährige Ju-Jutsuka von der Judo-Vereinigung Siegerland (JVS) in Paderborn sein erstes offizielles Turnier, gut zwei Jahre später darf er sich bereits Deutscher U-18-Meister und Europameisterschafts-Dritter der Kategorie bis 73 kg nennen!
„Die Bronzemedaille bei der U-18-EM war ohne Zweifel der bisherige Höhepunkt meiner Laufbahn“, sagt der Kredenbacher, der für sein junges Alter schon außergewöhnlich reif, reflektiert und aufgeräumt daher kommt.

krup Kredenbach. Wer Dominic Klein als sportlichen „Blitzstarter“ bezeichnet, würde sich nicht einmal der Übertreibung verdächtig machen. Erst 2019 absolvierte der 16-jährige Ju-Jutsuka von der Judo-Vereinigung Siegerland (JVS) in Paderborn sein erstes offizielles Turnier, gut zwei Jahre später darf er sich bereits Deutscher U-18-Meister und Europameisterschafts-Dritter der Kategorie bis 73 kg nennen!
„Die Bronzemedaille bei der U-18-EM war ohne Zweifel der bisherige Höhepunkt meiner Laufbahn“, sagt der Kredenbacher, der für sein junges Alter schon außergewöhnlich reif, reflektiert und aufgeräumt daher kommt. „Da spielt mein Sport bestimmt eine große Rolle, denn hier kann man Werte und Erfahrungen mitnehmen, die einem auch im späteren Leben, ob im Studium oder bei einer Ausbildung, ebenfalls definitiv helfen werden.“

Worauf Dominic anspielt, sind Eigenschaften wie Ehrgeiz, Disziplin, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen: „Sicherlich kommt es im Sport auch auf Talent an, aber da sehe ich mich ehrlich gesagt gar nicht so weit vorn. Gerade im technischen Bereich bin ich sicher noch nicht ausgereift, auch im Bewegungsapparat ist noch Luft nach oben. Meine Stärke sehe ich eher im Bereich Disziplin“, ordnet der Schüler des Stift Keppel in Allenbach (Einführungsphase/10. Klasse) sich selbst mit erstaunlicher Klarheit ein.

Sein Wochenplan legt ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Wahrnehmung ab: „Montags, mittwochs und freitags mache ich Kraft- und Ausdauertraining, dienstags und donnerstags Mattentraining. Durch meine Zugehörigkeit zum Bundeskader darf ich auch in Pademiezeiten weiter trainieren und versuche, wirklich jedes Training mitzunehmen und mich stetig zu verbessern – da muss ich schauen, dass ich nicht überdrehe, denn ich befinde mich da manchmal schon an der Grenze“, bekennt Dominic Klein, dessen Vater Thomas früher selbst Ju-Jutsu-Athlet war. „Da hat er mir bestimmt eine gewisse familiäre Vorprägung mitgegeben“, schmunzelt Dominic, der seinen Eltern „sehr dankbar für die Unterstützung“ ist: „Manchmal reise ich mit dem Zug nach Siegen, aber mein Vater fährt mich auch oft zum Training, holt mich ab und steht mir mit Rat und Tat zur Seite.“ Das macht auch Mama Petra, die zudem „extra für mich kocht, wenn ich kurz vor einem Wettkampf Gewicht machen muss“, wie Dominic erläutert.
Als würde ihn das eigene Training noch nicht genug fordern, unterstützt er auch noch Sabrina Kuhl beim Training mit der Kindergruppe. „Der Sport macht mir einfach riesigen Spaß, und wenn wir mit mehreren Trainern vor Ort sind, können wir die Kinder gezielt in Gruppen aufteilen“, macht der Deutsche U-18-Meister der Klasse bis 73 kg deutlich, dass er das zusätzliche Training nicht als Belastung, sondern vielmehr als reine Freude empfindet.

Generell fühlt sich der Kredenbacher, der sich seit acht Jahren mit Ju-Jutsu beschäftigt, bei der Judo-Vereinigung Siegerland pudelwohl: „Das ist ein super Verein mit tollen Menschen. Ohne die hochkarätigen Trainingspartner wäre ich niemals so weit gekommen, wie ich es bis hierher schon geschafft habe. Unsere Weltmeisterin Lilian Weiken ist großartig, und Andi Kuhl ist einfach eine Maschine. Beide sind in der Ju-Jutsu-Szene hoch anerkannt, sind aber nicht nur sportlich, sondern vor allem auch menschlich absolute Vorbilder“, schwärmt Dominic Klein, dessen jüngerer Bruder Noah zu seinen Schützlingen in der Nachwuchsgruppe zählt. „Mein älterer Bruder Manuel hat früher auch Ju-Jutsu gemacht, und unsere Schwester Lena ist im Reitverein – der Sport spielt in unserer Familie also eine bedeutsame Rolle“, lächelt der Junioren-EM-Dritte, der insbesondere einen Kampf dieses Turniers noch nicht vergessen hat: „Bis auf den verlorenen Kampf gegen den Polen Filip Czupil war das ein echt gutes Turnier für mich. Er hat sehr stark auf Konter gesetzt, das hätte ich besser erkennen müssen. Außerdem hatte er extrem viel Gewicht gemacht und verfügte über eine Menge Kraft, so dass er mir im Bodenkampf deutlich überlegen war. Gerade in diesem Bereich habe ich zuletzt viel trainiert, denn das soll mir nicht noch einmal passieren – falls ich wieder auf ihn treffe, bin ich gut vorbereitet...“, verspricht der Nordsiegerländer, der bislang – natürlich auch bedingt durch die Corona-Pandemie – erst ganze fünf (!) Turniere bestreiten konnte.

Die Gelegenheit zur Revanche könnte sich bereits vom 1. bis 4. April ergeben, wenn die nächsten Junioren-Europameisterschaften auf Kreta steigen. Dominic Klein darf auch hier nochmal in der U 18 starten, da er erst im August sein 17. Lebensjahr vollendet. „Das ist jetzt mein Nahziel, auf das ich hinarbeite. Und wenn Ju-Jutsu mal olympisch werden sollte, wäre eine Teilnahme an Olympischen Spielen ein absoluter Traum – aber dafür habe ich noch eine Menge Zeit...“ Ganz geerdet, gesetzt, strukturiert. Typisch Dominic, ist man geneigt zu sagen!

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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