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2. Handball-Bundesliga
TuS Ferndorf „kann“ Rimpar nicht

Auch diesen Wurf von Patrick Schmidt (ganz links) parierte Ferndorfs Torhüter Tim Hottgenroth. Zu spät kam hier der Abwehrversuch seiner Vorderleute Andreas Bornemann (links) und Branimir Koloper. Fotos (2): Reinhold Becher
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  • Auch diesen Wurf von Patrick Schmidt (ganz links) parierte Ferndorfs Torhüter Tim Hottgenroth. Zu spät kam hier der Abwehrversuch seiner Vorderleute Andreas Bornemann (links) und Branimir Koloper. Fotos (2): Reinhold Becher
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geo Kreuztal. Tim Hottgenroth machte ein starkes Spiel. Der Torhüter des TuS Ferndorf wehrte 13 Bälle ab – auch in der 2. Handball-Bundesliga ist das ein toller Wert. Immer wieder schob er nach seinen Paraden die Unterarme parallel nach vorne – eine emotionale Geste, die Zuschauer und Mitspieler gleichermaßen anstecken soll. Das Dumme war am Samstagabend nur, dass davon nach dem Spiel keiner mehr redete. Denn zum einen hatte der TuS Ferndorf zum dritten Male in Folge ein Spiel gegen die Rimpar Wölfe verloren. Und – schlimmer noch – beim 18:21 (10:10) auch zum dritten Mal hintereinander weniger als 20 Tore geworfen. Einige in der Halle sprachen von einer „unterirdischen“ Angriffsleistung. In der Tat: Wenn man vor eigenem Publikum in der 2.

geo Kreuztal. Tim Hottgenroth machte ein starkes Spiel. Der Torhüter des TuS Ferndorf wehrte 13 Bälle ab – auch in der 2. Handball-Bundesliga ist das ein toller Wert. Immer wieder schob er nach seinen Paraden die Unterarme parallel nach vorne – eine emotionale Geste, die Zuschauer und Mitspieler gleichermaßen anstecken soll. Das Dumme war am Samstagabend nur, dass davon nach dem Spiel keiner mehr redete. Denn zum einen hatte der TuS Ferndorf zum dritten Male in Folge ein Spiel gegen die Rimpar Wölfe verloren. Und – schlimmer noch – beim 18:21 (10:10) auch zum dritten Mal hintereinander weniger als 20 Tore geworfen. Einige in der Halle sprachen von einer „unterirdischen“ Angriffsleistung. In der Tat: Wenn man vor eigenem Publikum in der 2. Halbzeit eine Viertelstunde lang nur zwei magere Törchen erzielt, hat man es am Ende irgendwie auch nicht verdient, als Sieger vom Parkett zu gehen.

Brustmann wehrte 21 TuS-Würfe ab

Freilich wusste man, dass die Mannschaft des ehemaligen Ferndorfer Kreisläufers Ceven Klatt extrem abwehrstark ist. Freilich wusste man, dass zwischen den Pfosten mit Max Brustmann der vielleicht beste Keeper der 2. Liga steht, der ohne wenn und aber auch in der 1. Liga seine Paraden zeigen würde. Am Samstag waren es deren 21! 21 Würfe der Ferndorfer parierte er – unglaublich. Auch wenn seine Vorderleute einen tollen Job machten und somit den einen oder anderen überhasteten Wurf provozierten, der dann zu leichter Beute des Torwart-Hünen wurden, brachte er mit seiner schieren Präsenz die angreifenden Ferndorfer zur Verzweiflung.

Torhüter Hottgenroth mit Zweitliga-Treffer

Das ging in der 2. Halbzeit so weit, dass selbst „bombensichere“ TuS-Schützen wie Branimir Koloper, Julian Schneider (Linksaußen) oder Tim Rüdiger (Rechtsaußen) mit ihren Versuchen serienweise scheiterten – Kopfkino eben. Kopfkino mit dem Filmtitel „Ich bin Max Brustmann – und wer bist du?“ Allerdings muss man der TuS-Mannschaft auch ankreiden, hier nicht mit dem nötigen Selbstvertrauen und einer Portion Verve das Heil in optimistischerem Tun gesucht zu haben. Zumal man sehr ordentlich anfing und das Publikum schon früh in Wallung brachte. 5:2 stand es nach 13 Minuten, u. a. weil sogar der eingangs erwähnte Hottgenroth in einer Unterzahl-Situation der Gäste einen Ball gehalten und ihn gleich einmal per Bogenlampe ins leere gegnerische Tor geworfen hatte – Zeit für die vorgereckten Unterarme!

Nur Andreas Bornemann beeindruckte

Doch schon die (nur noch) letzten vier Treffer des TuS in der zweiten Hälfte der 1. Halbzeit waren eigentlich halbe Glückstreffer: Jonas Faulenbach im Nachwurf, Thomas Rink, dem ein Abpraller nicht vor die Füße, aber in die Hände plumpste und auch Julius Andersson mit Präzision und Nervenstärke beim Ausführen von Siebenmetern. Aber der kleine Schwede stieß eben mit seinem Tempo-Spiel an der flinken und vielbeinigen Abwehr auch an Grenzen. Und weil es für ihn aufgrund einer fehlenden Alternative – Marijan Basic kuriert aktuell noch seinen Außenbandriss aus – keinen adäquaten Ersatz gab, blieb das Angriffsspiel der Heimmannschaft streckenweise zu berechenbar. Exzellent stellte sich das Rimparer Bollwerk auf die TuS-Spielzüge ein. Lediglich der sechsfache Torschütze Andreas Bornemann wagte und gewann mit seinen beeindruckenden Würfen.

Andere verzagten, von Patrick Weber gab es kaum ein Lebenszeichen, einen Torerfolg schon gar nicht. Auch die Außen gingen komplett leer aus. Nicht dabei war übrigens Jan Wicklein. Der Rechtsaußen war, ähnlich wie Basic, im Training letzte Woche umgeknickt. Nach eigener Auskunft soll es sich zwar nur um eine Bänderdehnung handeln, doch eine MRT-Untersuchung steht noch aus. So ging die Partie in den ersten Minuten der 2. Halbzeit für Ferndorf den Bach runter, als die „Wölfe“ drei schnelle Tore hintereinander erzielten, der TuS sich aber die Finger an Brustmann wund warf. Näher als zwei Tore minus kam das Team in der Folge nicht mehr heran. Nicht einmal ein vom eingewechselten Marin Durica gehaltener Siebenmeter nebst weiterer Parade vermochte die entstandenen Blockaden zu lösen.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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