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2. Handball-Bundesliga
TuS Ferndorf kassiert Nackenschlag

Schmerzhaft wurde es für den TuS Ferndorf, hier mit Spielmacher Jörn Persson, besonders in der Schlussphase.
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Bittere Pille für den Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf: Gegen den Liga-Mitfavoriten HSG Nordhorn-Lingen führen die Siegerländer lange deutlich, geben das Spiel am Ende aber aus verschiedenen Gründen noch aus der Hand. Zudem drohen neue Verletzungssorgen um einen der Leistungsträger.

juka Kreuztal. Wer das Spiel des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf gegen den Liga-Mitfavoriten HSG Nordhorn-Lingen am Samstag

Bittere Pille für den Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf: Gegen den Liga-Mitfavoriten HSG Nordhorn-Lingen führen die Siegerländer lange deutlich, geben das Spiel am Ende aber aus verschiedenen Gründen noch aus der Hand. Zudem drohen neue Verletzungssorgen um einen der Leistungsträger.

juka Kreuztal. Wer das Spiel des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf gegen den Liga-Mitfavoriten HSG Nordhorn-Lingen am Samstag nur über 45 Minuten hinweg verfolgt hatte, dürfte kaum begreifen, wie der Sieger am Ende nicht „TuS Ferndorf“ heißen konnte. Über weite Strecken waren die Siegerländer die bessere Mannschaft, setzten sich verdientermaßen häufig auch deutlich in Front und führten nach eben jenen 45 Minuten sogar mit 20:14. Dennoch zeigte die Anzeigetafel nach Spielschluss um 20:40 Uhr ein 22:23 und damit die neunte Niederlage im elften Saisonspiel für die Siegerländer an. „Das tut sehr weh, auch für die Jungs, die kämpferisch wieder wieder ein sehr gutes Spiel gemacht haben. Aber leider stehen wir wieder ohne Punkte da“, erklärte Trainer Robert Andersson nach der Partie.

TuS Ferndorf macht zu viele Fehler

Doch wie konnte dem TuS das Spiel in der Schlussphase noch so entgleiten? Da wären zum einen die unerklärlichen Fehler in der Offensive. Nur zwei Treffer in den letzten 15 Minuten sprechen für sich. Stürmerfouls, leichte Ballverluste, hektische Abschlüsse und Probleme mit der in der Schlussphase offensiven Abwehr der HSG zerstörten das über eine Dreiviertelstunde so gute Bild des Angriffs. Auf der anderen Seite spielte sich Robert Weber immer mehr in den Fokus, der österreichische Nationalspieler führte seine Mannschaft Tor und Tor näher an den TuS heran, markierte nach 54 Minuten auch den Ausgleich für die Gäste. Es war der Erste seit dem 7:7 nach 18 Zeigerumdrehungen. Aber auch das in vielen Situationen äußerst unglücklich agierende Schiedsrichtergespann, das sogar den ansonsten so ruhigen Andersson ordentlich auf Betriebstemperatur brachte, hatte seinen Anteil daran, dass das Spiel in der Schlussphase kippte. „Da waren heute ein paar Entscheidungen bei, die man auch anders hätte pfeifen können“, formulierte es der Schwede diplomatisch.

So aber brachte Lasse Seidel Nordhorn mit 21:22 in Führung, nach einem verworfenen Siebenmeter von Rutger ten Velde sorgte Weber kurz vor Schluss für die erstmalige zwei-Tore-Führung für die Gäste. Mattis Michel gelang nur noch der Anschlusstreffer, in Ballbesitz kam Ferndorf nicht mehr.

TuS Ferndorf mit guter Defensivleistung

Dabei war es zuvor eine vom Start weg konzentrierte Vorstellung der Ferndorfer, die sich die Worte ihres Trainer offenbar zu Herzen genommen hatte. Der Schwede hatte eine stärkere und geschlossenere Abwehrleistung gefordert - und die lieferte seine Mannschaft eindrucksvoll. Nur sieben Tore aus dem Spiel heraus, hinzu kamen drei Siebenmeter, ließ der TuS vor 814 Zuschauern in der Stählerwiese im ersten Abschnitt zu. Offensiv knüpfte man an die gute Leistung aus dem Spiel in Aue an und sah sich so mit dem Aufstiegsmitfavoriten mindestens auf Augenhöhe. Dabei gab es nach zwei Minuten sofort die erste Schrecksekunde, Rückraumschütze Andreas Bornemann musste nach einem Zweikampf am Knie behandelt werden, konnte nicht mehr ins Spiel eingreifen. Aus TuS-Sicht kaum auszudenken, sollte nun sich auch noch der Torjäger in die bereits prall gefüllte Verletztenliste des TuS eintragen. Frühzeitig Feierabend war auch für Abwehrchef Branimir Koloper, der nach 23 Minuten in Folge eines Fouls an Alexander Terwolbeck mit der Roten Karte des Feldes verwiesen wurde. Eine überharte Entscheidung.

Weiter Verletzungssorgen

Aber auch von den Hiobsbotschaften ließ sich der TuS nicht aus dem Konzept bringen, präsentierte sich konzentriert und aufmerksam. Valentino Duvancic, der diesmal am Kreis den Vorzug vor Mattis Michel bekam, reagierte so beispielsweise nach zwölf Minuten am schnellsten, schnappte sich nach einem Fehlwurf von Julian Schneider den Abpraller und erzielte das 5:5. Waren es in der Vergangenheit noch häufig längere Schwächephasen, die die Siegerländer ins Hintertreffen brachten, sorgten am Samstag zehn furiose Minuten für eine überraschend klare Führung. Mit einem 7:1-Lauf ging es zwischen der 17. und 27. Minute von 6:7 auf 13:8. Während man sich hinten auf einen gut aufgelegten Keeper Tim-Dominik Hottgenroth verlassen konnte, der allein in dieser Phase vier Paraden verzeichnete, trieben vorne der agile Spielmacher Jörn Persson und auf der linken Rückraumposition zuerst Julian Schneider, dann Lukas Siegler das Spiel immer wieder an. Die vier-Tore-Führung zur Pause ging so auch vollkommen in Ordnung.

Klare Führung reicht TuS Ferndorf nicht

Zudem blieb auch der fast schon obligatorisch gewordenen Leistungsabfall zum Beginn des zweiten Durchgangs aus, stattdessen sorgte ein Doppelschlag von Bornemann-Vertreter Lucas Schneider und dazwischen zwei Paraden von Hottgenroth sogar für eine 17:12-Führung nach 40 Minuten. Als Michel kurz darauf zum 19:13 ins leere Gäste-Gehäuse traf, kam auch das zuletzt eher vermisste „Hexenkessel-Flair“ nochmal auf, erhob sich fast die gesamte Halle. Zu feiern gab es nach 60 Minuten allerdings erneut nichts.

Die Stimmen zum Spiel:

Robert Andersson (Trainer TuS Ferndorf): „Wir hatten heute eine hervorragende Abwehr, gegen diese Mannschaft nur 23 Gegentore zu kassieren, ist richtig gut. Die Verletzung von Bornemann tut uns natürlich weh, ich weiß aber noch nicht genau, wie die Situation ist. Nach der Roten Karte von Koloper haben uns gleich zwei erfahrene Spieler im Block gefehlt. Trotzdem verlieren wir das Spiel heute nicht in der Abwehr sondern mit den liegen gelassenen Chancen und im Angriff.“

Jörn Persson (Spieler TuS Ferndorf): „Das ist verdammt schwierig gerade. Wir machen das 45 Minuten überragend gegen eine Mannschaft, die gerade richtig gut drauf ist, zwingen sie aus ihrer 6:0-Abwehr und führen mit sechs Toren. Danach machen wir einfach zu viele Fehler, lassen viele Würfe liegen. Es tut verdammt weh, hier wieder ohne Punkte zu stehen.“

Daniel Kubes (Trainer HSG Nordhorn-Lingen): „Der ausschlaggebende Grund für den Sieg war wahrscheinlich tatsächlich, dass wir die Abwehr umgestellt haben. Es war eigentlich schon fast aussichtslos, aber die Jungs haben nochmal eine Kraft in sich gefunden, um noch einen Weg zu finden, das Spiel hier zu drehen.“

Die Statistik:

TuS Ferndorf - HSG Nordhorn-Lingen 22:23 (14:10).
TuS Ferndorf: Hottgenroth (10 Paraden); ten Velde (4/1), Michel (4), Persson (3), Duvancic (3), Siegler (3), Rüdiger (2), L. Schneider (2), J. Schneider (1).
HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (7 Paraden), Maier (3); Weber (8/5), Pöhle (5), Seidel (3), Possehl (2), Torbrügge (2), Terwolbeck (1), Kalafut (1), Stegefeld (1/1).
Zuschauer: 814.
Zeitstrafen: 4 - 3.
Rote Karte: Koloper (23.).
Siebenmeter: 3/4 - 6/8.
Spielverlauf: 2:2 (5.), 4:4 (10.), 6:6 (15.), 9:7 (21.), 12:8 (26.), 14:10 (30.), 15:12 (35.), 17:12 (40.), 20:15 (45.), 20:18 (52.), 21:21 (55.), 22:23 (60.).

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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