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2. Handball-Bundesliga
TuS Ferndorf krasser Außenseiter

So frei wie im Vorbereitungsspiel des TuS Ferndorf am 31. Juli in der Kreuztaler Stählerwiese dürfte Marijan Basic morgen Abend in der Gummersbacher Schwalbe-Arena wohl nicht zum Wurf kommen. Hier aber leisteten Alexander Hermann (links) und der kroatische Kreisläufer Tin Kontrec (rechts) höflichen Geleitschutz. Foto: hebu
  • So frei wie im Vorbereitungsspiel des TuS Ferndorf am 31. Juli in der Kreuztaler Stählerwiese dürfte Marijan Basic morgen Abend in der Gummersbacher Schwalbe-Arena wohl nicht zum Wurf kommen. Hier aber leisteten Alexander Hermann (links) und der kroatische Kreisläufer Tin Kontrec (rechts) höflichen Geleitschutz. Foto: hebu
  • Foto: Heiko Burbach
  • hochgeladen von Jost-Rainer Georg (Redakteur)

geo Gummersbach. Testspiele gegeneinander gab es schon viele. Jedoch in einem Meisterschaftsspiel standen sich der Deutsche Ex-Rekordmeister VfL Gummersbach und der TuS Ferndorf noch nie gegenüber. Wie auch? Die Bergischen spielten über ein halbes Jahrhundert erstklassig, waren so gesehen der Hamburger SV des Handballs, ehe eine sich seit vielen Jahren abzeichnende finanzielle Misere am Ende der letzten Saison im sportlichen Abstieg des Bundesliga-„Dinos“ mündete.
Das klassische Handball-Derby!Umgekehrt spielte Ferndorf nach Einführung der Hallenhandball-Bundesliga nie in der obersten Spielklasse, aber nun immerhin schon - mit Unterbrechungen - im fünften Jahr im Bundesliga-Unterhaus.

geo Gummersbach. Testspiele gegeneinander gab es schon viele. Jedoch in einem Meisterschaftsspiel standen sich der Deutsche Ex-Rekordmeister VfL Gummersbach und der TuS Ferndorf noch nie gegenüber. Wie auch? Die Bergischen spielten über ein halbes Jahrhundert erstklassig, waren so gesehen der Hamburger SV des Handballs, ehe eine sich seit vielen Jahren abzeichnende finanzielle Misere am Ende der letzten Saison im sportlichen Abstieg des Bundesliga-„Dinos“ mündete.

Das klassische Handball-Derby!

Umgekehrt spielte Ferndorf nach Einführung der Hallenhandball-Bundesliga nie in der obersten Spielklasse, aber nun immerhin schon - mit Unterbrechungen - im fünften Jahr im Bundesliga-Unterhaus. So gesehen ist das Duell, das am Donnerstag um 19 Uhr in der über 4000 Zuschauer fassenden Schwalbe-Arena vor den Toren Gummersbachs stattfindet, einerseits eine Premiere. Andererseits ist es aufgrund der räumlichen Nähe - nur rund 60 Kilometer trennt die beiden NRW-Spielorte im bergischen Land und im nördlichen Siegerland - das klassischste aller möglichen Handball-Derbys!

Ferndorf anfangs vor Gummersbach

Und zu Beginn der ersten Zweitliga-Spielzeit der Gummersbacher hätte man dem TuS Ferndorf durchaus gute Chancen auf einen Überraschungscoup in genau der Arena eingeräumt, in der Ferndorf im DHB-Pokal-Achtelfinale gegen die Rhein-Neckar-Löwen vor fast genau zwei Jahren 3500 Zuschauer anlockte und in einer begeisternden Partie nur mit 24:28 gegen den amtierenden Deutschen Meister unterlag. Denn während das Team des zweitliga-erfahrenenen, ehemaligen Lübecker Trainers Torge Grewe mit 3:5 Punkten sehr durchwachsen in die neue Umgebung startete, rangierte der TuS Ferndorf nach dem 4. Spieltag noch einen Zähler vor dem scheinbar übermächtigen Nachbarn.

VfL mit 10:2-Lauf

Doch seitdem haben sich die Vorzeichen drastisch verändert, ist der VfL Gummersbach mit 10:2 Punkten in Folge in Richtung Tabellenspitze enteilt. Dagegen stehen für die Mannschaft von TuS-Cheftrainer Michael Lerscht in den letzten sechs Partien sehr mäßige 4:8 Zähler zu Buche, weshalb sich der Vorjahres-Aufsteiger momentan auf einen Kampf gegen den Abstieg einstellen muss und deshalb die kurze Reise in die Schwalbe-Arena morgen als krasser Außenseiter antritt.

Trommler wollen Zweitliga-Rekord

Dass dieses Spiel an einem Donnerstagabend ausgetragen wird, hat übrigens einen kuriosen Hintergrund, denn noch zu Bundesliga-Zeiten blockten die VfL-Verantwortlichen die Arena für das gesamte Kalenderjahr 2019 für Donnerstag-Spiele, da dieser Spieltag in der 1. Liga Regelspieltag ist. Nun aber war nur der TuS Ferndorf bereit, dem Ruf der Gummersbacher zu diesem ungewöhnlichen Spieltermin Folge zu leisten. Trotzdem rechnet man im Ferndorf-Lager damit, dass rund 200 Fans sich auf den Weg ins Bergische Land machen, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Besonderes hat diesbezüglich der Fanclub „Ferndorfer Füchse“ vor. Mit 14 oder sogar noch mehr Trommlern möchten die „Füchse“ einen „Auswärtstrommler-Rekord“ für Spiele der 2. Bundesliga insgesamt aufstellen. Immerhin unterstützen auf diese Weise schon im Gastspiel bei TuSEM Essen elf Trommler die TuS-Mannschaft. Alleine, das Equipment nach Gummersbach zu schaffen, wird für die TuS-Fans zu einer logistischen Herausforderung.

Barwitzki-Comeback in der "Zweiten"

Doch wie sieht es sportlich nach zuletzt drei Niederlagen in Folge aus? Der Kader ist de facto wieder komplett, zumal auch Linksaußen Moritz Barwitzki nach langer Muskelverletzung am Sonntag zumindest im Oberliga-Team der 2. Mannschaft mit drei Toren einen erfolgreichen Saison-Einstieg feierte. Beim 28:30 gegen den TV Hüttenberg kehrten bekanntlich auch Torhüter Lucas Puhl sowie die Abwehrrecken Branimir Koloper und Thomas Rink wieder ins Team zurück. Außerdem standen Andreas Bornemann (gesperrt) und Jonas Faulenbach (krank) wieder zur Verfügung.

Bozovic verdrängte Baumgärtner

Unerklärlicher Weise aber stimmte es in der Defensive überhaupt nicht, ließ sich der Abwehrblock ein ums andere mal düpieren, so dass Kellerkind Hüttenberg am Ende mit 30 Treffern dem TuS die zweitmeisten Gegentore in dieser Spielzeit ins Nest legte. Michael Lerscht sah auch in den vielen Verletzungspause zuletzt ein Abstimmungsproblem: „Wir haben aber gegen Hüttenberg vor allem die Zweikämpfe gegen Sklenak nicht gewonnen und dadurch Probleme bekommen.“ Daran habe man im Training bereits gearbeitet, zumal Gummersbach mit viel physischer Präsenz anstürmen werde. Hier seien nur die beiden Österreicher Janko Bozovic und Alexander Hermann genannt, wobei der frühere Emsdettener mit montenegrinischen Wurzeln im rechten Rückraum sogar den früheren TuS-Leihspieler Florian Baumgärtner aus der aktuellen Stammformation gedrängt hat.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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