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Nur 15 Feldtore in Hüttenberg
TuS Ferndorf liefert offensiven Offenbarungseid

Mattis Michel blieb bei der Niederlage des TuS Ferndorf in Hüttenberg ohne Treffer. Insgesamt lieferte der Handball-Zweitligist eine erschreckende Vorstellung ab.
  • Mattis Michel blieb bei der Niederlage des TuS Ferndorf in Hüttenberg ohne Treffer. Insgesamt lieferte der Handball-Zweitligist eine erschreckende Vorstellung ab.
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juka Hüttenberg. Mit konsternierten Gesichtern bedankten sich die Spieler des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf noch kurz bei den mitgereisten Zuschauern, bevor die weiß gekleideten Siegerländer auf schnellstem Weg den Gang in die Kabine antraten. Tief saß der Frust bei den Akteuren nach der deftigen 20:31 (9:12)-Klatsche im Derby beim TV Hüttenberg am Samstagabend, bei der sich die Ferndorfer phasenweise wie ein echter Abstiegskandidat präsentierten und nur in ganz wenigen Augenblicken der ersten Halbzeit für einen Punktgewinn in Frage kamen. „Man kann in Hüttenberg verlieren, aber nicht so“, hielt auch Trainer Robert Andersson nach dem Spiel fest. „Wir hatten gleich vier schwache Phasen im Spiel. Das man eine oder zwei dabei hat, kann passieren.

juka Hüttenberg. Mit konsternierten Gesichtern bedankten sich die Spieler des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf noch kurz bei den mitgereisten Zuschauern, bevor die weiß gekleideten Siegerländer auf schnellstem Weg den Gang in die Kabine antraten. Tief saß der Frust bei den Akteuren nach der deftigen 20:31 (9:12)-Klatsche im Derby beim TV Hüttenberg am Samstagabend, bei der sich die Ferndorfer phasenweise wie ein echter Abstiegskandidat präsentierten und nur in ganz wenigen Augenblicken der ersten Halbzeit für einen Punktgewinn in Frage kamen. „Man kann in Hüttenberg verlieren, aber nicht so“, hielt auch Trainer Robert Andersson nach dem Spiel fest. „Wir hatten gleich vier schwache Phasen im Spiel. Das man eine oder zwei dabei hat, kann passieren. Aber vier sind zu viel, das hat mich geärgert“, bilanzierte der Schwede.

Dabei startete das Spiel bereits mit einer ersten kleinen Schwächephase. Erst mit dem sechsten Angriff nach fünfeinhalb Minuten, zuvor profitierte Hüttenberg von drei Fehlwürfen und zwei technischen Fehlern des TuS, brachte Rutger ten Velde seine Mannschaft mit einem eleganten Heber von Linksaußen auf die Anzeigetafel. Da hatten die Gastgeber aber schon viermal getroffen. Ohne Spielmacher Jonas Faulenbach (Netzhautverletzung) und kurzfristig auch ohne Rechtsaußen Josip Eres (Adduktorenprobleme) fehlte dem TuS deutlich sichtbar die Kreativität gegen die offensive Hüttenberger 5:1-Deckung, zumal auch Andreas Bornemann, zum Auftakt gegen Hagen mit elf Toren noch der überragende Mann, überhaupt nicht in die Partie fand. Die drei Versuche des Linkshänders im ersten Durchgang fanden jeweils nicht den Weg ins Tor, insgesamt erzielte Ferndorf in den ersten 30 Minuten nur fünf Treffer aus dem Spiel heraus. Bornemann sollte über die gesamte Partie ohne Treffer bleiben.

Was in Hüttenberg besser laufen muss

Dafür präsentierten sich die Siegerländer zu Beginn in der Defensive deutlich griffiger als noch in der Vorwoche, fanden auch Mittel gegen die Rückraumspieler des TVH. Mit einem 4:0-Lauf, dreimal traf ten Velde, einmal war Lukas Siegler aus dem Rückraum zur Stelle, zwischen der neunten und 21. Minute zog Ferndorf erstmals gleich (6:6), und hatte anschließend mit einem Tempogegenstoß sogar die Chance in Führung zu gehen. Der Ball von Keeper Lucas Puhl war aber etwas zu steil für den flinken Niederländer ten Velde, dem kein druckvoller Abschluss mehr gelang.

Es sollte allerdings bereits das Ende der stärksten Ferndorfer Phase im gesamten Spiel gewesen sein. Hüttenberg konterte mit vier Toren in Folge und zog wieder davon. Dass es letztlich „nur“ mit einem drei-Tore-Rückstand in die Kabine ging, hatte Ferndorf seinem stärksten Werfer ten Velde, der vor dem Seitenwechsel noch zweimal seine Qualitäten von der Siebenmetermarke unter Beweis stellte, und Puhl, der mit der Sirene einen abgefälschten Wurf noch in spektakulärer Manier von der Linie kratzte, zu verdanken.

Man kann in Hüttenberg verlieren. Aber nicht so.
Robert Andersson, Trainer des TuS Ferndorf

Die erhoffte Initialzündung zur Aufholjagd war dies allerdings trotzdem nicht. Fehlwürfe von Bornemann und Kreisläufer Valentino Duvancic, ein verunglücktes Anspiel auf Linksaußen Julian Schneider und drei Treffer des TV Hüttenberg brachten Robert Andersson bereits nach dreieinhalb Minuten im zweiten Durchgang dazu, eine Auszeit zu nehmen. Zwar verkürzte der TuS den Abstand daraufhin von sechs auf vier Treffer, mehr aber auch nicht. Der TV Hüttenberg, der wie beim Sieg in der Stählerwiese zum Ende der vergangenen Saison auf einige Eigengewächse setzte, fand immer wieder gute Lösungen, kam zu einfachen Torerfolgen. Ferndorf biss sich hingegen die Zähne an der 5:1-Deckung der Hessen aus, war im zweiten Durchgang wenn dann von der Siebenmetermarke oder über Linksaußen Julian Schneider erfolgreich.

Die Hoffnung des TuS-Fanblocks, der nach der Ferndorfer Umstellung auf sieben Feldspieler (auch bei Gleichzahl) und der Roten Karte gegen Moritz Zörb nach einem Foul an Niklas Diebel nochmal an etwas Zählbares geglaubt hatte, war jedoch schnell zunichte gemacht. Nachdem Julian Schneider auf vier Treffer verkürzt hatte (15:19), zündete Hüttenberg nochmal den Turbo und ging auf 23:16 weg. Das war praktisch das Ende der Ferndorfer Mini-Hoffnung auf einen Punkt. Denn besonders offensiv entwickelte sich die Partie immer mehr zu einem Offenbarungseid der Siegerländer. Bezeichnend: Duvancic trat quasi völlig frei vor dem Tor vor dem Abschluss noch in den Kreis, Branimir Koloper versuchte es mit einem halbherzigen Lupfer, der zu einer sicheren Beute für TVH-Keeper Dominik Plaue wurde. Hinzu kamen einige recht plumpe Stürmerfouls und Ballverluste, die sofort bestraft wurden. Drei schnell aufeinanderfolgende Treffer von Youngster Philipp Schwarz sorgten dann für die erste Zehn-Tore-Führung der spielfreudigen Hessen gegen einen TuS Ferndorf, der sich zu diesem Zeitpunkt scheinbar schon aufgegeben hatte und sich kaum noch gegen die anbahnende Klatsche stemmte.

Statistik:

TV Hüttenberg - TuS Ferndorf 31:20 (12:9).
TV Hüttenberg: Plaue (8 Paraden), Böhne; Schreiber (8), Schwarz (4), Mappes (4), Theiß (4), Kirschner (3), Weber (3/3), Reichl (2), Zörb (2), Rompf (1).
TuS Ferndorf: Puhl (9 Paraden), Hottgenroth; ten Velde (7/5), J. Schneider (4), Diebel (3), Strakeljahn (2), Siegler (2), Duvancic (1), Rüdiger (1), L. Schneider, Persson, M. Michel, Persson, Bornemann, Koloper.
Siebenmeter: 3/4 - 5/6.
Zeitstrafen: 3 - 2.
Spielverlauf: 4:0 (5.), 6:3 (10.), 7:6 (21.), 9:7 (25.), 16:10 (35.), 18:13 (42.), 25:16 (50.), 28:17 (55.).

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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