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2. Handball-Bundesliga
TuS Ferndorf siegt in letzter Sekunde

Da kommt Freude auf! Kollektiver Jubel herrschte bei den Ferndorfer Spielern nach dem in allerletzter Sekunde sicher gestellten 23:22-Sieg beim TV Emsdetten.
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  • Da kommt Freude auf! Kollektiver Jubel herrschte bei den Ferndorfer Spielern nach dem in allerletzter Sekunde sicher gestellten 23:22-Sieg beim TV Emsdetten.
  • Foto: Bernd Oberheim
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geo Emsdetten. Man könnte es sich leicht machen und die Schilderung des 23:22 (12:12)-Sieges des TuS Ferndorf beim TV Emsdetten auf die beiden Schlüsselszenen, nämlich die jeweils letzten Minuten der beiden Halbzeiten in der Ems-Halle, reduzieren. Klar müsste man dann „ausblenden“, dass die 1289 teils sehr fies-aggressiv gestimmten Zuschauer ein total ausgeglichenes Zweitliga-Handball-Spiel gesehen hatten. Es ginge auch ein Stück weit unter, dass sich keine der beiden Teams mit mehr als zwei Treffern vom Gegner absetzen konnte, in der 2. Halbzeit nicht einmal mehr das.
Hottgenroth "besser" als MadertEs bliebe ferner ein wenig auf der Strecke, dass Ferndorfs Trainer Michael Lerscht mit teils überraschenden Aufstellungsdetails am Ende natürlich alles richtig gemacht hatte (Ergebnis!).

geo Emsdetten. Man könnte es sich leicht machen und die Schilderung des 23:22 (12:12)-Sieges des TuS Ferndorf beim TV Emsdetten auf die beiden Schlüsselszenen, nämlich die jeweils letzten Minuten der beiden Halbzeiten in der Ems-Halle, reduzieren. Klar müsste man dann „ausblenden“, dass die 1289 teils sehr fies-aggressiv gestimmten Zuschauer ein total ausgeglichenes Zweitliga-Handball-Spiel gesehen hatten. Es ginge auch ein Stück weit unter, dass sich keine der beiden Teams mit mehr als zwei Treffern vom Gegner absetzen konnte, in der 2. Halbzeit nicht einmal mehr das.

Hottgenroth "besser" als Madert

Es bliebe ferner ein wenig auf der Strecke, dass Ferndorfs Trainer Michael Lerscht mit teils überraschenden Aufstellungsdetails am Ende natürlich alles richtig gemacht hatte (Ergebnis!). Dies gilt besonders für die Wahl Tim Hottgenroths als Torwart Nr. 1, der mit zwölf teils spektakulären Paraden sogar den weitaus namhafteren Konstantin Madert im TVE-Gehäuse um eine Parade übertrumpfte und damit seinem Team den Rücken in den vorentscheidenden Phasen frei hielt. Auch käme es zu kurz, dass Abwehrchef Branimir Koloper von Spiel zu Spiel besser wird, dass die Rückraum-Halben Andreas Bornemann und Patrick Weber jeweils einen richtig guten Tag erwischten.

Müllers Freiwurf-Tor war das "1:0"

Trotz aller Bedenken also machen wir das mal so und springen in die 30. Minute der 1. Halbzeit. Emsdetten hatte nach anfänglichem Rückstand ab der 22. Minute mit dem 8:7 das Kommando übernommen und die Führung auf zwei Tore ausgebaut, als Tim Hottgenroth einen möglichen Drei-Tore-Rückstand verhinderte und Andreas Bornemann sieben Sekunden später seinen dritten Treffer an Madert vorbei ins Gebälk zwirbelte (29:01). Emsdetten also im Angriff, doch der Schuss geht ins Leere, Ferndorf kommt nochmal zum Angriff, Branimir Koloper trifft trotz Behinderung zum Ausgleich, wird aber unsinniger Weise vorher abgepfiffen. Freiwurf also nach der Schlusssirene. Sechs Emsdettener bauen sich vor Jonas Müller auf, der das eigentlich Unmögliche möglich machen soll. Manche Zuschauer gehen schon zwecks Zigarettenpause nach draußen, als Müller sich „verwringt“ und die unfassbar minimale Lücke in der Körpermauer findet. Madert wirkt total konsterniert, als der Ball neben ihm zum 12:12-Pausenstand in Netz einschlägt - das war nicht nur das 12:12, das war das 1:0 im Mentalitäts-Poker zweier gleichwertiger Mannschaften.

Weber erkennt die Lücke

Dann der Sprung in die 60. Minute. Tim Rüdiger, der Ferndorf kurz zuvor 22:21 in Führung gebracht hatte, scheiterte nun beim Stand von 22:22 an Madert, der vor allem gegen die TuS-Außenspieler seine Paraden zeigte. Emsdetten im Angriff, und Andreas Bornemann kassiert 46 Sekunden vor dem Abpfiff eine Zeitstrafe. Alles vorbei in dieser letzten Minute? Nein. Emsdetten schließt zu hektisch und zu früh ab, und Tim Hottgenroth wird mit seiner finalen Parade zum definitiven Bestandteil des Auswärtssieges. Auszeiten sind nicht mehr möglich. Die Uhr rollt unerbittlich auf die 60:00 zu, als Patrick Weber in Unterzahl - Lerscht ließ diesmal den Torwart drin - die Emsdettener düpiert. Die hatten wie alle in der Halle einen mächtigen Anlauf zum Sprungwurf des langen Schlaks erwartet. Ergo konzentrierte sich der Innenblock ein, zwei Schritte nach vorn. Fast instinktiv erkannte Weber den Fehler, prellte als Aufsetzer an den Kreis zu Mattis Michel, der dann in seiner unnachahmlichen Art Madert keine Chance ließ. Es war der zweite Treffer des U-21-Nationalspielers, und es war der alles entscheidende. Bevor der Keeper das harzige Ding aus dem Netz fischen konnte, ertönte die Schlusssirene.

Ferndorf ohne verletzten Thomas Rink

Das löste übrigens einen Spielfeldsturm der Ferndorfer Bank aus, als hätte man gerade den Meistertitel gewonnen: alles rannte auf jeden zu, man hüpfte, herzte und umarmte sich. Es gibt eben auch enge Spiele, die der TuS gewinnen kann. Dafür sprechen eine außerordentliche Mentalität und eine Coolness, die aus innerer Überzeugung gewachsen scheinen und viel an den „Lauf“ der letzten Hinrunde vor einem Jahr erinnerte. Zum Schluss noch eine Personalie, denn Michael Lerscht verzichtete als Vorsichtsmaßnahme auf den an der Hand leicht verletzten Thomas Rink.

Da kommt Freude auf! Kollektiver Jubel herrschte bei den Ferndorfer Spielern nach dem in allerletzter Sekunde sicher gestellten 23:22-Sieg beim TV Emsdetten.
Gleich iost er wieder drin: weder Sören Kress (links) noch Sven Wesseling (rechts) konnte hier den sechsfachen Torschützen Andreas Bornemann stoppen.
Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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