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Wolfgang Niedecken eröffnet den Indian Summer Elspe
Musiklesung zu Dylan

Wolfgang Niedecken nimmt das Elsper Publikum mit auf eine berauschende musikalische Lesereise auf Bob Dylans Spuren und in Wolfgang Niedeckens Vergangenheit.
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  • Foto: Anna Maria Weber
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anwe Elspe. Wahrscheinlich selten hat man Wolfgang Niedecken so persönlich über sein Leben parlierend erlebt, und damit seine Spurensuche nach Lebens- und Schaffensorten der Musiklegende Bob Dylan, man möchte fast sagen, seines Alter Ego. Und er wirkte auch irgendwie „dylanesk“, mit Bart, Sonnenbrille und Krempenhut, als er den diesjährigen Indian Summer des Elspe Festivals eröffnete. Das zahlreiche Publikum begrüßte ihn auch gleich frenetisch applaudierend.
Er nahm die Zuhörer mit der „wohlklingendsten Erzählerstimme seit Harry Rowohlt“, wie Oliver Jungen (FAZ) es treffend beschrieb, mit auf seine musikalische Lesereise zu Berührungspunkten mit dem „Meister“, wie er Dylan liebevoll nennt.

anwe Elspe. Wahrscheinlich selten hat man Wolfgang Niedecken so persönlich über sein Leben parlierend erlebt, und damit seine Spurensuche nach Lebens- und Schaffensorten der Musiklegende Bob Dylan, man möchte fast sagen, seines Alter Ego. Und er wirkte auch irgendwie „dylanesk“, mit Bart, Sonnenbrille und Krempenhut, als er den diesjährigen Indian Summer des Elspe Festivals eröffnete. Das zahlreiche Publikum begrüßte ihn auch gleich frenetisch applaudierend.
Er nahm die Zuhörer mit der „wohlklingendsten Erzählerstimme seit Harry Rowohlt“, wie Oliver Jungen (FAZ) es treffend beschrieb, mit auf seine musikalische Lesereise zu Berührungspunkten mit dem „Meister“, wie er Dylan liebevoll nennt. Er spannte einen weiten Bogen, garnierte mit Auszügen aus seinem neuen Buch „Wolfgang Niedecken über Bob Dylan“ so manchen Dylan-Song, den er teils im englischen Original, teils „eingekölscht“ und immer mit einem gewissen, stark an Dylans kratzig-rauen Gesang erinnernden Touch performte, Jedoch keinesfalls nuschelnd und viel melodiöser!

Niedecken, Mike Herting und Dylan

Zusammen mit seinem guten Freund, dem WDR-Big-Band-Arrangeur und Tastenvirtuosen Mike Herting, stellte er BAPsches wie „Sinnflut“ vor und diverse Dylan-Klassiker wie „The Times They Are Achanging“, „Mighty Quinn“. Dazu kamen Texte aus dem Buch über seine Reise 2017 für die Arte-Doku „Bob Dylans Amerika“, in der er auf Dylans Spuren kreuz und quer durch die Staaten reiste.
Anekdoten- und pointenreich wusste er von so manchem Dreh zu berichten: Am eindrucksvollsten war vielleicht die Besichtigung des Hauses in Woodstock, in dem Dylans „Basement Tapes“ entstanden, aber auch der Besuch des Geburtshauses in Duluth, dessen weißhaarige Besitzerin jedoch nur nach Niedeckens Eintrag ins Gästebuch gierte, oder auch die Schilderung des Einbruchs in ihren Van beim letzten Dreh mit Wim Wenders, glücklicherweise mit teils wiedergefundenen Habseligkeiten und vor allem seiner heißgeliebten Kladde, dem „ultra-analogen Archiv“. Und immer flankierte er die Lesung mit fließend vom Englischen ins Kölsche übergehenden Songs wie „Only A Hobo“, „Forever Young“ und anderen.

Spurensuche auf Dylans Wegen

Auch autobiografische Niedecken’sche Meilensteine wusste er eindrücklich zu präsentieren, von seinem „Aufstieg“ vom Bassisten zum Sänger in seiner Schülerband, vom Offenbarungssong „Like A Rolling Stone“, der ihn auch seine Kunstambitionen vergessen ließ, oder gar die Idee zum Kölsch-Singen, die ihm während des Zivildienstes kam, als er der 93-jährigen Lieblingsoma mit „Leev Frau Hermanns“ sein erstes kölsches Lied widmete.
Und vor allem das Jahr 1978, als er Dylan zum ersten Mal in der Dortmunder Westfalenhalle live erlebte. Köstlich! Jedoch, es war nicht alles so bombastisch mit Bob: Als er mit Freund Kalau einen von Dylans Gigs in Frankfurt besuchte, lieferte dieser in groteskem Outfit und mit lustlosem Gitarrengeklimpere eine wohl mehr als bescheidene Show ab, die Kalau dann frühzeitig verließ und an den Bierstand flüchtete.

Niedecken trifft Dylan

Wehmütig wurde Niedecken bei der Schilderung seiner letzten persönlichen Begegnung mit Dylan, als er ihm eine Duesenberg Lapsteel-Gitarre überreichen sollte, wofür Bob zwar mit Ghettofaust dankte, aber ansonsten äußerst wortkarg blieb. Mit seinem letzten durch Dylans Autobiographie inspirierten Lied „Songs sinn Träume“, „Knockin‘ On Heaven’s Door“ und „Schluss, aus, okay“ war der gut zweieinhalbstündige Gig mit überwältigendem Kopfkino wie im Flug vorbeigerauscht.

Autor:

Anna Maria Weber (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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