1400 Grundschüler im Wald unterwegs

Waldjugendspiele im gesamten Forstamtsbezirk / Förster schulten Lehrpersonal

Bilstein. Den Wald mit allen Sinnen erfahren – das ist das Ziel der Waldjugendspiele, die zurzeit im Forstamt Olpe laufen. In den Kommunen Olpe, Wenden, Drolshagen, Lennestadt und Kirchhundem, die das Forstamt Olpe betreut, beteiligen sich 35 Schulen mit insgesamt 68 Klassen und fast 1400 Viertklässlern an den Spielen, die zum zweiten Mal als Waldlernrallye stattfinden. Gestern begannen die Spiele, und das Forstamt hatte die Presse nach Bilstein eingeladen, um beispielhaft zu zeigen, wie die Spiele ablaufen.

4,5 Kilometer langer Parcours

Los ging es um 9 Uhr an der Jugendburg. Von hier aus schickte Förster Manfred Kuhr Klasse um Klasse auf den rund 4,5 Kilometer langen Parcours, der die Jungen und Mädchen rund um und quer über den Rosenberg führte. 16 Aufgaben hatten die Viertklässler zu bewältigen. Forstamtsleiter Joachim Zacharias erklärte, dass dabei »kein Examen bestanden werden soll«.

Zwar sind die Aufgaben teilweise alles andere als leicht, und auch so mancher Lehrer dürfte beispielsweise bei der Bestimmung von Bäumen anhand von Baumscheiben seine Probleme haben. Doch werden die Ergebnisse nicht gewertet. Jeder Teilnehmer füllt einen Bogen aus, der dann auch in der Klasse besprochen wird, so dass jede Schülerin und jeder Schüler erfährt, wo sie oder er Fehler begangen hat. Die ausgelobten Preise werden aber per Los verteilt.

Erstmals hat das Forstamt kein heimisches Geldinstitut als Sponsor gewonnen, sondern die Waldbesitzer selbst. Die 28 Forstbetriebsgemeinschaften im Amtsbezirk haben zusammengelegt und fast 3000DM bereit gestellt. Die Siegerklasse darf einen Tag im Wildwald Voßwinkel bei Arnsberg verbringen, der zweite und dritte Platz besteht aus einem fröhlichen und lehrreichen Tag in der Försterei Einsiedelei. Forstdirektor Zacharias: »Die Waldbesitzer haben viel Ärger mit Fehlverhalten im Wald. Wenn man bei den Kindern in diesem Alter anfängt, Verständnis für die Natur zu wecken, ist das die richtige Zeit, um den Nachwuchs an den Wald heranzuführen.« Ziel der Spiele sei, den Kindern den Wald mit allen Sinnen erlebbar zu machen.

Douglasie riecht ungewöhnlich

Einer der Sinne ist beispielsweise der Tastsinn. Dieser wird anhand einer Tastkiste geprüft. Unsichtbar sind in verschiedenen Fächern die unterschiedlichsten Gegenstände untergebracht, und die Kinder müssen durch Tasten versuchen, etwa Fichtenzapfen, Rinde oder ein Rehgehörn zu erkennen. Auch das Riechen ist ein Sinn. Durch das Zerreiben von Nadeln einer Douglasie entsteht ein Geruch, den die Kinder einer ganz anderen Pflanze zuordnen konnten. Durch das Zählen von Jahresringen einer Baumscheibe konnten die Jungen und Mädchen das Alter eines Baums bestimmen.

Eine Urkunde für jeden

Nach abgedruckten Bildern waren Bäume anhand ihrer Blätter zu bestimmen. An einer Station sollten die Viert-klässler die Augen schließen und zwei Minuten lang nur auf die Umgebungsgeräusche achten. Und auch die Spuren, die Menschen im Wald ungewollt hinterlassen, etwa Getränkedosen und Zigarettenstummel, fanden sich in der Aufgabenstellung wieder. Nach Abschluss der Rallye erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde, ein Waldfoto und eine lehrreiche Broschüre.

Bei früheren Waldjugendspielen zogen die Klassen in Begleitung eines Försters durch den Wald. Nun begleiten nur die Lehrkräfte ihre Klassen, diese allerdings wurden in der vergangenen Woche von Forstamtsmitarbeitern geschult und mit den Aufgaben der Waldrallye vertraut gemacht. Außer den Grundschulen sind auch Sonderschulen mit dabei. Am Montag findet in der Grevenbrücker Grundschule eine gemeinsame Abschlussfeier statt, in deren Rahmen auch die Gewinner ausgelost werden.

win

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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