300 Schlepper verbreiteten Dieseldunst im Melbecketal

Treckertreffen versank am Mittag im Regen

win Melbecke. Dieselgeruch schwebte am gesamten Wochenende über dem Melbecketal: Die kleinen Dörfer bei Elspe waren ganz in der Hand zahlloser Treckerfans aus nah und fern. Die Mitglieder des Alttraktorenclubs Melbecketal hatten zu ihrem alljährlichen Treffen eingeladen. Dieser Einladung waren nicht nur rund 300 Besitzer historischer Ackerschlepper gefolgt, sondern auch Tausende von Freunden alter Technik, die die ausgestellten Schlepper in Augenschein nahmen und das Rahmenprogramm auf sich wirken ließen.

Doch die meisten brauchten kein Rahmenprogramm: Ihnen genügte es, auf Tuchfühlung mit den entweder liebevoll restaurierten oder sorgfältig gepflegten Treckern zu gehen. Einige wenige Exemplare zeigten auch stolz die Patina der Jahrzehnte, die Spuren eines langen Arbeitslebens auf Bauernhöfen, in Sägewerken oder bei Bauunternehmen.

Die Palette der gezeigten Arbeitsmaschinen war enorm. Da standen winzige Holder-Schlepper mit gerade einmal zehn PS neben einem riesigen Röhr-Trecker mit sechs Litern Hubraum und über zwei Meter großen Hinterreifen. Da tuckerten putzige Bautz-Schlepper vor den gewaltigen Lanz-Bulldogs her, die einen mit nähmaschinengroßen Dieselmotörchen versehen, die anderen mit den aus über zehn Litern Hubraum Kraft schöpfenden Glühkopf-Einzylindern, bei denen jede Zündung zur Urgewalt wird.

Neben vielen Großserien-Traktoren, die teilweise noch heute bei Nebenerwerbslandwirten in der Region täglich ihre Arbeit verrichten, etwa den kleinen Kramer-Treckern, vielen Deutz-Schleppern oder Massey-Fergusons, waren auch ausgesprochene Raritäten zu sehen, unter anderem ein unrestaurierter Zanker-Traktor. Abgerundet wurde das Bild durch Fahrzeuge, die nicht unmittelbar für Landwirte gebaut wurden, aber dennoch oft auf Höfen anzutreffen sind oder waren. Ganz oben auf der »Hitliste«–etwa zahlreiche Unimogs unterschiedlicher Baujahre, aber auch ein Faun »Kraka«, ein klappbares Miniatur-Geländeauto, das eigentlich für die Bundeswehr gebaut wurde, aber auch Jägern oder Landwirten ein treuer Begleiter war. Daneben waren auch alte Motorräder, Militärfahrzeuge und Stationärmotoren zu sehen.

Zwar nicht unmittelbar zur Ausstellung gehörend, war auch das Lager der Teilnehmer sehenswert. Die Treckerfreunde hatten zum Teil zweitägige Anreisen in Kauf genommen und wohnten vorübergehend in Wohnwagen, liebevoll restaurierten ehemaligen Bauanhängern, mit Planen abgedeckten Heuwagen oder Zelten. Die Traktorfelge wurde zur Feuerstelle.

Bei Ausfahrten und einem Bergzeitfahren waren die Trecker auch in Aktion zu bewundern. Immer wieder sehenswert: der Anlassvorgang der Lanz-Bulldogs und ihrer polnischen oder argentinischen »Brüdern«, den Ursus- und Pampa-Schleppern. Nach minutenlangem Vorglühen per Benzinbrenner wird das Lenkrad abgezogen und am Schwungrad befestigt. Mittels geübten Schwungs unter ganzem Körpereinsatz wird der Motor angedreht, und der gewaltige Einzylinder erwacht zum Leben.

Zum Leidwesen der Besucher versank das Treffen am Sonntag ab Mittag fast im Schlamm. Die als Parkplatz genutzten Wiesen wurden manchem Pkw-Fahrer zum Verhängnis, doch waren ja genügend Schlepper vor Ort, um festgefahrene Autos zu bergen…

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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