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„Winnetou“ gibt Initialzündung für den Quinkenhof
Auf Islandpferden zum Erfolg

„Runter von den Pferden“ ist für Tina und Guido Quinke überhaupt nicht denkbar. Sie freuen sich über den Erfolg mit ihren Islandpferden.
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  • „Runter von den Pferden“ ist für Tina und Guido Quinke überhaupt nicht denkbar. Sie freuen sich über den Erfolg mit ihren Islandpferden.
  • Foto: Holger Böhler
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

hobö Melbecke. Nur 2 Kilometer nordwestlich von „Deutschlands Wildem Westen“ liegt der 82 Einwohner zählende Ort Melbecke. In wenigen Gehminuten ist von hier die große Naturbühne der Karl-May-Festspiele in Elspe erreicht. Dort kämpfte in den 1970er- und auch in den 1980er-Jahren kein Geringerer als Pierre Brice in seiner Paraderolle als „Winnetou“ gegen allerlei Gangster. Mehr als 3,5 Millionen Zuschauer lockte der französische Schauspieler zu den Aufführungen ins Südsauerland. Manche Fans waren so fasziniert von ihm, dass sie im Umland von Elspe dringend nach einer Bleibe suchten, um ihrem Idol nahe zu sein. Familie Quinke erkannte dies und richtete auf dem eigentlichen Milchvieh-Betrieb in Melbecke erstmals Ferienwohnungen ein.

hobö Melbecke. Nur 2 Kilometer nordwestlich von „Deutschlands Wildem Westen“ liegt der 82 Einwohner zählende Ort Melbecke. In wenigen Gehminuten ist von hier die große Naturbühne der Karl-May-Festspiele in Elspe erreicht. Dort kämpfte in den 1970er- und auch in den 1980er-Jahren kein Geringerer als Pierre Brice in seiner Paraderolle als „Winnetou“ gegen allerlei Gangster. Mehr als 3,5 Millionen Zuschauer lockte der französische Schauspieler zu den Aufführungen ins Südsauerland. Manche Fans waren so fasziniert von ihm, dass sie im Umland von Elspe dringend nach einer Bleibe suchten, um ihrem Idol nahe zu sein. Familie Quinke erkannte dies und richtete auf dem eigentlichen Milchvieh-Betrieb in Melbecke erstmals Ferienwohnungen ein.
Insofern gab „Winnetou“ die Initialzündung für die Umstrukturierung des Familienbetriebs. Denn heute sucht man auf dem Hof von Tina und Guido Quinke vergebens nach Rindviechern oder Schweinen. Die Milchviehhaltung wurde 1992 aufgegeben. Der Schwerpunkt liegt nunmehr in der touristischen Ausrichtung und auf dem Rücken von rund 50 Islandpferden.

Elf Ferienwohnungen und kleines Schlaflager

„Wir führen hier sozusagen einen landwirtschaftlichen Gemischtwarenladen“, lacht Guido Quinke. Der Schwerpunkt liege auf der Vermietung der elf Ferienwohnungen in dem Gehöft und einem kleinen Schlaflager vornehmlich für Reiterfreizeiten. In den Ställen stehen rund 50 Islandpferde – eigene sowie Einsteller. Die von Tina Quinke geleitete Reitschule erfreut sich großer Beliebtheit.
Daneben besitzt die Familie 28 Hektar Gründlandfläche, die überwiegend für die Pferde genutzt werden. Auch einige Schafe haben bei Quinken ihr Zuhause. Ferner betreibt die Familie auf 35 Hektar Forstwirtschaft.

Wir führen hier sozusagen
einen landwirtschaftlichen
Gemischtwarenladen.
Guido Quinke
Quinkenhof

Neuausrichtung wird mit viel Herz gelebt

Die Ausrichtung zum „Urlaub auf dem Bauernhof“ passe, frohlockt Guido Quinke. Dass die Neuausrichtung mit viel Herz gelebt wird, zeigt sich beispielhaft im östlichen Gebäudetrakt. Hier gab es eine Scheune, die durchfahren werden konnte, um das Heu auf den Dachboden zu hieven und die Rüben für die Einlagerung im Keller zu entladen. Diesen Trakt baute die Familie Quinke liebevoll zu einem geschmackvoll eingerichteten und atmosphärisch sehr einladenden Gästeraum aus. Hier wird beispielsweise Frühstück gereicht, und auch feierliche Veranstaltungen sind gut möglich.
Tina (45) und Guido Quinke (49 Jahre) werden den Quinkenhof weiter mit großem Engagement führen, ob aber ihre Kinder diesen fortführen wollen, ist derzeit noch offen. Die vier Kinder im Alter zwischen 17 und 24 Jahren haben vorerst beruflich andere Wege eingeschlagen, aber womöglich möchten sie irgendwann die „so besondere Lebensform“, wie sie Tina Quinke beschreibt, auch für sich gewinnen.

Flugreisen erlaubt: „Ein Schlag ins Gesicht“

Als Gewinner fühlte sich die Familie in der Corona-Krise ganz und gar nicht. Im Gegenteil, die Lockdowns trafen die Unternehmung mit voller Wucht. Als dann im Frühjahr 2021 Flugreisen möglich wurden, der Bauernhof für Feriengäste aber geschlossen bleiben musste, „war das für uns ein Schlag ins Gesicht“, echauffiert sich Guido Quinke noch immer spürbar verärgert. Inzwischen sind wieder Feriengäste auf dem Hof.
Pierre Brice ritt nicht auf Islandpferden, aber womöglich fühlen sich so manche Gäste des Quinkenhofs auf dem Rücken ihrer Pferde wie der berühmteste „Winnetou“-Darsteller aller Zeiten – der übrigens in seinen acht Elsper Jahren seine Zelte buchstäblich in Melbecke aufschlug und dort wohnte.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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