„Winnetou III“ bei den Karl-May-Festspielen
Der letzte Kampf des Apachen-Häuptlings

Mit „Winnetou III“ wird in der diesjährigen Inszenierung der Karl-May-Festspiele die Trilogie beendet.
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soph Elspe. Es ist wohl das traurigste Stück der Saga: „Winnetou III“, die Geschichte, an deren Ende der berühmte Apachen-Häuptling von einem Gangster erschossen wird und stirbt. Während beim Vorgängerstück im vergangenen Jahr der „Kampf ums Öl“ die Rahmenhandlung geboten hatte, steht bei der diesjährigen Inszenierung der Karl-May-Festspiele der Goldrausch im Mittelpunkt. Regisseur und Autor Jochen Bludau erklärte in seiner Begrüßung vor der  Presseaufführung am Donnerstag, dass man sich bei „Winnetou III“ nicht ganz an die Romanvorlage gehalten habe, die in Episoden auf den Tod „Winnetous“ hinarbeite. „Wir haben Karl May hier ein wenig verbessert und der Geschichte einen runden Rahmen gegeben“, so Bludau, der in diesem Jahr die Geschäftsführung abgeben und dann „nur noch“ als Regisseur und Autor tätig sein will. Und so dreht sich das Ende der Trilogie in Elspe um die kleine „Susan“, die nicht nur Gold gefunden hat, sondern auch mit ansehen musste, wie ihr Großvater und andere Siedler von den „Hounds“, einer gefährlichen Verbrecherbande, überfallen und ermordet worden sind. Diesen Überfall will der Anführer der Bande den Apachen in die Schuhe schieben. „Winnetou“ und „Old Shatterhand“ müssen so nicht nur die Unschuld der Indianer beweisen, sondern zudem auch die kleine „Susan“ als einzige Zeugin des wahren Geschehens in Sicherheit bringen. Denn die Gangster haben schnell von ihrer Existenz erfahren…

Weniger Pyrotechnik, mehr Gefühl

In der diesjährigen Inszenierung sind bewusst etwas weniger Pyrotechnik und Action zu sehen. Nachdem bereits vor zwei Jahren bei „Winnetou I“ die Emotionen im Vordergrund gestanden hatten, legt das Team in diesem Jahr erneut sein Augenmerk auf eine gefühlvolle Inszenierung. „Wir haben gemerkt, dass das Publikum gerne emotional angesprochen wird“, so Bludau. „und die große Action gar nicht unbedingt braucht.“ Mit den Helden live mitfiebern, sie bei ihren Abenteuern begleiten und am Ende auch mit ihnen leiden – beim Elspe-Festival funktioniert das nun schon seit mehreren Jahrzehnten richtig gut. Auch in dieser Saison erwartet das Ensemble wieder rund 220 000 Besucher, so Bludau. Und die Voranmeldungen lassen darauf hoffen, dass diese Erwartung sich auch in diesem Jahr erfüllen wird.

Richtig fiese Gangster

Wer den Weg nach Elspe findet, darf sich natürlich auch auf die typischen Wild-West-Elemente freuen: Ein Indianer-Dorf fliegt mit lautem Knall, viel Feuer und noch mehr Rauch in die Luft. Die knapp 50 Pferde – in diesem Jahr sind es nochmal ein paar mehr als üblich – jagen mehrmals von einer Seite zur anderen über die rund 100 Meter breite Naturbühne, die sogar noch ein Stückchen breiter geworden ist. Mit „Leo Bergmann“ aus Tirol kommen Spaß und Witz nicht zu kurz. Und richtig fiese Gangster (allen voran Sebastian Kolb als „Plummer“) treiben ihr Unwesen in San Manuel im Süden Arizonas. Dazu die vertraute Musik mit dem „Winnetou“-Thema und die bekannten Hauptdarsteller Jean-Marc Birkholz als Apachen-Häuptling und Kai Noll als sein weißer Blutsbruder – wer jedes Jahr beim Elspe-Festival dabei ist, für den fühlt sich ein Besuch beinahe so an, als ob man auf alte Bekannte trifft.

Mit "Old Shatterhand" reiten

Für Betty Börger und Luisa Poddighe ist diese Saison eine ganz besondere: Die beiden Mädchen teilen sich die Rolle der „Susan“, wohl die Schlüsselfigur der Inszenierung. Während Luisa die Premiere spielen darf, war die achtjährige Betty  am Donnerstag mit auf der Bühne zu sehen und fühlte sich dort sichtlich wohl. Nur bei den Interviews im Anschluss, da hatte sie am liebsten ihre „Mama“ Cheryl Angelika Baulig („Jane“) neben sich. Welche Szene sie am besten findet? Da gibt es mehrere, die, in der sie das Gold findet und damit die ganze Geschichte ins Rollen bringt und dann noch die, in denen sie gemeinsam mit „Old Shatterhand“ auf seinem Pferd reitet. Cheryl Angelika Baulig muss sich in ihrer Rolle eine ordentliche Tracht Prügel gefallen lassen: Das laute Knallen der Peitsche, dazu ihr schmerzverzerrtes Gesicht – es darf wohl verraten werden, dass die Elspe-Festival-Macher hier besondere Vorsicht bei der Requisitenwahl haben walten lassen. „Es tut wirklich nicht weh“, versprach die Schauspielerin lachend.

"Winnetou" stirbt in den Armen seines Blutsbruders

Alles in allem hat Jochen Bludau da eine runde, unterhaltsame und anrührende Geschichte für das Ende der Trilogie geschrieben. In einem Punkt weicht die allerdings nicht von der Romanvorlage ab, wie schon der Untertitel des Stücks „Winnetous letzter Kampf“ verrät: Der Titelheld wird tatsächlich von einer Kugel getroffen und stirbt in den Armen von „Old Shatterhand“. Aber keine Sorge: Nicht nur der Blick auf die letzte Seite des Programmheftes mit der Ankündigung für nächstes Jahr, auch das Ende der Inszenierung verspricht, dass „Winnetou III“ nicht das letzte Abenteuer des Apachen-Häuptlings beim Elspe-Festival gewesen ist. Wer den emotionalen Höhepunkt der Trilogie live auf der Naturbühne sehen möchte, der kann „Winnetou III“ vom 15. Juni bis 15. September beim Elspe-Festival sehen. Die Spielzeiten finden sich auf www.elspe.de oder können telefonisch unter Tel. (0 27 21) 9 44 40 erfragt werden.

Autor:

Katja Fünfsinn (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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