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Burg Bilstein und Freusburg mit besonderen Angeboten
Jugendherbergen müssen teilweise schließen

Zwölf der 29 Jugendherbergen bleiben in diesem Jahr geschlossen.

sz/thor/yve Bilstein/Freusburg.Wegen der Corona-Pandemie können zwölf der 29 Jugendherbergen in Westfalen-Lippe erst im nächsten Jahr wiedereröffnet werden. „Aufgrund der Krise kommen kaum Schulklassen und Gruppen, die an den betroffenen Standorten bis zu 80 Prozent der Belegung ausmachen“, erklärt Guido Kaltenbach. Dabei handele es sich ausdrücklich um vorübergehende Schließungen, betont der Geschäftsführer der Jugendherbergen in Westfalen-Lippe. Die Buchungen für 2021 sähen bisher gut aus, so Kaltenbach weiter. „Wir gehen fest davon aus, im nächsten Jahr wieder durchzustarten!“
Zwölf Herbergen bleiben geschlossenIn diesem Jahr sei der Betrieb von zwölf Jugendherbergen aber wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.

sz/thor/yve Bilstein/Freusburg.Wegen der Corona-Pandemie können zwölf der 29 Jugendherbergen in Westfalen-Lippe erst im nächsten Jahr wiedereröffnet werden. „Aufgrund der Krise kommen kaum Schulklassen und Gruppen, die an den betroffenen Standorten bis zu 80 Prozent der Belegung ausmachen“, erklärt Guido Kaltenbach. Dabei handele es sich ausdrücklich um vorübergehende Schließungen, betont der Geschäftsführer der Jugendherbergen in Westfalen-Lippe. Die Buchungen für 2021 sähen bisher gut aus, so Kaltenbach weiter. „Wir gehen fest davon aus, im nächsten Jahr wieder durchzustarten!“

Zwölf Herbergen bleiben geschlossen

In diesem Jahr sei der Betrieb von zwölf Jugendherbergen aber wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Dabei handelt es sich um folgende Standorte: Reken, Cappenberger See, Glörsee, Burg Altena, Rüthen, Paderborn, Bad Driburg, Porta Westfalica, Soest, Rheine, Sorpesee und Horn-Bad Meinberg. Die Jugendherbergen Sorpesee und Horn-Bad Meinberg sind noch geöffnet, werden aber aufgrund der Buchungslage zum 30. September bzw. 27. Juli für den Rest des Jahres pausieren.
Die Jugendherbergen Biggesee, Bielefeld und Tecklenburg werden, wie berichtet, noch mindestens bis Oktober von den Bezirksregierungen Arnsberg, Detmold und Münster als alternative Unterkünfte genutzt. Die drei Herbergen bieten geflüchteten Menschen mit Vorerkrankungen einen besonderen Schutzraum vor dem Coronavirus.

Burg Bilstein und Freusburg geöffnet

Zugleich zeigt sich der Geschäftsführer froh darüber, „dass trotz Corona immerhin fast die Hälfte unserer Standorte wahrscheinlich durchgehend geöffnet bleiben kann“. Dabei handelt es sich neben den beiden heimischen Jugendherbergen Burg Bilstein und Freusburg um die Einrichtungen in Bochum, Brilon, Dortmund, Detmold, Hagen, Haltern am See, Münster, Möhnesee, Nottuln, Petershagen, Winterberg und Wewelsburg. Hier spricht der Landesverband vor allem jetzt in den Sommerferien coronagestresste Familien an, für die die Herbergen ein spezielles Angebot gestrickt haben. Spontanurlaub in den Sommerferien ist teilweise noch möglich, so Kaltenbach.

Neustart auf Burg Bilstein

In der Tat: Überwiegend Familien halten sich sich aktuell in der Burg Bilstein auf. Diese verbringen laut Herbergsleiter Dirk Salmen ihren Urlaub aufgrund der Corona-Pandemie bewusst in Deutschland. Nicht wenige davon hätten die Jugendherbergswelt für sich neu entdeckt. „Wir haben auch ein Familien-Special im Angebot“, so Salmen. Das beinhaltet einen fünf- oder achttägigen Aufenthalt für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder. Bezahlt wird ein Pauschalbetrag – Vollpension inklusive. Ein Anreiz, der für ganz spontane Buchungen gesorgt habe.

Freizeitangebote locken Gäste

Die derzeitigen Gäste kommen überwiegend aus Nordrhein-Westfalen, zum Teil auch aus Niedersachsen. „Sie nutzen die Freizeitangebote in der Umgebung“, berichtet der „Burgherr“. Diese seien mit Biggesee, Attahöhle, Fort Fun oder Panorama-Park sehr vielfältig. „Auch das Elspe-Festival bietet wieder ein paar Veranstaltungen an.“

Keine Investitionen 

Genutzt für größere Renovierungsmaßnahmen wurde der mehrwöchige Leerstand in der Burg Bilstein nicht. „Wir haben Investitionsstopp“, erklärt Maike Braun, Pressesprecherin Deutsches Jugendherbergswerk Landesverband Westfalen-Lippe. Das gelte für sämtliche Herbergen. „Wir sind stark von der Krise betroffen.“ Zudem seien alle Mitarbeiter in Kurzarbeit.
Während der Schließung sei daher ausreichend Zeit für die Vorbereitung des Neustarts mit entsprechendem Hygienekonzept gewesen, so der Herbergsleiter. Seit dem 29. Mai werden Gäste in der mittelalterlichen Burganlage in Bilstein wieder willkommen geheißen.

Freusburg mit Kapazitäten

Seit diesem Tag konnte auch die Freusburg ihre Türen wieder öffnen. Vorausgegangen war eine Phase der Verunsicherung, bis feststand, dass die rheinland-pfälzische Exklave unter den Rettungsschirm von NRW kommt. Die Freusburg gilt schließlich als letzte verbliebene Jugendherberge im grenzüberschreitenden Siegerland.

100 Gäste mögliche

Doppelt erleichtert zeigte sich somit Herbergsleiter Jürgen Hof. Denn nicht nur finanziell besteht zumindest für die nächsten Monate Klarheit, auch kann die Burg unter den geltenden Vorschriften und Einschränkungen auch wieder 100 Gäste aufnehmen, was etwa der Hälfte ihrer Kapazität entspricht. Hof befindet sich gerade selbst im Urlaub, sodass keine Informationen über die derzeitige Auslastung und die Buchungen zu erhalten waren. Ein Blick in den Belegungsplan des DJH-Landesverbands zeigt allerdings, dass die Freusburg in den kommenden Wochen noch über viele freie Betten verfügt.

Optimal ausgestattet

Dabei ist die Jugendherberge eigentlich optimal ausgestattet: Es gibt allein 30 Familienzimmer mit eigenen sanitären Einrichtungen. Neben dem neuen Multifunktionsfeld für verschiedene Sportarten wartet die Burg auch mit einem speziellen Outdoor-Programm auf, wenn auch natürlich in abgespeckter Form.

Fragen und Antworten zur Lage Sind die Jugendherbergen des Landesverbandes Westfalen-Lippe im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) in ihrer Existenz bedroht? Nach jetzigem Stand der Dinge nicht. Es handelt sich ausdrücklich um temporäre Herbergsschließungen, um noch größere wirtschaftliche Schäden abzuwenden. Die Einnahmeverluste werden durch den Rettungsschirm des Landes NRW abgefedert. Der Schirm wurde Mitte Mai für Träger der Jugend- und Jugendsozialarbeit aufgelegt und umfasst insgesamt 72 Millionen Euro. Aktuell deckt dieser allerdings nur den Zeitraum bis Ende August ab. Das DJH wartet auf das Startsignal, Anträge auf weitere Billigkeitsleistungen des Landes stellen zu können. Wie groß ist der wirtschaftliche Verlust bzw. die Anzahl der verlorenen Übernachtungen bisher? Der wirtschaftliche Schaden ist immens. Das DJH hat 2019 rund 651 000 Übernachtungen gezählt und für dieses Jahr wieder mit einem Plus gerechnet. Schulkassen, Freizeitgruppen (Vereine, Musikgruppen etc.) sowie Übernachtungen im Tagungssegment (etwa Azubi- oder Firmentrainings) machen rund 70 Prozent der Übernachtungen aus. Die Häuser mussten Mitte März kurz vor Beginn der Gruppenfahrten-Saison schließen. Entsprechend fallen diese Übernachtungen in diesem Jahr nahezu komplett weg – und damit auch ein Großteil der Einnahmen. Gab es bisher Entlassungen? Sind noch alle Mitarbeiter in Kurzarbeit oder ist diese zumindest an den geöffneten Standorten beendet? Im DJH gab es bisher keine coronabedingten Entlassungen. Die Kurzarbeit ist noch nicht beendet, sondern gilt weiterhin für alle rund 450 Mitarbeiter der Jugendherbergen und der Geschäftsstelle in Hagen. Dabei arbeiten die Einrichtungen nicht auf „Kurzarbeit null“, sondern – je nach Standort und Tätigkeit – zu unterschiedlichen prozentualen Anteilen.
Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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