Produktion soll auf übrige Standorte verlagert werden
KDK Automotive kündigt Schließung an

KDK Automotive, seit 2013 Teil der koreanischen Dongkook-Gruppe, kündigte an, ihr Werk Lennestadt vollständig zu schließen.
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  • Foto: /Symbolfoto: pixabay
  • hochgeladen von Marc Thomas

win Grevenbrück. Eine Hiobsbotschaft ereilte am Dienstagnachmittag die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KDK-Werks in Grevenbrück: KDK Automotive, seit 2013 Teil der koreanischen Dongkook-Gruppe, kündigte an, ihr Werk Lennestadt vollständig zu schließen. „Durch die Konzentration der Kräfte an wettbewerbsfähigeren Standorten will das Unternehmen nachhaltig wirtschaftliche Stabilität erhalten“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Das Werk Lennestadt sei seit Jahren defizitär. Das Management habe die Belegschaft am Dienstag informiert, die Arbeitnehmervertreter würden zu Gesprächen über den Abschluss eines Interessensausgleichs sowie eines Sozialplans eingeladen. „Trotz sehr großer Anstrengungen und Beiträgen von Gesellschaftern und Belegschaft in den vergangenen Jahren ist es aufgrund der strukturellen Probleme des Standortes nicht gelungen, eine ausreichende wirtschaftliche Stabilität zu erreichen“, wird Thomas Park, Geschäftsführer der KDK Automotive, zitiert.

Auslastung bei 30 Prozent

Am Standort seien seit 2014 keine nennenswerten neuen Aufträge platziert worden. Die Auslastung liege derzeit bei rund 30 Prozent, ein wirtschaftliches Produktionsergebnis sei so nicht darstellbar.
Management und Gesellschafter hätten vor diesem Schritt verschiedene Handlungsszenarien sehr intensiv analysiert, sähen jedoch keine Alternative zu diesem harten Einschnitt: „Wir tragen Verantwortung für alle unsere Mitarbeiter. Deshalb müssen wir nun in Lennestadt schnell und konsequent handeln, um in Europa weiterhin ca. 700 Arbeitsplätze zu sichern. Wir werden alles tun, um die Maßnahme für die Lennestädter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort möglichst sozialverträglich zu gestalten“, betont Jeong-Kyu Im, verantwortlicher Personalchef für KDK in Europa.
Die Planungen sehen vor, dass die Fertigungslinien aus Lennestadt an die verbleibenden europäischen Standorte verlagert werden. Dies wird bis Mitte 2022 beabsichtigt.

KDK hat einen weiteren deutschen Standort, in Wächtersbach, sowie im tschechischen Tachov und in Borja (Spanien). KDK bezeichnet sich als „Entwicklungspartner und Zulieferer der Automobilindustrie“ und hier als Spezialist für Dekore und Innenraumverkleidung von Fahrzeugen.

Am Standort Lennestadt werden auf einem Gelände von 80 000 Quadratmetern in der Kracht, einem Seitental bei Grevenbrück, auf 18 000 Quadratmetern überdachter Produktionsfläche hauptsächlich Gurthöhenversteller, Haltegriffe, Kopfstützen und Dekorteile hergestellt.

Im Jahr 1950 gegründet

Gegründet wurde das KDK-Werk in Grevenbrück im Jahr 1950 von Robert Schmidt. Später übernahm das niederländische Unternehmen Schuttersveld die Firma Schmidt und änderte seinen Namen in Kendrion.

2004 übernahm die US-amerikanische Key Plastics diese Sparte. 2012 kaufte die Innovative Components Technologies Holding GmbH (ITC) die insolvente Gruppe und wurde ein Jahr später von der koreanischen Dongkook-Gruppe gekauft.

Standort nicht weiterentwickelt

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall im Kreis Olpe, Andre Arenz, zeigt sich betroffen von der Ankündigung: „Aus unserer Sicht wurde der Standort nicht weiterentwickelt, um marktfähig bleiben zu können.“ Auch andere Firmen hätten solche Probleme, die entwickelten dann eben etwas Neues. Das sei hier unterblieben.

Nun werde die IG Metall alles daransetzen, die Arbeitsplätze nach Möglichkeit zu erhalten und wenn dies nicht möglich sei, „einen Sozialtarifvertrag mit uns abzuschließen“.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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