2 Mill. Euro investiert
Kreis sucht neuen Pächter

Der Aussichtsturm auf der Hohen Bracht wird gern als „das Wahrzeichen des Kreises Olpe“ bezeichnet. Um das integrierte Restaurant zu attraktivieren, hat der Kreis über seine Kreiswerke über 2 Mill. Euro investiert. Doch nach nur eineinhalb Jahren Betrieb wurde nun ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. SZ-Archivfoto
  • Der Aussichtsturm auf der Hohen Bracht wird gern als „das Wahrzeichen des Kreises Olpe“ bezeichnet. Um das integrierte Restaurant zu attraktivieren, hat der Kreis über seine Kreiswerke über 2 Mill. Euro investiert. Doch nach nur eineinhalb Jahren Betrieb wurde nun ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. SZ-Archivfoto
  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

win Hohe Bracht. Als der Kreistag im Jahr 2016 den Beschluss fasste, über 2 Mill. Euro in den Aussichtsturm auf der Hohen Bracht zu investieren und diesen damit fit zu machen für die Zukunft, stimmten zwar nur Grüne und Linke gegen diesen Plan, überzeugt, dass das Vorhaben zum Scheitern verurteilt sei; die Bedenken waren indes zahlreich. Nun könnte sich bewahrheiten, was die Kritiker seinerzeit vorbrachten: Das mit großem Aufwand sanierte und wiedereröffnete Restaurant steht wenn nicht vor dem Aus, dann aber doch vor einer Zäsur.

Wie aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts Siegen hervorgeht, wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren für den Pächter eröffnet, was den Betrieb des Restaurants „Hohe Bracht“ angeht. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Hubert Martin van Bühren aus Köln bestellt. Dieser erklärte auf Anfrage der SZ: „Der Betrieb läuft in jedem Fall erst einmal weiter. Ich habe das Mandat gerade erst bekommen, war sofort dort und habe erste Gespräche geführt.“ Er sei zuversichtlich, dass sich für das frisch renovierte Prestigeobjekt eine Lösung finden werde, „ich warte jetzt erst einmal auf die Unterlagen, arbeite mich ein und spreche mit den Beteiligten“.

Wie die SZ erfuhr, war, ist schon monatelang keine Pacht an den Kreis bezahlt worden, die Gästezahlen sanken nach einem starken Start monatlich. Kreisdirektor Theo Melcher, Geschäftsführer der Kreiswerke Olpe, erklärte, ungeachtet des ihm erst durch den SZ-Anruf bekanntgewordenen vorläufigen Insolvenzverfahrens hätten sowohl Kreis als auch Pächter sich bereits darauf geeinigt, das Vertragsverhältnis zu beenden. „Zusammen mit der Veltins-Brauerei sind wir dabei, einen neuen Pächter zu suchen. Ich hoffe, dass das übergangslos gelingen kann.“

Damit wird die Frage akut, die Grünen-Sprecher Fred Josef Hansen im September 2016 im Kreistag stellte: „Was passiert aber, wenn dieser Pächter abspringt?“ Landrat Beckehoff hatte seinerzeit erklärt: „Wir haben keinen Plan B, auch keine Garantieerklärung. Der Pächter geht ein unternehmerisches Risiko ein. Wir sind in der Pflicht, die Hohe Bracht in einen zukunftsfähigen Zustand zu versetzen. Eine Garantie wird uns keiner geben. Das Risiko müssen wir eingehen.“

Im November 2017 war das Restaurant mit angeschlossenem Aussichtsturm, der als Wahrzeichen des Kreises Olpe gilt und der Vermögensverwaltungsgesellschaft des Kreises gehört, in festlichem Rahmen wiedereröffnet worden. Landrat Beckehoff hatte damals erklärt: „Ich denke, mit der Umsetzung dieses Zukunftskonzeptes haben wir der Hohen Bracht neues Leben eingehaucht, haben sie gewissermaßen wachgeküsst und damit wieder zu dem gemacht, was sie früher gewesen ist: ein begehrtes und über die Grenzen des Kreises Olpe bekanntes Ausflugsziel und Ort für besondere Anlässe und Momente.“

Nach Informationen der SZ ist ein Problem, das der Pächter nicht in den Griff bekommen hat, die Personalfrage. Ein typisches Ausflugslokal wie das auf der Hohen Bracht muss mit extrem schwankenden Gästezahlen planen. Spontan abrufbare Aushilfen sind aber an einem so abgelegenen Ort wie der Hohen Bracht nur schwer verfügbar.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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