SZ

Engel Im Einsatz
Masche für Masche für Mütter und Kinder

Ulrike Moritz und Agnes Freiberger zeigen eine kleine Auswahl der Strickartikel, die sie für die Mutter-Kind-Hilfe auf Märkten verkaufen. Dort treffen sie auch viele Menschen, die sie auf die Schicksale von Müttern und Kindern aufmerksam machen.
2Bilder
  • Ulrike Moritz und Agnes Freiberger zeigen eine kleine Auswahl der Strickartikel, die sie für die Mutter-Kind-Hilfe auf Märkten verkaufen. Dort treffen sie auch viele Menschen, die sie auf die Schicksale von Müttern und Kindern aufmerksam machen.
  • Foto: yve
  • hochgeladen von Praktikant Online

yve Grevenbrück. Mit einem Strahlen öffnet mir Ulrike Moritz die Tür, sie hat gute Laune, ihre Freundin Agnes Freiberger aus Köln ist zu Gast. Genau deshalb hat mich mein Weg für die neue SZ-Serie „Engel im Einsatz“ nach Grevenbrück geführt. Die Kölnerin hat nicht nur großes Talent, sondern engagiert sich fast täglich für hilfsbedürftige Mütter und Kinder. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Strickengeln, die Maschenmuster aus dem Effeff beherrschen.
Die 67-Jährige strickt seit KindheitstagenWenn sie routiniert das Nadelspiel bewegt, entstehen Handarbeiten, die sofort ins Auge fallen – ein leuchtend blauer Dinosaurier, ein putziger Pinguin oder kuschelige Kissen mit Tiergesichtern.

yve Grevenbrück. Mit einem Strahlen öffnet mir Ulrike Moritz die Tür, sie hat gute Laune, ihre Freundin Agnes Freiberger aus Köln ist zu Gast. Genau deshalb hat mich mein Weg für die neue SZ-Serie „Engel im Einsatz“ nach Grevenbrück geführt. Die Kölnerin hat nicht nur großes Talent, sondern engagiert sich fast täglich für hilfsbedürftige Mütter und Kinder. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Strickengeln, die Maschenmuster aus dem Effeff beherrschen.

Die 67-Jährige strickt seit Kindheitstagen

Wenn sie routiniert das Nadelspiel bewegt, entstehen Handarbeiten, die sofort ins Auge fallen – ein leuchtend blauer Dinosaurier, ein putziger Pinguin oder kuschelige Kissen mit Tiergesichtern. „Ich lasse mir immer wieder etwas Neues einfallen“, erzählt die 67-Jährige, die seit Kindheitstagen strickt. „Das gehört einfach zu meinem Leben.“ Ihr soziales Engagement beginnt vor über zehn Jahren, „da habe ich mit Ulrike Moritz Freundschaft geschlossen“. „Wir haben uns über meinen Bruder kennengelernt“, fügt die Grevenbrückerin hinzu. Seit 15 Jahren engagiert sich Ulrike Moritz im Verein Mutter-Kind-Hilfe für den Kreis Olpe, zehn Jahre davon im Vorstand. „Ich habe Agnes bei unserem Kennenlernen von der Arbeit des Vereins erzählt, die so wichtig ist.“

Ulrike Moritz hat Tränen in den Augen, als sie an die Schicksale der jungen Frauen denkt, die ihr Kind austragen möchten, sich aber in einer absolut ausweglosen Situation befinden. Hier unterstützt die Mutter-Kind-Hilfe vor allem jugendliche werdende Müttern und hilft nach der Entbindung ihnen und den Kindern weiter. Eine Möglichkeit ist das Zusammenleben mit anderen Mütter oder auch jungen Vätern im Mutter-Kind-Haus „Aline“ in Olpe.

„Wir möchten Freude schenken“

Ulrike Moritz ist regelmäßig auf kleinen Märkten vertreten, hauptsächlich um Mitglieder für den Verein zu gewinnen, in den Anfangszeiten ist ein Glücksrad ihr ständiger Begleiter. „Das klapprige Teil ist jetzt eingemottet“, lacht die 58-Jährige. Heute steht ihre Freundin Agnes mit am Stand, um gestrickte Rasseln, von Garn ummantelte Beißringe, Mützen mit Gesichtern oder Tiere in mannigfaltigen Farben zu verkaufen. „Alles zu erschwinglichen Preisen“, so die 67-Jährige. Nicht selten übersteige der Woll- den Verkaufspreis. „Wir möchten Freude schenken“, sagt Ulrike Moritz und zeigt auf eine kleine Schachtel. „In der Gruppe ist auch eine Engelfrau.“

Die neue Serie „Engel im Einsatz“ startet in Grevenbrück.
  • Die neue Serie „Engel im Einsatz“ startet in Grevenbrück.
  • Foto: technik
  • hochgeladen von Praktikant Online

Dieser liege das Stricken einfach nicht, sie schätze aber die Gesellschaft der Strickengel. Daher stelle sie aus Seiten von alten Gesangsbüchern kleine Engel zum Aufhängen her. „Artikel, die wir nicht verkaufen, spenden wir“, betont die 58-Jährige. „Sämtliche Einnahmen kommen der Mutter-Kind-Hilfe zugute.“

Die Frauen achten auf Qualität

Agnes Freiberger verwendet neue Wolle zum Stricken. Gebrauchten, über Jahre in Kisten verpackten Knäueln sähe man einfach die Jahre an. Generell achten die Frauen auf Qualität. Die Kölnerin nimmt im Gespräch eine bunte Strickrassel in die Hand. „Kleine Kinder nehmen ja alles in den Mund, alle Strickprodukte können bei 30 Grad in der Maschine gewaschen werden.“ Etwas von Hand zu waschen, sei heutzutage zu mühselig. „Dafür haben Mütter auch gar keine Zeit“, ergänzt Ulrike Moritz.
Agnes Freiberger und Ulrike Moritz säubern zudem aus Kinderzimmern verbannte Stofftiere. „Die verkaufen wir natürlich nicht.“ Die Frauen nehmen sie mit auf die Märkte, stellen sie in Reih und Glied hinter ein Schild mit der Aufschrift „Nur in liebe Hände abzugeben“. Das wirke, freuen sich die Frauen jedes Mal aufs Neue über leuchtende Kinderaugen. Auf den Märkten möglichst viele Einnahmen zu akquirieren, stehe nicht unbedingt im Vordergrund ihres sozialen Engagement.

Die Pandemie hat das Leid verschärft

„Wir möchten den Menschen erklären, wofür wir uns einsetzten, wir möchten auf uns aufmerksam machen, von den Notlagen berichten, in denen sich junge oder werdende Mütter mit familiären, sozialen oder psychischen Probleme befinden.“ Die Pandemie habe das Leid verschärft. „Das ist deutlich zu spüren.“ Jedes Kind sollte die Chance erhalten, in einer behüteten und vertrauensvollen Umgebung aufzuwachsen. Das habe die geistige Mutter des Vereins, Elsbeth Rickers (†) aus Wenden, bewirken wollen. Wenn sie stricke, erzählt Agnes Freiberger, dann wisse sie, dass sie gerade etwas für die Jüngsten in der Gesellschaft tue. „Das ist ein gutes Gefühl.“

Wolle kauft die 67-Jährige gleich kistenweise. „Corona hat dafür gesorgt, dass ich zum ersten Mal im Internet bestellen musste.“ Zum Glück könne sie wieder in ein Geschäft gehen. „Ich möchte die Farbe sehen und die Wolle anfassen.“ Bis zum Weihnachtsmarkt am Museum in Wendenerhütte braucht sie ein riesiges Sortiment. Das stetig leise Klappern der Nadeln dürfte in ihrer Kölner Wohnung in den nächsten Monaten also selten versiegen.

Ulrike Moritz und Agnes Freiberger zeigen eine kleine Auswahl der Strickartikel, die sie für die Mutter-Kind-Hilfe auf Märkten verkaufen. Dort treffen sie auch viele Menschen, die sie auf die Schicksale von Müttern und Kindern aufmerksam machen.
Die neue Serie „Engel im Einsatz“ startet in Grevenbrück.
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen