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Verbraucherzentrale gibt Tipps
So vermeidet man Ärger bei der Badsanierung

Viele Hausbesitzer investieren in ein neues Badezimmer - die Verbraucherzentrale gibt Tipps gegen Ärger bei den Arbeiten.
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  • Viele Hausbesitzer investieren in ein neues Badezimmer - die Verbraucherzentrale gibt Tipps gegen Ärger bei den Arbeiten.
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win Olpe/Altenhundem. Es ist rund drei Wochen her, dass die SZ über ein Zivilverfahren im Landgericht berichtete. Ein Olper Unternehmer hatte einen Kunden verklagt, der sich weigerte, die Rechnung für ein neues Bad zu begleichen. Die Vorwürfe des Kunden reichten dabei von Fälschung von Unterschriften bis zum Verstecken des Deckblatts eines Kaufvertrags in einem Stapel anderer Papiere. Nach der Veröffentlichung des Berichts gab es Rückmeldungen aus dem gesamten SZ-Verbreitungsgebiet: Leserinnen und Leser berichteten von ähnlichen oder gleichen Erfahrungen, die zum Teil schon Jahre zurückliegen, zum Teil auch erst ganz frisch noch nach der Veröffentlichung des Berichts gemacht wurden.

win Olpe/Altenhundem. Es ist rund drei Wochen her, dass die SZ über ein Zivilverfahren im Landgericht berichtete. Ein Olper Unternehmer hatte einen Kunden verklagt, der sich weigerte, die Rechnung für ein neues Bad zu begleichen. Die Vorwürfe des Kunden reichten dabei von Fälschung von Unterschriften bis zum Verstecken des Deckblatts eines Kaufvertrags in einem Stapel anderer Papiere. Nach der Veröffentlichung des Berichts gab es Rückmeldungen aus dem gesamten SZ-Verbreitungsgebiet: Leserinnen und Leser berichteten von ähnlichen oder gleichen Erfahrungen, die zum Teil schon Jahre zurückliegen, zum Teil auch erst ganz frisch noch nach der Veröffentlichung des Berichts gemacht wurden. Die SZ fragte bei Anne Hausmann, der Leiterin der Verbraucherzentrale in Altenhundem, nach, was Kunden tun können, um so etwas zu vermeiden.

Anne Hausmann, Leiterin der Verbraucherzentrale in Altenhundem, hat eine Vielzahl von Tipps zur Vermeidung von Ärger bei anstehenden Badsanierungen.
  • Anne Hausmann, Leiterin der Verbraucherzentrale in Altenhundem, hat eine Vielzahl von Tipps zur Vermeidung von Ärger bei anstehenden Badsanierungen.
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„Ich kenne diese Beschwerden“, so Anne Hausmann, die Verbraucherzentrale habe mehrfach Anfragen wegen ähnlicher Inhalte erhalten. Sie hat eine ganze Reihe von Tipps, was vor einer Badsanierung zu tun und was zu lassen ist. Jeder Kunde, der ein Unternehmen in dessen Räumen aufsucht, müsse sich im Klaren sein, dass man sich am Geschäftsort der Firma befinde. Wenn dort ein Vertrag unterschrieben werde, dann gebe es, anders als bei „Haustürgeschäften“, keine Möglichkeit, diesen Vertrag innerhalb einer Frist zu widerrufen. „Wenn man sofort etwas unterschreiben soll, ist es daher schon ein Grund, hellhörig zu werden“, so Anne Hausmann.

Ein Angebot ist zunächst kostenlos

Grundsätzlich sei ein Angebot zunächst kostenlos. Geld könne ein Unternehmen nur dann verlangen, wenn es mit einem gewissen Aufwand verbunden sei – und nur, wenn entsprechend mit dem Kunden vereinbart. Außerdem gebe es einen Unterschied zwischen einem Angebot und einem Kostenvoranschlag. Das Angebot sei bindend, der Kostenvoranschlag nur eine grobe Schätzung, die aber zumindest eine Ahnung vom zu erwartenden Aufwand zulasse. Ein reines Angebot „würde ich nie unterschreiben“, so Anne Hausmann.

Wenn ein Unternehmer einen Kunden etwas mit der Begründung unterschreiben lasse, dies sei „für den Datenschutz“, dann müsse es sich um eine gesonderte, ausdrückliche Datenschutzerklärung handeln, die auch diesen Titel trage Fördermittel bei der KfW-Bank könnten nicht mit einem Angebot angefordert werden. Um diese Gelder zu erlangen, müsse ein entsprechender Antrag vor dem Beginn der Arbeiten gestellt werden. Grundsätzlich sei zu empfehlen, bei größeren Baumaßnahmen wie einer Badsanierung nicht nur ein Angebot einzuholen, sondern mindestens zwei. Weiterhin sei empfehlenswert, im Bekanntenkreis Erkundungen nach Erfahrungen mit entsprechenden Unternehmen einzuholen.

Der Blick ins Branchenbuch lohnt

Selbstverständlich sei auch ein Blick ins Branchenbuch empfehlenswert, hier sei große Vorsicht bei Firmen angesagt, deren kryptische Firmennamen beispielsweise mit „AAAAAA“ anfangen, um ganz vorn in der alphabetisch sortierten Liste aufzutauchen. Diese seien oft weit weg und nicht immer seriös.
Eine Adresse für Empfehlungen seien auch Handwerkskammer und Innungen. Hier lasse sich nach Referenzen fragen und klären, ob eine Firma ein Meisterbetrieb sei. Wenn ein Angebot erstellt wurde, heiße es, dieses zu prüfen. „Steht wirklich alles drin, was nötig ist? Beispielsweise bei einer Badsanierung, ob der Ausbau der alten Fliesen und deren Entsorgung aufgenommen wurde, alle Vor-, Nach- und Nebenarbeiten.“ Erst wenn dies gesichert sei, heiße es, den Vertrag zu schließen. Und hier müsse noch einmal hingesehen werden, ob es ein reiner Kaufvertrag sei, der nur die Lieferung der Materialien umfasst, oder einen Werkvertrag, der auch den Einbau und die Montage beinhalte.

Verbraucherzentrale gibt Tipps

„Nehmen Sie ein Angebot immer erst mit nach Hause, schlafen Sie eine Nacht darüber und nehmen Sie sich Zeit, abzugleichen, ob wirklich alles drinsteht“, empfiehlt die Verbraucherschützerin. Die Zahlung des fälligen Betrags unmittelbar nach Unterschrift sei „sehr, sehr unüblich“, so Anne Hausmann. Vielmehr sei eigentlich die volle Summe erst nach dem Abschluss der Arbeiten und der Überprüfung von deren Vollständigkeit fällig.
Die Verbraucherzentrale stehe jederzeit für weitere Auskünfte bereit, „wir sind nicht nur da, wenn etwas schiefgegangen ist“, so Anne Hausmann: montags und donnerstags von 9 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr, dienstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr unter Tel. (0 27 23) 7 19 57 20.

Viele Hausbesitzer investieren in ein neues Badezimmer - die Verbraucherzentrale gibt Tipps gegen Ärger bei den Arbeiten.
Anne Hausmann, Leiterin der Verbraucherzentrale in Altenhundem, hat eine Vielzahl von Tipps zur Vermeidung von Ärger bei anstehenden Badsanierungen.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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