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Erntespaß und Genuss gleich körbeweise
Süße Verlockung auf dem Erdbeerfeld

2021 ist ein guter Jahrgang. Darüber freut sich auch Jona, der auch vergangenes Jahr fleißig gepflückt hat.
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  • 2021 ist ein guter Jahrgang. Darüber freut sich auch Jona, der auch vergangenes Jahr fleißig gepflückt hat.
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js Kückelheim. Worin unterscheidet sich die Erdbeere überhaupt nicht von der Pflaume, der Mirabelle und der Johannisbeere? Na klar, frisch gepflückt schmeckt sie am besten. Und zwar an Ort und Stelle, da wo sie wächst. Auf diesen gemeinsamen Nenner dürften sich all diejenigen Besucher einigen, die es auf das Feld im Schmallenberger Sauerland verschlagen hat an diesem sommerlichen Vormittag. Zum Naschen aber sind sie nicht gekommen. Nicht nur.
Munteres Treiben in Kückelheim
Zweimal im Jahr herrscht ausgesprochen munteres Treiben in Kückelheim, einem kleinen idyllischen Dörfchen bei Schmallenberg. Dann ist Erntezeit: Im Winter sind es Weihnachtsbäume, Erdbeeren im Sommer.

js Kückelheim. Worin unterscheidet sich die Erdbeere überhaupt nicht von der Pflaume, der Mirabelle und der Johannisbeere? Na klar, frisch gepflückt schmeckt sie am besten. Und zwar an Ort und Stelle, da wo sie wächst. Auf diesen gemeinsamen Nenner dürften sich all diejenigen Besucher einigen, die es auf das Feld im Schmallenberger Sauerland verschlagen hat an diesem sommerlichen Vormittag. Zum Naschen aber sind sie nicht gekommen. Nicht nur.

Munteres Treiben in Kückelheim

Zweimal im Jahr herrscht ausgesprochen munteres Treiben in Kückelheim, einem kleinen idyllischen Dörfchen bei Schmallenberg. Dann ist Erntezeit: Im Winter sind es Weihnachtsbäume, Erdbeeren im Sommer. Die Besucher lassen sich nicht lang bitten, kommen aus der gesamten Region: aus dem Hochsauerlandkreis selbst, aber auch aus Siegerland, Wittgenstein und dem Kreis Olpe – ein Blick auf die Nummernschilder der am Feldwegrand geparkten Autos macht’s deutlich. Auch bis Sundern, Meschede, Winterberg und Hallenberg reicht das Einzugsgebiet, berichtet Josef Trippe. Er ist Chef des Familienbetriebs Helmut Trippe, der bereits in zweiter Generation besteht, und dessen Hauptgeschäft nach wie vor der Verkauf von Weihnachtsbäumen ist.

,,Wer nicht probiert, ist doch selbst schuld'' Josef Trippe.
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Seid fast drei Jahrzenten gibt es die Erdbeerfarm

Neu ist die Sauerländer Erdbeerfarm nicht – auch wenn sie immer wieder neu entdeckt wird, von Familien etwa, die einen Ausflug machen und einmal selbst ernten möchten. „Angefangen haben wir schon Anfang der 90er-Jahre“, berichtet Josef Trippe. Ein Weihnachtsbaumkunde brachte die Familie seinerzeit auf die Idee, im dafür eigentlich untypischen Sauerland auf ein ganz anderes Gewächs zu setzen. „Hier würden auch Erdbeeren wachsen“, habe der Kunde sie ermutigt. Auf einen Versuch im kleinen Stil kam es also an – und der war erfolgreich. „Das hat sofort funktioniert“, erinnert sich Trippe. Fortan wurden Flächen, auf denen eine Zeit lang keine Weihnachtsbäume sprießen, zum Erdbeerfeld. Alle drei Jahre werden die Flächen gewechselt, zwischendurch gedeiht Getreide, dann wieder Tännchen; ein Fruchtwechsel wie aus dem Lehrbuch.

Auch Naschen ist erlaubt. Das lässt sich Tom nicht zweimal sagen.
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Der eigentlich ungewöhnliche Standort im Hochsauerland hat sich in all den Jahren bewährt, mit Höhen und Tiefen, versteht sich. Mit guten und schlechteren Zeiten. Eine zweite Plantage in Berghausen indes hat sich nicht durchgesetzt vor zweieinhalb Jahrzehnten, das Klima dort erwies sich als weniger passend. Die Wittgensteiner Kunden jedoch blieben treu, nehmen die Anfahrt übers Land für leckere Aussichten gern in Kauf. Selbst wenn fertig gepflückte Erdbeeren zum Angebot gehören, die meisten Kunden schreiten lieber selbst zur Tat. Die Ernte wird zum Erlebnis.

2021 verspricht ein gutes Erdbeerjahr

Jona und Tom aus Ferndorf haben es sich bereits gut schmecken lassen an diesem Vormittag. Schon im vergangenen Jahr waren die beiden Jungs mit Oma und Opa aus Hilchenbach nach Kückelheim gefahren, um die fruchtige Zutat für selbstgemachte Marmelade zu besorgen. Sie kennen sich bereits aus auf diesem Acker, werden in diesem Jahr aber sehr viel schneller fündig. Rasch füllen sich die Körbe, zweieinhalb bis drei Kilo passen hinein. Bezahlt wird später, abgewogen auf dem Weg zurück ins Tal. Nicht berechnet: die bereits vertilgten Früchte.

Es ist genug für jeden da: Wer zum Erdbeerernten kommt, darf sich einen zugewiesenen Bereich vorknöpfen und abernten.
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2021 verspricht ein gutes Erdbeerjahr zu werden im Sauerland. „Normalerweise beginnt die Ernte etwa Mitte Juni und dauert meist um die vier Wochen“, berichtet Trippe. „Dieses Jahr haben wir erst am 22. Juni begonnen.“ Die Saison ist also noch jung; das kalte Frühjahr hat den Startschuss nach hinten verschoben. Schlecht ist das nicht, im Gegenteil: „Die Ernte begann später, sieht aber aktuell besser aus.“ Das liegt daran, dass die Sauerländer im Mai – zur Blütezeit – kaum Frostnächste hatten. „Das war 2020 deutlich schlechter.“ Die aktuelle Saison sei zudem feuchter als die vergangenen Jahre. „Dadurch werden die Früchte größer und dicker.“ Stimmt, das hat auch Jona bemerkt – und hält eine gewaltige Doppelfrucht in die Kamera.

Die Saison läuft. Josef Trippe geht davon aus, dass in diesem Jahr noch etwa bis zum 20. Juli gepflückt werden kann – es sei denn, extremes Wetter funken den Erdbeerfarmern dazwischen. Man weiß ja nie.
Bleibt noch eine Frage: Was droht denn nun den unverbesserlichen Naschkatzen? Klare Antwort: nichts. „Wir können die Kunden ja nicht vorher und nachher auf die Waage stellen“, lacht der Sauerländer über seine eingeschränkte Handhabe. Und überhaupt: „Wer nicht probiert, ist doch selbst schuld.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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