Erste Ambulanz im Kreis Olpe eröffnet / Hilfe für Betroffene und Angehörige
„Viele haben ein verzerrtes Bild von Autismus“

Ulrike Göbel-Rump, Julia Neiß und Aline Zenz (v. l.) bieten in der Autismus-Ambulanz Förderung, Begleitung und Training für Menschen jeden Alters mit jeder Form von Autismus an.  Foto: privat
  • Ulrike Göbel-Rump, Julia Neiß und Aline Zenz (v. l.) bieten in der Autismus-Ambulanz Förderung, Begleitung und Training für Menschen jeden Alters mit jeder Form von Autismus an. Foto: privat
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sz Altenhundem. Mit einer Autismus-Ambulanz an der Hundemstraße 21 in Altenhundem bietet das Deutsche Rote Kreuz im Kreis Olpe einen weiteren Baustein in seiner Angebotspalette. Ziel der Förderung vor Ort ist, Menschen mit Autismus und ihre Angehörige in das öffentliche Leben und in die Arbeitswelt zu integrieren. Damit soll Menschen mit autistischen Störungen eine größtmögliche Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglicht werden, sei es in der Schule, in der Freizeit oder im Beruf.

Die Zahl der an Autismus erkrankten Menschen steige stetig, „weil sich die Diagnosemöglichkeiten verbessert haben“, erklärt Aline Zenz. Zusammen mit Ulrike Göbel-Rump, PTA und Heilpraktikerin für Psychotherapie, leitet sie die Ambulanz. Aline Zenz selber hat ihren Bachelor in Psychologie und erste praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt im Offenen Ganztag in Attendorn gesammelt. Etwa ein Prozent aller Menschen ist von einer Autismusstörung betroffen, ergänzt DRK-Vorstand Torsten Tillmann.

„Speziell das Asperger-Syndrom, eine milde Form des Autismus, hat es dank der Fernsehserie „The Big Bang Theorie“ und Greta Thunberg in den Fokus der Öffentlichkeit geschafft.“ „Doch viele haben ein absolut verzerrtes Bild von dieser Erkrankung“, weiß auch Aline Zenz. „Für viele stehen beim Asperger-Syndrom die Inselbegabung und gewisse Eigenarten im Vordergrund.“ Die gibt es zwar, doch sie sind nur ein Teil der Wirklichkeit. Denn unter den Patienten seien viele, die „gar nicht unmittelbar als Autisten auffallen“. Die aber haben trotzdem zu kämpfen durch Schwierigkeiten im Sozialverhalten oder der Kommunikation. Ironie, Sarkasmus und Metaphern werden von Autisten nicht verstanden. Dadurch entstehen Kommunikationsprobleme.

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die sich in vielen Formen zeigt. Die Therapien in Altenhundem richten sich an alle Formen von Autismus, einer Entwicklungsstörung, die nicht heilbar ist. Wer in der Lage ist, kann die Praxisräume aufsuchen. Reizarme Räume mit hellen Wänden und Böden, die für gewöhnlich als karg bezeichnet würden, sorgen hier bei den Autismus-Betroffenen für eine Wohlfühl-Atmosphäre.

„Wir wollen alles vermeiden, was Autisten verunsichert und eine Reizüberflutung verhindern“, erklärt Ulrike Göbel-Rump. „Wenn der Weg in die Autismus-Ambulanz nicht möglich ist, kommen wir nach Rücksprache auch zu den Betroffenen.“ Die Autismus-Ambulanz ist die einzige im Kreis und verringert die Wege für die Betroffenen, die zuvor nach Netphen, Hamm oder Witten zu Fachärzten und Einrichtungen fahren mussten, erheblich.

„Schon 2016 entstand die erste Idee, eine DRK- Autismus-Ambulanz im Kreis Olpe zu eröffnen. Wir haben Bedarfe ermittelt, Kontakt mit der Selbsthilfegruppe im DRK-Mehrgenerationenhaus aufgenommen und den damaligen Behindertenbeauftragten des Kreis Olpe, Friedhelm Hoffmann, zu Rate gezogen“, so Julia Neiss als Projektentwicklerin und zuständige Fachbereichsleitung der Kinder und Jugendhilfe im DRK. Es folgte ein Antrag auf Förderung bei der Aktion Mensch, die eine Personal- und Investitionskostenförderung zusagte und im vergangenen Jahr auch bereitstellte. Nun starte die Autismus-Ambulanz richtig durch.

„Wir helfen Betroffenen und Angehörigen, die richtige Beratung, Förderung und Unterstützung zu bekommen“, versprechen die beiden Fachfrauen, die dabei unter anderem auf eine gute Vernetzung von DR- Einrichtungen von Logopädie über Motopädie, Ergotherapie, Frühförderung sowie fachliche Kompetenz zurückgreifen können. Weitere Infos unter Tel. (0 27 23) 7 17 86 51 oder per E-Mail an . autismusambulanz@kv-olpe.drk.de

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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