AK-Land strebt Gigabit-Netz an

Bedarf steigt - Bandbreite auch?

Rund 220 Millionen Euro würde es wohl kosten, sämtlichen Häusern des AK-Lands eine neue Strippe für einen Glasfaseranschluss zu ziehen.

Rund 220 Millionen Euro würde es wohl kosten, sämtlichen Häusern des AK-Lands eine neue Strippe für einen Glasfaseranschluss zu ziehen.

dach Altenkirchen. Mit dem „Nielsen-Gesetz“ ist es so eine Sache. Ein Gesetz im wissenschaftlichen Sinne ist es nicht, dennoch hat sich die Prognose von Informatik-Schriftsteller Jakob Nielsen als ziemlich deckungsgleich mit der Realität erwiesen. Der Bedarf an Internet-Bandbreite wächst jedes Jahr um 50 Prozent, hatte der geborene Däne einst vorausgesagt. Und siehe da, die erhobenen Daten der vergangenen 38 Jahre passen ziemlich genau zu dieser Prognose.

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Lars Kober macht sich diese Korrelation zunutze, um weiterhin für das „Graue-Flecken-Programm“ (die SZ berichtete) zu werben. Damit sollen nahezu sämtliche Gebäude im AK-Land mit einem Glasfaseranschluss versorgt werden. Das würde bedeuten: Turbo-Internet für alle.

Kreis von Anfang an ganz vorne dabei

Kober, Chef der Wirtschaftsförderung des AK-Kreises, erläuterte am Donnerstag den aktuellen Stand in einem Pressegespräch. Nach wie vor ist es die Strategie des Kreises Altenkirchen, bei diesem Programm, das derzeit „in der Mache“ ist, von Anfang an ganz vorne mit dabei zu sein. „Wir versuchen, uns vor die Welle zu setzen, vor die Antragsflut“, so Kober. Und das nicht ohne Grund. Denn es geht um richtig viel Geld.

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Rund 220 Millionen Euro, so Landrat Dr. Peter Enders, sind es. So viel würde es wohl kosten, sämtlichen Häusern des AK-Lands eine neue Strippe zu ziehen. Der Clou: Das Programm sieht vor, dass 50 Prozent der Kosten der Bund übernimmt und 40 Prozent das Land. 10 Prozent müssten die Kommunen stemmen. Alle Orts- bzw. Verbandsgemeinden, die sich bislang mit dem Thema beschäftigt haben, hätten grünes Licht gegeben, so Kober.

Echter Standortvorteil

Und hier sieht der Wirtschaftsförderer einen echten Standortvorteil. Denn nicht wenige Landkreise seien derzeit noch dabei, die grauen Verteilerkästen ans Glasfasernetz anzuschließen. Das ist im AK-Kreis bereits Ende 2019 abgeschlossen worden. Andere müssten noch die Schulgebäude mit den begehrten Kabeln bestücken. Das ist zwischen Friesenhagen und Flammersfeld mit dem vergangenen Winter „hinterm Pflug“.

Die Krux: Es gibt noch keine verbindlichen Richtlinien zum „Graue-Flecken-Programm“, auch wenn diese zunächst für das erste Quartal 2021 erwartet worden waren. Kober setzt nun auf den Sommer – und dass sich die AK-Kreisverwaltung dann gleich ans Werk machen kann, mit sämtlichen nötigen Beschlüssen im Rücken. Denn eines steht bereits jetzt fest: Das Budget, das für den Glasfaserausbau zur Verfügung steht, wird bei Weitem nicht für alle reichen. Im aktuellen Entwurf hat man auch gleich „Einzellagen“, die mehr als 400 Meter vom letzten „Anschlusspunkt“ entfernt sind – beide Begriffe sind nicht genauer definiert –, aus der Förderung herausgenommen.

Um Fördergelder bemühen

Apropos nicht alle: Die Alt-Verbandsgemeinde Betzdorf ist noch immer außen vor. Hier hatte man vor Jahren ein eigenes Netz aufgebaut. An Sieg und Heller muss man sich daher um eigene Fördergelder bemühen.

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Landrat Enders machte keinen Hehl aus seiner anfänglichen Skepsis, vor allem der hohen Summen wegen, die bei dem Programm im Raum stehen. Das hat sich allerdings relativiert: „Wenn wir uns nicht darum bemühen, werden wir nicht dabei sein.“ 5300 Euro, so eine Schätzung, werde es durchschnittlich kosten, ein Gebäude ans Turbonetz anzuklemmen. Davon müssten eben jeweils 530 Euro die Kommunen übernehmen. Enders: „Es ist die Chance für den ländlichen Raum.“ Denn neu sei, dass man, was den Transport von Daten betreffe, plötzlich in Konkurrenz zum urbanen Raum stehe.

Prognose: Glasfaserausbau bis 2028 abgeschlossen

Bis 2028, so die Prognose, könnte mithilfe des in Rede stehenden Programms der Glasfaserausbau zum sogenannten Gigabitnetz abgeschlossen sein. Nicht förderfähig sind dabei die Kabelnetze, die von sich aus, bei entsprechender Softwareanpassung, zu solchen Geschwindigkeiten fähig sein sollen.

Lars Kober hat sich das „Nielsen-Gesetz“ noch einmal genauer angesehen. Er kommt zu dem Schluss, dass der Kreis Altenkirchen – auch wenn es derzeit in puncto Internet vielerorts gut aussieht – 2025 ins Hintertreffen gerät. Denn dann komme man mit den derzeitigen Kupferkabeln, die von den Verteilerkästen zu den Häusern reichen, „komplett ans Limit“.

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