3500 Dosen Biontech/<wbr>Pfizer,

Hausärzte verimpfen „AK-Sonderration“

In 20 Arztpraxen im AK-Land finden aktuell Corona-Impfungen statt, so wie bei Dr. Peter Wingenfeld in Betzdorf. Allerdings geht es zunächst nur um den zusätzlich bereitgestellten Impfstoff.

In 20 Arztpraxen im AK-Land finden aktuell Corona-Impfungen statt, so wie bei Dr. Peter Wingenfeld in Betzdorf. Allerdings geht es zunächst nur um den zusätzlich bereitgestellten Impfstoff.

nb Betzdorf/Kirchen. Mit „Extrarationen“ gegen den „Hotspot-Status“: Seit Montag werden im Kreis Altenkirchen 3500 zusätzliche Dosen Biontech/Pfizer verimpft. Wie berichtet, folgt das AK-Land damit dem Vorbild des ebenfalls stark betroffenen Kreises Germersheim. Aufgrund der anhaltend hohen Inzidenzwerte bei diffusem Infektionsgeschehen hatte sich Landrat Dr. Peter Enders mit der Bitte ans Mainzer Gesundheitsministerium gewandt, die Impfquote im Corona-gebeutelten Kreis zu erhöhen. Und zwar nicht nur mit dem zusätzlichen Impfstoff, sondern durch die frühzeitige Beteiligung der hiesigen Hausärzte. Im vergangenen Woche kam das Okay aus der Landeshauptstadt – und am Montag wurden zwischen Friesenhagen und Flammersfeld die ersten Pikser gesetzt.

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Hausärzte müssen kurzfristig auf Corona-Entscheidungen reagieren

3500 zusätzliche Dosen wurden zur Verfügung gestellt – da zwei Impfungen für ausreichend Schutz nötig sind, heißt das: 1750 Menschen bekommen den „Zusatzstoff“ –, in 20 AK-Praxen wird geimpft. Eine davon: Die Praxis von Dr. Peter Wingenfeld mitten in Betzdorf.

Wie so oft in der Pandemie hieß es auch im Fall der Impfungen durch die Hausärzte, kurzfristig auf politische Entscheidungen zu reagieren. Wingenfeld und sein Team haben die in Frage kommenden Patienten „aktiv angesprochen“, heißt: innerhalb kürzester Zeit wurden rund 200 Menschen „abtelefoniert“. Rund 90 Impfdosen hat die Betzdorfer Praxis zur Verfügung und schon am Auftakttag standen 50 Impfungen im Kalender der Praxis.

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Wichtig ist hierbei zu wissen: Auch die zusätzlichen Impfdosen dürfen nur Personen aus den ersten beiden Priorisierungsgruppen verabreicht werden. Ein fitter 35-Jähriger braucht sich also derzeit noch nicht bei seinem Hausarzt zu melden. Und, so Dr. Wingenfeld, wer bereits einen Termin im Impfzentrum hat, sollte diesen wahrnehmen.

Johann Schmidt aus Betzdorf der erste Patient

Die Impfungen an sich sind kein Problem für den Betzdorfer Mediziner: „Die Hausärzte machen das seit Jahrzehnten“, so Wingenfeld, „das ist unser tägliches Brot.“ Erster Patient, der in Wingenfelds Praxis den Corona-Schutz bekommt: Johann Schmidt aus Betzdorf. Linker Ärmel hoch, Arm lockerlassen, Spritze in den Oberarm, Eintrag in den Impfpass – innerhalb kürzester Zeit ist alles erledigt. Und ja, beantwortet Schmidt die entsprechende Frage: Er hätte sich auch den Impfstoff AstraZeneca, der ja nicht mehr gerade das allerbeste Image hat, injizieren lassen.

Auch ein Stück siegaufwärts, in der Kirchener Gemeinschaftspraxis, ist am ersten Corona-Impftag alles soweit gut gelaufen. „Wir können froh sein, dass wir die Impfdosen bekommen haben“, so Dr. Andreas Stühn mit Blick auf steigende Inzidenzwerte auch in anderen Kreisen. Die Praxis habe eine eigene Priorisierungsliste (natürlich innerhalb der ersten beiden Priorisierungsgruppen) erstellt, erklärt der Arzt. Den Vorteil bei den Hausärzten sieht er unter anderem darin: Die Mediziner kennen ihre Patienten meist sehr gut, diese wiederum haben ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den Ärzten.

Impfstoff muss innerhalb weniger Stunden verimpft werden

Aber die Impfungen sind eben auch eine zusätzliche Aufgabe für die große Gemeinschaftspraxis, die bekanntermaßen auch die Infektambulanz in Freusburg betreiben, die allein am Montag von 26 Personen aufgesucht wurde. Und dann sind da ja noch die sonstigen Patienten. Hinzu kommt: Ist der Impfstoff in Wissen geholt worden, muss „Tempo gemacht“ werden, wie Stühn sagt, schließlich muss Biontech/Pfizer innerhalb weniger Stunden verimpft werden. Jetzt gelte es zu schauen, wie das Impfen am besten in den Kirchener Praxisalltag integriert werden könne – zum Beispiel, ob jeweils „nur“ einer der Ärzte impfen oder mehrere. Schließlich sollen nach Ostern die Hausärzte ohnehin beim Impfen dabei sein und nicht wie jetzt nur beim Zusatzkontingent. Für die Menschen, die eine Dose der „Extraration“ bekommen habe, gilt auf jeden Fall laut Dr. Stühn: „Sie sind alle einfach sehr dankbar.“

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