Aus Hang soll große Ebene werden

Dauersberg II komplett „umklappen“

Nach den Harvestern werden die Bagger und Kipper hier jede Menge Diesel benötigen, um das Gelände von
Dauersberg II „umzuklappen“. Der Sportplatz bleibt indes unberührt.

Nach den Harvestern werden die Bagger und Kipper hier jede Menge Diesel benötigen, um das Gelände von Dauersberg II „umzuklappen“. Der Sportplatz bleibt indes unberührt.

dach Betzdorf. In Herdorf kennt man sich mit dem „Umklappen“ bereits aus: Im Bereich San Fernando wurden unzählige Lkw-Ladungen Erdboden von A nach B gekarrt, um am Ende aus einem Hang eine ebene Fläche zu machen. Und genau dasselbe soll nun auch im geplanten Gewerbegebiet „Dauersberg II“ in Betzdorf geschehen. Der Stadtrat hat am Mittwochabend zumindest die Anpassung des Bebauungsplans „Gewerbepark Betzdorf (Erweiterung)“ auf die Reise geschickt, bei 17 Ja- und vier Nein-Stimmen. Denn: Weil das Areal teils sehr steil ist, das maximale Gefälle beträgt 15 Grad, würden die Grundstücke unterhalb und oberhalb der neu geplanten Erschließungsstraße ziemlich schräg in der Landschaft liegen. Das hätte den Effekt, dass jedes Unternehmen, das dort Land kauft, selbst das Begradigen des jeweiligen Grundstücks in Auftrag geben müsste.

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Gesamtes Areal umwühlen

Für die Grundstücke unterhalb der künftigen Straße entstünden weitere Probleme, nämlich solche in Bezug auf den Kanalanschluss. Außerdem legt der Bebauungsplan hier konkrete Firsthöhen für Gebäude fest. Alles in allem: wenig attraktiv, lautet die schriftliche Einschätzung des Bauamts – und wartet schließlich mit der Idee des „Umklappens“ auf. Das gesamte Areal – bis auf den Sportplatz – würde quasi umgewühlt, sodass am Ende eine Ebene entsteht, auf Höhenniveau der Erschließungsstraße – vergleichbar mit „Dauersberg I“. Das erleichtert nicht nur die Vermarktung, sondern lässt auch eine deutlich bessere Nutzung des Geländes zu. Die Krux: Das wird wohl 1,6 Millionen Euro kosten, ohne die Straße (600 000 Euro).

Nachfrage sehr hoch 

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Betzdorf sei „nach wie vor sehr, sehr hoch“, befand Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer. CDU-Fraktionssprecher Werner Hollmann zeigte sich „froh, dass es endlich weitergeht“. Man hätte aber auch viel schneller sein können. Das sah auch FWG-Fraktionssprecher Hans-Werner Söhngen so: „Es wird Zeit.“ Und FDP-Sprecher Florian Baldus meinte: „Die Investoren stehen Schlange.“ Es sei wichtig, die Fläche in Gänze vorzubereiten. Sobald man dort Bewegung sehe, würden die Grundstücke „ratzfatz weg sein“. Monika Lieth von den Grünen wollte allerdings nicht ins Loblied einstimmen. Sie sei vielmehr verblüfft ob der Entwicklung. „Der Hang ist ja nicht erst seit gestern schräg.“ Die aufgerufene Summe fand sie derweil „völlig unverhältnismäßig“. Sozialdemokrat Karl-Heinz Mohr ließ ebenfalls durchklingen, dass das gesamte Projekt Dauersberg II durchaus lange und kontrovers diskutiert worden war. „Aber wenn Mehrheitsentscheidungen gefallen sind, dann sollte man mitarbeiten.“

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