Boomtown Betzdorf?

Stadt „fahndet“ nach weiteren Baugebieten

Boomtown Betzdorf? Der Stadtrat lässt die Verwaltung auf die Suche nach möglichen Baugebietsflächen gehen.

Boomtown Betzdorf? Der Stadtrat lässt die Verwaltung auf die Suche nach möglichen Baugebietsflächen gehen.

dach Betzdorf. Das Thema sei „brandaktuell“, meinte Florian Baldus. Und der Fraktionssprecher der FDP im Betzdorfer Stadtrat bezog sich dabei auch auf den Bericht in der Siegener Zeitung vom vergangenen Samstag, wonach bei den Nachbarn in der Stadt bzw. Verbandsgemeinde Kirchen Mangel an Bauplätzen herrscht – bei deutlich erhöhter Nachfrage.Klar, in Betzdorf gebe es noch Baulücken. Aber die würden, so Baldus, „mit Gold aufgewogen oder für die Enkelchen verwahrt“. Also kam es nicht von ungefähr, dass seine Fraktion, wie ebenfalls berichtet, im Vorfeld beantragte, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, ob denn am Struthof, oberhalb des Eisenwegs, ein Neubaugebiet entstehen könne. Der Flächennutzungsplan, in dem geregelt ist, was wo geht und was wo eben nicht, gebe dies jedenfalls her.

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Preise ziehen an

Die Grundstückspreise in der Sieg-Heller-Stadt zögen an, auch weil Siegen mit dem Weiterbau der HTS „näher“ herangerückt sei. Hinzu komme der Trend zum Wohnen auf dem Land, so Baldus. Und auch wenn die Stadt bereits mit einem künftigen Baugebiet im Rennen ist, könnte man im Sinne der FDP frei nach James Bond sagen: Der Scheuerberg ist nicht genug.Hans Werner Söhngen (FWG) meldete in der ersten digitalen Stadtratssitzung am Mittwochabend leichte Bedenken an: Es handele sich um eine doch sehr steile Hanglage. Außerdem seien die Zu- und Abfahrt durchaus schwierig. Werner Hollmann sah das genauso – und verwies darauf, dass ein solches Ansinnen bereits vor 20 Jahren verworfen worden sei. „Wir haben in Betzdorf noch andere Flächen, die besser zu erreichen und besser geeignet sind“, so der CDU-Sprecher. Er brachte den Ortsteil Dauersberg ins Spiel, ebenfalls den Engelstein.

Hang als Wasserspeicher

Karl-Heinz Mohr (SPD) rief sich die Treppenanlagen vor den Häusern am Struthof vor Augen, konnte sich aber mit einer Prüfung generell anfreunden. Er plädierte dafür, auch weitere Areale für Wohnhäuser in den neu aufzustellenden Flächennutzungsplan aufzunehmen. Einzig Horst Vetter fand den Vorstoß der FDP „vollkommen abwegig“, und das nicht nur wegen der Topografie. Denn der Hang habe, auch nach seiner Abholzung eine wichtige Funktion, nämlich als Wasserspeicher. Überhaupt, so der Sprecher der Grünen: Junge Leute sollten heutzutage doch beruflich mobil bleiben und sich nicht etwa an ein Eigenheim binden.Das war logischerweise eine Steilvorlage für den Liberalen Baldus: „Glauben Sie mir, auch heute wollen junge Familien noch Rasen mähen und für die Kinder ein bisschen Grün ums Haus haben.“ Benjamin Geldsetzer holte die Kuh schließlich vom Eis: Der Stadtbürgermeister formulierte einen Antrag, wonach die Verwaltung – im Zuge des neuen Flächennutzungsplans – generell prüfen soll, wo in Betzdorf neue Wohnbaugebiete entstehen könnten. Damit konnten sich dann auch alle anfreunden.

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