Die Wohnsitze der Infizierten sind entscheidend

Berechnung der Inzidenz ist knifflig

Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz ist zwar keine höhere Mathematik, dennoch gibt es viele Fallstricke.

Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz ist zwar keine höhere Mathematik, dennoch gibt es viele Fallstricke.

sz Kreis Altenkirchen. Die Sieben-Tage-Inzidenz: ein Begriff, den vor einem Jahr höchstens Eingeweihte kannten. Mittlerweile ist dieser Wert zu einer Art Heiliger Gral in der Bekämpfung der Corona-Pandemie geworden. Nur logisch, dass manch einer ganz genau auf diese Zahl schaut – und auch auf deren täglichen Aufs und Abs. Dabei scheinen die Ergebnisse nicht immer logisch. Daher hat die AK-Kreisverwaltung in Person von Pressesprecher Andreas Schultheis das Zustandekommen des Inzidenzwerts detailliert aufgedröselt.

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Gesundheitsamt übermittelt fortlaufend Daten

Demnach wird die Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen innerhalb der letzten sieben Tage durch die Zahl der Kreis-Einwohner geteilt – vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz wird offiziell der Stand vom 31. Dezember 2020 mit 129 060 angegeben – und mit 100 000 malgenommen. Was einfach klingt, sorgt allerdings gelegentlich für Verwirrung – was ganz wesentlich mit Meldezeitpunkten zusammenhängt, heißt es aus Altenkirchen. Berechnet wird die Inzidenz vom Landesuntersuchungsamt (LUA) mit Sitz in Koblenz, und zwar auf Grundlage derjenigen Meldedaten, die von den kommunalen Gesundheitsämtern erhoben werden. Die Berechnung orientiert sich an den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und folgt einem festen Muster: Das Gesundheitsamt übermittelt fortlaufend an sieben Tagen in der Woche neue Fälle von Covid-19 an das LUA. Hierbei wird das Meldedatum definiert als der Zeitpunkt, „zu dem das Gesundheitsamt Kenntnis von einem Infektionsfall erhält und diesen im elektronischen Übermittlungssystem ‚SurvNet-RKI‘ anlegt.“ Das heißt: Es kann zu erheblichen Abweichungen zu den Meldungen der Gesundheitsämter an die Presse kommen.

Bereinigungen der Statistik notwendig

Weiter erläutert das Landesuntersuchungsamt: „Hieraus ergibt sich, dass beim LUA jeden Tag Meldungen mit verschiedenen Meldedaten eingehen. Täglich um 14 Uhr weist das LUA die Zahl der insgesamt neu eingegangenen (übermittelten), laborbestätigten Fallmeldungen für das Land und seine Gebietseinheiten als Differenz zum Vortag aus. Hierbei muss beachtet werden, dass sich diese Differenz um solche Meldefälle reduziert, die im elektronischen Meldesystem in den letzten 24 Stunden durch die Gesundheitsämter solche Änderungen erfahren haben, dass sie nicht mehr zur Zählung kommen.“ So könne es zum Beispiel vorkommen, dass ein Fall nachträglich einer anderen Gebietseinheit zugeordnet werden muss, weil das Gesundheitsamt bei seinen Recherchen ermittelt hat, dass die erkrankte Person mit ihrem Hauptwohnsitz in einem anderen Landkreis gemeldet ist. Durch solche Prüfungen und Bereinigungen der Gesundheitsämter könne es gelegentlich vorkommen, dass bereits übermittelte Fälle im Nachhinein korrigiert oder wieder gelöscht werden.

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Eigene Berechnungen nur annähernd möglich

Die Sieben-Tage-Inzidenz wird aus der Zahl der Meldungen mit Meldedatum innerhalb der letzten sieben Tage ab dem Berichtstag berechnet. Aber: Nicht alle Meldungen, die in den zurückliegenden sieben Tagen als Differenz neu an das LUA übermittelt wurden, fließen in diese Berechnung ein. Dies liegt daran, dass ein nicht unbedeutender Anteil von eingehenden Meldungen mit einem Meldedatum versehen ist, das nicht innerhalb dieses Sieben-Tages-Zeitraums liegt. Da Außenstehende nicht das Meldedatum zu jeder einzelnen Meldung haben, ist für sie die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz bestenfalls annähernd möglich. Eine Berechnung auf Grundlage der Tagesdifferenz führt demnach fast immer zu einer Überschätzung der Inzidenzwerte. Bei der Datenqualität der Meldungen erhält das heimische Kreisgesundheitsamt übrigens Top-Bewertungen, schreibt die Verwaltung.

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