Kreis Altenkirchen: Bäumchen, wechsel dich

405 „Jahrhundert-Obstbäume“ übergeben

Freuen sich über das gelungene Projekt der Jahrhundert-Obstbaum-Pflanzung, das noch nicht zu Ende ist (v. l.): 
Elena Schäfer, Gerd Dittmann, Olaf Riesner-Seifert und Nadja Krieg (Sachbearbeiterin Umwelt- und Naturschutz).

Freuen sich über das gelungene Projekt der Jahrhundert-Obstbaum-Pflanzung, das noch nicht zu Ende ist (v. l.): Elena Schäfer, Gerd Dittmann, Olaf Riesner-Seifert und Nadja Krieg (Sachbearbeiterin Umwelt- und Naturschutz).

rai Betzdorf. 405 Löcher werden in diesen Tagen im AK-Land „gebuddelt“, denn: So viele „Jahrhundert-Obstbäume“ wurden am Samstag vom Landkreis als Dankeschön an die Kommunen verschenkt, die sich an der Jahrhundertobstbaumzählung beteiligt hatten. Der Parkplatz vor dem Kreishaus war vollbelegt. Nicht mit Autos, sondern mit Apfel-, Kirsch-, Zwetschgen- und Walnussbäumen. Als Paket für die Orte geschnürt, lagen Gewächse samt Stamm- und Wurzelschutz Corona-konform bereit. Seit 2015 werden jährlich die „Jahrhundert-Obstbäume“ ausgegeben. 2020 musste pausiert werden.

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Baumsterben nicht zu erahnen

„Die Aktion Obstbaum-Jahrhundert-Pflanzung ist gut“, sagte der zuständige Kreisbeigeordnete, Gerd Dittmann. Als damals alles anlief, sei das aktuelle Baumsterben gar nicht zu erahnen gewesen. Er erkannte die Leistungen an, die die Menschen beim Pflanzen der Bäume erbringen: „Für den freiwilligen Einsatz sind wir ausgesprochen dankbar.“ Einen besonderen Dank entrichtete er an seine Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde für dieses gelungene Projekt.

Erneute Zählung aller Obstbäume

Ärmel hochkrempeln, das steht für die Helfer an, um die Löcher auszuheben, in denen die Obstbäume ihren künftigen Standort haben werden. Selbst mit einem Minibagger ist noch viel Handarbeit erforderlich. Der Kaninchendraht muss beispielsweise in Form gebracht werden, um die Wurzeln vor Wühlmäusen zu schützen. Stützpfosten müssen in den Boden. Es gab eine detaillierte Anleitung zum Pflanzen. 2013 war schon Fleiß aufgebracht worden, als in den Orten die Obstbäume gezählt wurde. Diese hatten 100 Jahre zuvor die Preußen im AK-Land gezählt. In Anlehnung daran rief der Landkreis zur erneuten Zählung auf. 101 Ortschaften machten mit. Aus den Zahlen von 1913 lässt sich abschätzen, dass es im Schnitt pro Familie 30 Obstbäume gab. Und so viele will der Kreis den beteiligten Orten als Dank für das Zählen spendieren, so Elena Schäfer, Referatsleiterin Bauleitplanung und Umweltschutz. Im Übrigen kostet es den Landkreis nichts.

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Bis zu 100 Euro pro Baum

„Die Obstbaum-Jahrhundert-Pflanzung ist ein Projekt aus dem naturschutzrechtlichen Ersatzgeld zum Erhalt unserer Westerwälder Kulturlandschaft“, so Landespfleger Olaf Riesner-Seifert. Bei einem Eingriff in Natur und Landschaft ist eine Ausgleichsmaßnahme zu leisten. Ist dies so nicht möglich, fließen die Gelder in die Stiftung Natur und Umwelt. Aus diesem Topf werden die finanziellen Mittel geschöpft, die für Pflanzaktion benötigt werden. Pro Exemplar samt Material sind das 80 bis 100 Euro. Im Wesentlichen wurden wieder Apfelbäume abgegeben, aber auch Kirsche, Zwetschge und Walnuss. „Ich freue mich, dass die Ersatzgelder von anderen Eingriffen in die Landschaft so wirkungsvoll zum Erhalt unserer Westerwälder Landschaft zum Einsatz kommt“, so Dittmann.

Bäume in der Region gezogen

Die Obstbäume stammen aus einer Baumschule in Daaden. Diese ziehe alte Sorten noch selbst, so Riesner-Seifert: „Wir können uns glücklich schätzen, dass in unserer Region Bäume selbst gezogen werden.“ Der Landkreis gibt überwiegend alte Sorten weiter, die bestmöglich an die heimischen Böden und Klimaverhältnissen angepasst sind, hieß es. „Ihr hört doch nicht auf mit der Aktion?“: Das sei beim Abholen am Samstag geäußert worden. Die Sorge ist unbegründet. Zum einen sind bislang erst etwas mehr als 2300 der geplanten 3030 Bäume weitergegeben, zum anderen soll es in irgendeiner Form fortgeführt werden, so Schäfer. Weil in den Dörfern allmählich der Platz für Pflanzungen knapp wird, hat sich der Schwerpunkt auf private Grundstücke am Ortsrand und in der Landschaft verschoben. Ein Beispiel dafür sind die Waldinteressenten Nauroth: Vorsteher Rainer Schuster holte gleich 17 Bäume ab. Für einen weiteren Ausgabetermin sind 75 Bäume reserviert, weitere 30 sind abholbereit. Summa summarum werden 2021 bei der Aktion mehr als 500 Obstbäume kreisweit gepflanzt.

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