Veränderungen stehen an

So stellt sich die Kirchengemeinde Betzdorf für die Zukunft auf

Das Presbyterium mit Vorsitzendem Heinz-Günther Brinken und seiner Stellvertreterin Anja Karthäuser möchte bei einer Gemeindeversammlung die Ergebnisse der Visitation vorstellen und bei den Gemeindemitgliedern dafür werben, gemeinsam Visionen für die Gemeinde im Jahr 2030 zu entwickeln.

Das Presbyterium mit Vorsitzendem Heinz-Günther Brinken und seiner Stellvertreterin Anja Karthäuser möchte bei einer Gemeindeversammlung die Ergebnisse der Visitation vorstellen und bei den Gemeindemitgliedern dafür werben, gemeinsam Visionen für die Gemeinde im Jahr 2030 zu entwickeln.

rai Betzdorf. Es muss sich etwas tun, aber es darf sich nichts verändern: Diese Ansicht sei die größte Herausforderung, sagte Jugendreferent und Mitarbeiterpresbyter Eckart Weiss: „Es muss sich etwas verändern, um zukunftsfähig zu werden.“ Es geht darum, wie sich die Kirchengemeinde Betzdorf mit Blick auf 2030 zukunftsfähig als eine „lebendige Gemeinde“ aufstellen wird. Das will das Presbyterium nicht für sich allein im Kämmerlein beraten, sondern die Gemeindemitglieder einladen, sich mit Ideen und Visionen einzubringen. Es wird Veränderungen geben, es muss sie geben: Daran bestand kein Zweifel, als sich das Presbyterium am Mittwoch zum Pressegespräch einfand. Da ist zum Beispiel der Haushalt, der Verluste ausweist. Von den Pfarrstellen her können die rund 3400 Mitgliedern zufrieden sein: Mit anderthalb Stellen sind 150 Prozent besetzt.

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Pfarrer Hein-Günther Brinken geht in den Ruhestand

Das wird sich ändern. Ende Juni 2023 geht Pfarrer Heinz-Günther Brinken in den Ruhestand. Es wird nur noch eine halbe Stelle neu besetzt, so Presbyteriumsvorsitzender Brinken. Die Ev. Kirche im Rheinland wird über Ruhestände peu à peu 1000 Pfarrstellen streichen. Betzdorf wird immer noch 100 Prozent besetzt haben, eine halbe Stelle hat Pfarrerin Anja Karthäuser. „Dass immer weniger Pfarrer für immer mehr Gemeinden zuständig sind, das ist ein Trend, der nicht umkehrbar ist“, sagte Weiss. Für ihn und das Presbyterium ist die Kernfrage: „Welche Weichen müssen wir stellen, um zukunftsfähig zu sein?“ Man brauche nicht denken, dass alles allein mit hauptamtlichen Kräften geleistet werden könne. Alleine will die Gemeindespitze die Weichen nicht stellen, sondern mit allen zusammen.

Der Auftakt soll eine Gemeindeversammlung sein, die im Übrigen ein Teil der Visitation des Kreissynodalvorstandes des Ev. Kirchenkreises Altenkirchen ist. Bei einer Visitation geht es darum, die unterschiedlichen Bereich einer Gemeinde in einem gewissen Turnus zu bewerten. Nach einer schriftlichen Befragung im Oktober gab es schließlich vertiefende Gespräche zu den einzelnen Bereichen. Daraus ist auf 17 Seiten ein Gesamtbericht notiert, der seit Dienstag dem Presbyterium vorliegt.

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Kirchengemeinde Betzdorf stellt sich für die kommenden Jahre auf

„Für uns sind es keine Überraschungen“, sagte Weiss. Dinge, die gut laufen, das habe man schon gewusst, und wo es hakt, das wisse man auch. Letztendlich möchte man aber daraus einen Prozess anstoßen und gemeinsam mit den Mitgliedern überlegen, wie die Gemeinde 2030 aussehen kann. Dass sich die Gemeinde Herausforderungen stellt und nach Lösungen sucht, dafür ist Corona ein gutes Beispiel. So wurde viel in Technik investiert, um z. B. Gottesdienste per Livestream zu übertragen. Inzwischen hat sich ein 15-köpfiges Technikteam im CVJM gebildet. Das neue Kita-Gesetz habe die Verantwortlichen auch vor „unheimliche Herausforderungen“ gestellt, hieß es.

Bei dem Gespräch wurde deutlich, dass das Presbyterium unterbesetzt sei. Zwei Sitze waren schon bei der Wahl 2020 vakant geblieben. Und drei Presbyter sind noch ausgeschieden. Von 13 Plätzen sind nur acht besetzt. Mit den beiden Pfarrern kommt man auf zehn. „Mit dieser kleinen Kraft können wir die Herausforderungen nicht wuppen“, betonte Weiss. Mit 3400 Gemeindemitgliedern – vor 30 Jahren noch 4300 – ist man die viertgrößte Gemeinde im Kirchenkreis, sagte Brinken.

Viele Angebote in der Kirchengemeinde Betzdorf

Es sprudelte aus den Presbytern heraus, als die Frage nach den Angeboten in der Gemeinde kam: Besonders gut aufgestellt sei man in den Bereichen Diakonie, Betzdorfer Tafel, Jugendarbeit und Kitas, sagte Weiss. Nun möchte man aber „weit in die Zukunft schauen und in einen gemeinsamen Prozess einsteigen“. Auch die Haushaltskonsolidierung soll thematisiert werden. Eine Vision von einer lebendigen Gemeinde hat man schon: Man will Anlaufstelle sein für Menschen, die Fragen zum Leben haben, und dass sonntags generationsübergreifend die Gottesdienste besucht werden. „Wir haben das Gefühl, wir sind nur noch am reagieren statt zu agieren“, sagte Weiss. Das soll geändert, Lösungen sollen gesucht werden. Auftakt ist die Gemeindeversammlung am Sonntag, 23. Januar, nach dem 10.30-Uhr-Gottesdienst in der ev. Kreuzkirche.

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