Wahlkämpfer geben noch einmal alles

Showdown auf dem Wochenmarkt in Betzdorf

Wo machen die Wähler am Sonntag ihr Kreuzchen? Auf dem Wochenmarkt in Betzdorf geben die Wahlkämpfer noch einmal alles – nur von der SPD ist weit und breit nichts zu sehen.

Wo machen die Wähler am Sonntag ihr Kreuzchen? Auf dem Wochenmarkt in Betzdorf geben die Wahlkämpfer noch einmal alles – nur von der SPD ist weit und breit nichts zu sehen.

thor Betzdorf. Es gehört seit Jahrzenzehnten zur Tradition, zum guten politischen Ton: Am Freitag vor einer Wahl wechseln auf dem Betzdorfer Wochenmarkt nicht nur Obst, Gemüse und Miederwaren den Besitzer, sondern auch jede Menge Kugelschreiber, Feuerzeuge – und Broschüren. Für die Wahlkämpfer ist ein Erscheinen in der Fußgängerzone eigentlich Pflicht. Und so war es auch diesmal. CDU, FDP, Grüne und Linke hatten ihre Stände aufgebaut, nur von der SPD fehlte zum ersten Mal jede Spur. Bundestagskandidat Martin Diedenhofen war dem Vernehmen nach im Wildenburger Land unterwegs – ob da das Anzahl potenzieller Wähler größer war, mag dahingestellt sein.

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Zuversicht bei Erwin Rüddel von der CDU

CDU: Der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel war schon früh am Stand vorm Rathaus erschienen. „Der Wahlkampf hat langsam angefangen, fast zu langsam“, sagte der Gesundheitspolitiker mit Verweis auf die Festlegung auf einen Kanzlerkandidaten. „Seit vier Wochen aber sind unsere Leute hochmotiviert.“ An den Wahlkampftständen erlebe er auch nicht das, was die Umfragen derzeit Glauben machen wollten. Dabei würden die Menschen ihm persönlich eher ihre Alltagssorgen vortragen und nicht die „großen“ Themen ansprechen. Rüddel erwartet jedenfalls am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wenn es nach dem Christdemokrat geht, wird anschließend eine Jamaika-Koalition gebildet. Warum? „Ich glaube, die Grünen sind verlässlicher als die SPD.“

Die CDU hatte richtig aufgefahren: Neben den üblichen Give-aways gab es für die Marktbesucher auch Muffins und Joghurt-Drinks.

Die CDU hatte richtig aufgefahren: Neben den üblichen Give-aways gab es für die Marktbesucher auch Muffins und Joghurt-Drinks.

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Sandra Weeser wünscht sich gutes Ergebnis für die FDP

FDP: Etwas versteckt neben der Verwaltung hatte die Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser diesmal ihren Wagen platzieren müssen, auch für sie war es das Ende eines „spannenden“ Wahlkampfs. „Wir hatten noch nie so viele Leute am Stand, die sich so für Inhalte interessiert haben. Es wurde sich sehr stark mit den Parteien auseinandergesetzt“, lautet ihre Erfahrung. Viele seien der FDP auch „sehr zugewandt“ gewesen. „Über 12 Prozent würde ich mich freuen“, sagte die Betzdorfern zu ihrer Erwartungshaltung. Und am liebsten wäre ihr eine Regierungsbeteiligung mit der Union. „Wir haben schließlich mit der CDU die größten Schnittmengen. Aber das entscheidet der Wähler.“

Sandra Weeser (M.) hatte nochmals Unterstützung von Udo Piske erhalten.

Sandra Weeser (M.) hatte nochmals Unterstützung von Udo Piske erhalten.

Anna Neuhof wünscht sich Ampel-Koalition

Grüne: Ganz ähnliche Beobachtungen wie Weeser hat die grüne Kreisvorsitzende Anna Neuhof gemacht: „Ich habe den Eindruck, dass die Menschen politisierter sind als in anderen Wahlkämpfen.“ Was nicht bedeute, dass jeder auch gleichermaßen informiert sei. In diesen sehr intensiven Wochen sei oft der Klimaschutz und die Frage nach der Umsetzung angesprochen worden. Oder auch, wie die Energiewende mit der sozialen Absicherung zu verbinden sei, sagte Neuhof. Über den Wahlausgang wollte die Kreisvorsitzende nicht spekulieren, nur soviel: „Meine persönliche Präferenz ist eine Ampel-Koalition.“

Bei den Grünen gab es Äpfel. Auch hier entwickelten sich öfters durchaus tiefergehende Gespräche mit Passanten.

Bei den Grünen gab es Äpfel. Auch hier entwickelten sich öfters durchaus tiefergehende Gespräche mit Passanten.

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Die Linke will mitregieren

Linke: Ein Mitregieren wünscht sich auch Udo Quarz. „In einer Regierung kann man nun mal mehr umsetzen“, sagte der Kreisvorsitzende der Linken. Dass es sich in diesem Fall um Rot-Rot-Grün handelt, dürfte selbsterklärend sein. Die Linke hat nach eigenen Angaben im Wahlkampf viel Zuspruch erhalten, der NATO-Ausstieg und das Thema „Enteignungen“ seien nicht angeprangert worden: „Es war alles sehr easy und sachbezogen.“ Vorbei seien auch die Zeiten, in denen man mit „Na, ihr Kommunisten“ begrüßt worden sei. Quarz: „Ich denke, wir sind im gesellschaftlichen Leben angekommen. Auch dank der Mitarbeit von linken Mandatsträgern in kommunalen Gremien.“

Ratsmitglied Manfred Wolter warb für die Linke.

Ratsmitglied Manfred Wolter warb für die Linke.

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