Bilanzsumme wächst um satte 11,2 Prozent

Westerwald Bank legt Rekordergebnis vor

12,7 Millionen Euro an Steuern haben die Westerwald Bank und ihre Mitarbeiter 2020 abgeführt.

12,7 Millionen Euro an Steuern haben die Westerwald Bank und ihre Mitarbeiter 2020 abgeführt.

dach Kreis Altenkirchen. Vor einem Jahr hatte Wilhelm Höser die Hoffnung ausgesprochen, dass sich die Märkte schnell wieder erholen würden, sobald der Zenit der Pandemie überschritten sei. Zwölf Monate später ist klar: So weit ist es noch nicht. Trotzdem konnten der Vorstandssprecher der Westerwald Bank und seine Kollegen am Freitag gute Zahlen vorweisen. In einer Pressekonferenz stellte das Quartett die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahrs vor. Und die haben es in sich: Die Bilanzsumme steigt um 11,2 Prozent auf 3,42 Milliarden Euro, die Kreditzusagen haben ein Volumen von knapp 600 Millionen Euro (2019: 485 Millionen Euro). Höser: „Das haben wir in der Bank noch nie erreicht. Das ist ein Rekordergebnis.“ Allerdings sind hier auch 37,3 Millionen Euro an Corona-Hilfen als Kredite der KfW „eingepreist“. Zudem hat die Westerwald Bank in 312 Fällen die Tilgung von laufenden Krediten ausgesetzt.

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Einlagen der Westerwald Bank gehen nach oben

Die Einlagen der Westerwald Bank gehen um 5,2 Prozent nach oben, auf nun 2,7 Milliarden Euro. Das gesamte Kundenvolumen, einschließlich Dienstleistungen der gesamten Finanzgruppe, etwa Versicherungen und Bausparverträge, erfährt ebenfalls ein Plus (5,9 Prozent) und kommt nun auf 6,8 Milliarden Euro. Am Ende steht ein Bilanzgewinn von 5,75 Millionen Euro (2019: 5,77 Millionen Euro). Man habe, so Vorstandsmitglied Markus Kurtseifer, „ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis erreichen können“.

Der Vorstand kann mit dem Geschäftsjahr 2020 zufrieden sein (v. l.): Wilhelm Höser, Dr. Ralf Kölbach, Markus Kurtseifer und Andreas Tillmanns.

Der Vorstand kann mit dem Geschäftsjahr 2020 zufrieden sein (v. l.): Wilhelm Höser, Dr. Ralf Kölbach, Markus Kurtseifer und Andreas Tillmanns.

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Das passt auch zur Entwicklung der Märkte, wie Höser ausführte. Der DAX habe am Jahresende 2020 leicht höher abgeschlossen als zwölf Monate zuvor, wenngleich es vor allem im Frühjahr heftige Ausschläge nach unten gegeben habe. Gerade im März seien die Märkte teilweise „trocken gelaufen“. Auch der Arbeitsmarkt habe eine starke Reaktion gezeigt, wobei Deutschland dabei im Vergleich zu anderen Nationen deutlich glimpflicher davongekommen sei. Die Kurzarbeit habe hier eine wichtige Rolle gespielt. Aber: Global gesehen sei die Wirtschaft im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent geschrumpft. „Das ist eine Weltrezession“, so Höser.

64 Privatinsolvenzen im AK-Land

Auf die Region bezogen präsentierte der Vorstandssprecher gute Werte, zumindest was die Zahl der Insolvenzen betrifft. Im AK-Land gab es unverändert 64 Privatinsolvenzen sowie 15 (elf) bei den Unternehmen. Vorstandskollege Andreas Tillmanns dämpfte die Freude diesbezüglich allerdings. Die Zahl der Insolvenzen werde im Verlauf des Jahres steigen. „Das muss man realistisch so betrachten.“ Tillmanns stellte weitere Kenndaten vor. So habe das Kreditinstitut (und dessen Mitarbeiter) 12,7 Millionen Euro an Steuern abgeführt. An Löhnen und Gehältern wurden demnach 16,3 Millionen Euro überwiesen. Zudem habe man 359.000 Euro gespendet, mit dem Schwerpunkt Jugend und Bildung. Die Westerwald Bank sei somit „Impulsgeber und Wirtschaftsfaktor für die Region“. Nichtsdestotrotz kann sie vor stetigem Wandel nicht die Augen verschließen. Heißt konkret: Zwei Geschäftsstellen werden geschlossen (Dattenfeld und Rengsdorf). In Weyerbusch verlegt man die Filiale ins Raiffeisen-Begegnungs-Zentrum. Jede Geschäftsstelle komme jedes Jahr neu auf den Prüfstand, berichtete Dr. Ralf Kölbach. 2020 habe es an den Schaltern 17.646 sogenannter Service-Transaktionen gegeben. 2010 waren es noch 107.268.

Digitalisierung im Bankgeschäft boomt

„Wenn der Kunde sein Verhalten ändert, müssen wir reagieren“, so Kölbach. Das betrifft auch die Öffnungszeiten. Zu den Filialen werden nun generell die Türen erst um 9 Uhr statt wie bisher um 8.30 Uhr geöffnet. Freitags ist um 14 Uhr Schluss. Derweil boomt die Digitalisierung offenbar auch im Bankgeschäft. Bei den Kartenzahlungen verzeichne man 2020 ein Plus von 17 Prozent. Die kontaktlose Bezahlung über diverse Kanäle sei von 20 auf 60 Prozent gewachsen. Zudem arbeite man an der Einführung einer virtuellen Serviceberaterin („VRida“), einem sogenannten Chatbot. Der Vorstand verabschiedete sich aber nicht ohne eine Prognose. Nach einem wirtschaftlichen Tal rechnet man in Hachenburg im kommenden Jahr mit einer Rückkehr zu einem stabilen Wachstum. Andreas Tillmanns: „Wir gucken positiv in die Zukunft.“

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