Gepanzerte Forsttechnik am Stegskopf im Einsatz

Schweres Gerät im Geschwämm

Wunderschön: Das  Derscher Geschwämm auf der DBU-Naturerbefläche Stegskopf.

Wunderschön: Das Derscher Geschwämm auf der DBU-Naturerbefläche Stegskopf.

sz Emmerzhausen. Die DBU-Naturerbefläche Stegskopf lag Wochen wie im Winterschlaf unter einer Schneedecke. Es war ruhig, zumindest in der Natur. Auch die Wegesondierung musste aufgrund der Wetterbedingungen pausieren. Schließlich ist es für Kampfmittelexperten schwierig, im gefrorenen Boden nach Altlasten zu suchen. Bevor die Sondierungsarbeiten zeitnah wieder aufgenommen werden, startet an anderer Stelle die aufgrund des Kampfmittelverdachts aufwendige Pflege eines Lebensraumes: Seit Donnerstag entnehmen gepanzerte Forstmaschinen Fichten auf ca. 5 Hektar im Derscher Geschwämm. „Die Bäume müssen weichen, um das Moor zu schützen“, erklärt Susanne Belting, fachliche Leiterin in der gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), in einer Pressemitteilung. Der Boden im Derscher Geschwämm leide schon viele Jahre unter dem aufwachsenden Fichtenbestand, der ihm Wasser entziehe. Der Torf besteht aus abgestorbenen, auf Dauer konservierten Pflanzenteilen, die Kohlenstoff speichern. Wenn Moore trockenfallen, kommt der Boden mit Sauerstoff in Berührung. Das löst den Abbau des Torfes aus. Infolgedessen gelangt der gespeicherte Kohlenstoff in großen Mengen als klimaschädliches Kohlenstoffdioxid in die Luft. Intakte Moore mit natürlichem Wasserhaushalt können dagegen dauerhaft viel Kohlenstoff im Boden speichern. Werden Feuchtgebiete auf Dauer entwässert, verschwinden seltene Lebensräume und spezialisierte Tiere und Pflanzen. „Gerade aufgrund der Folgen des Klimawandels mit häufiger werdenden Dürren müssen wir in Naturschutzgebieten, aber auch in der Landwirtschaft verstärkt darauf achten, Wasser in der Landschaft zu halten“, meint Belting.

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Lebensraum äußerst schützenswert

Der Lebensraum sei äußerst schützenswert, aber auch möglicherweise stärker kampfmittelbelastet. Das Derscher Geschwämm war Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes und in der Vergangenheit Zielgebiet für die Artillerie. Als Dienstleister kümmerte sich der Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel um die Beauftragung einer der wenigen Forstunternehmen in Deutschland, die über entsprechend geschützte Maschinen verfügen. Die mit Panzerglas und Zusatzpanzerung ausgestattete Technik schützt jedoch nur vor Schäden durch kleinere und mittlere Geschosse. Im Herbst hatten die vom DBU Naturerbe beauftragten Wegesondierer die Fahrtrassen der Forstmaschinen vor allem nach größeren Kampfmitteln wie Fliegerbomben abgesucht – ohne Befund. Die Kampfmittelexperten fanden dort keine Altlasten, die für den geschützten Harvester und den Forwarder gefährlich werden könnten. „Bevor wir den Stegskopf vom Bund übernommen haben, hat die Firma Amprion für ihren Stromnetzausbau die Finanzierung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf der Fläche zugesichert. Eine dieser so geförderten Maßnahmen setzen wir jetzt um“, erläutert Belting. Die Naturerbefläche ist dem Naturschutz gewidmet. „Wir richten uns nach einem Leitbild, das wir bei der Übernahme vom Bund für den Stegskopf festgeschrieben haben. Das bindet uns auch an bestimmte Maßnahmen, die wir auf unserer Fläche umzusetzen“, so Belting. In Abstimmung mit den Behörden sei das Betreten der Fläche etwa für die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen oder auch für die Jagd möglich.

Sechs geführte Wanderungen denkbar

„Gäste unserer geführten Exkursionen wissen, dass auch sie die Wege entlanglaufen dürfen, wenn sie vorher eine Haftungsverzichtserklärung unterschrieben haben und durch Bundesforst-Vertreter geführt werden“, erklärt Belting. Rund sechs geführte Wanderungen seien auch in diesem Jahr wieder denkbar, wenn es die Corona-Einschränkungen erlaubten. „Wir danken unserem Revierleiter Christof Hast für sein Engagement und hoffen natürlich, dass die Ergebnisse der beauftragten Wegesondierungen dazu führen, dass schnellstmöglich weitere Wege generell für Besucher geöffnet werden können“, erläutert die fachliche Leiterin. Wann es soweit sei, bliebe schwer abzuschätzen.

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