Herdorfer Narren trotzen der Pandemie

Karneval mal anders

So leer präsentierte sich das Städtchen am Rosenmontag wohl noch nie. In diesem Jahr suchten man die Narren auf den Straßen vergeblich. Im Internet wurde man jedoch fündig.

So leer präsentierte sich das Städtchen am Rosenmontag wohl noch nie. In diesem Jahr suchten man die Narren auf den Straßen vergeblich. Im Internet wurde man jedoch fündig.

dach Herdorf. Die Pandemie befeuert die Digitalisierung – notgedrungen. Lehrer wie Schüler eigenen sich in Windeseile neue Fähigkeiten an. Für all jene, die einen Büro-Job haben, gehört das Wort Videokonferenz mittlerweile zum Alltag wie die Begriffe Ablage oder Kaffee kochen. Doch dass auch die Narren das Digitale für sich entdecken würden, hätte wohl vor einem Jahr kaum jemand vorherzusagen gewagt.

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Wegen Corona nun Digital-Sitzung

Die Karnevalsgesellschaft Herdorf tritt den Gegenbeweis an. Am Sonntagabend hat sie ihre erste Digital-Sitzung ins Netz gestellt, gut eineinhalb Stunden voller Frohsinn und Kreativität.

Im Intro begrüßen KG-Vizepräsident Stephan Euteneuer und Kassierer Klaus-Peter Beel die Zuschauer – und geben gleich die Marschroute aus: „Wir lassen uns nicht unterkriegen, weil wir Herdorfer Karneval feiern wollen, auch wenn es nur zu Hause ist.“

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KG-Vizepräsident Stephan Euteneuer (links) und Kassierer Klaus-Peter Beel appellieren an die Narren, dass man sich trot der Pandemie nicht unterkriegen lassen solle.

KG-Vizepräsident Stephan Euteneuer (links) und Kassierer Klaus-Peter Beel appellieren an die Narren, dass man sich trot der Pandemie nicht unterkriegen lassen solle.

Durchs eigentliche Programm führen Johanna Bohl und Annika Schwanke. Und ein Gruß von Peter IV. – ein „Überbleibsel“ aus der vergangenen Session und zugleich der erste Corona-Prinz von Herdorf, wie er selbst sagt, – richtet einige aufmunternde Worte an die Narrenschar vor den Bildschirmen: „Schunkelt ein bisschen mit, klatscht ein bisschen mit und ich denke, nächstes Jahr sieht das alles wieder ein bisschen anders aus.“

Hellertal-Duo mit Pandemie keine Probleme

Mit der Pandemie eigentlich keine Probleme hat das Hellertal-Duo. Zwei Personen dürfen schließlich – auch nach allen Verschärfungen der Corona-Verordnungen – nach wie vor beisammen sein. Stephan Romschinski beginnt den Beitrag mit dem Versuch, das „Stüffchen“ zu betreten, rüttelt am Türgriff der Kneipe und murmelt vor sich hin: „Immer noch zoo.“ Dann fummelt er ein Grablicht aus seinem Kostüm und stößt die Hoffnung aus: „Hoffentlich kommt se durch!“ Sein Kumpel Daniel Schmidt durchlebt dieselben Qualen, nur bei „Christian’s“. Zum Glück konnte es sich das Duo in einer Hütte gemütlich machen, um eines ihrer beliebten Zwiegespräche zu führen. Eine Erkenntnis daraus: „Ich hatt’ jetzt den lieben Gott getroffen!“ – „Wo haste den denn getroffen?“ – „Hee, in Herdorf, der war im Homeoffice.“

Daniel Schmidt (links) und Stephan Romschinski bedauern, dass die Herdorfer Kneipenlandschaft immer noch geschlossen ist.

Daniel Schmidt (links) und Stephan Romschinski bedauern, dass die Herdorfer Kneipenlandschaft immer noch geschlossen ist.

Das Gros des Videos machen Aufzeichnungen von Auftritten aus den vergangenen Jahren aus. Da zeigen nochmals die vielen Tanzgruppen ihr Können, legen eine heiße Sohl nach der anderen aufs Parkett. Marius Boldt und Thomas Euteneuer witzeln einmal mehr vor sich hin und „Ött und Ött“ (Brigitte Romschinski und Christiane Schwanke) ziehen gemeinsam nochmal in die Küchenschlacht. Die legendären Domspatzen gehen mit einem Zusammenschnitt unterschiedlicher Auftritte ins Rennen, mit einem Remix, wie es die beiden Moderatorinnen nennen. Sogar eine Pause zum Austreten hat die KG in ihre Digital-Sitzung eingebaut.

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Hoffnung auf Elften Elften

Abgerundet wird das alles mit einem Lied von Franziska Bohl: „Die Jecken feiern nur noch Coroval.“ Darin heißt es vielsagend: „Zusammen treffen fehlt, da stimmen alle überein. Schnell, ich brauch’ ein Bier, ich vermisse mein’ Verein.“ Garniert wird die Melodie mit Fotos von fröhlichen Karnevalsfeiern. Bleibt zu hoffen, dass der Wunsch, sich alle am Elften Elften zum „Anpfiff“ der nächsten Session auf der „Knöstplatte“ wiederzusehen, in Erfüllung geht.

Annika Schwanke (links) und Johanna Bohl führen durchs Programm.

Annika Schwanke (links) und Johanna Bohl führen durchs Programm.

Derweil hat sich ebenso die DJK, der andere große „Karnevalsverein“ des Städtchens, mit einem Video aus der närrischen Versenkung gemeldet. Der Clip ist zu erreichen über die Facebook-Seite der DJK und wartet mit tollen Drohnenaufnahmen aus Herdorf auf, außerdem mit einem Christian Grünebach, der an der Nähmaschine seine textilen Fertigkeiten unter Beweis stellt.

Wagenbau mit Modell-Traktoren

Auch hier tauchen Marius Boldt und Thomas Euteneuer auf, beim Schreiben neuer Witze für die Bühne. Das scheint nicht so recht zu klappen, aber: „Egal, mir han’ ja noch ’n Johr.“ Der Wagenbau spielt sich derweil mit Modell-Traktoren ab. Uwe Geisinger springt quasi in seine Kostümierung und spricht auf der Bühne des Knappensaals mit Prinz Felix letzte Details durch – für die Session 2021/22, wie sich am Ende herausstellt.

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