Anwohner ärgern sich über Lkw-Verkehr

Beigeordneter wirbt um Verständnis für Hauberg

Der Holzlagerplatz hinter der Fa. Patz ist mittlerweile fasst schon wieder leergeräumt. In den vergangenen Wochen sind aber zahlreiche Container-Lkw vorgefahren, um die Stämme aufzunehmen.

Der Holzlagerplatz hinter der Fa. Patz ist mittlerweile fasst schon wieder leergeräumt. In den vergangenen Wochen sind aber zahlreiche Container-Lkw vorgefahren, um die Stämme aufzunehmen.

thor Mudersbach. „Niemand kann die Ortsgemeinde so weiterführen, wie Maik es getan hat.“ Unter anderem mit diesem Satz verabschiedete sich am Donnerstagabend der 1. Beigeordnete Bernhard Steiner im Namen des Rates vom verstorbenen Ortsbürgermeister. Köhlers Tod habe eine große und schmerzhafte Lücke gerissen. Ziel müsse es sein, so Steiner, in seinem Sinne weiterzuarbeiten. Und dazu gehörte auch, dass die Kommunalpolitik wenige Augenblicke später schon wieder im Alltag angekommen war. Dass auch der in einer Gemeinde wie Mudersbach nicht immer nur aus sprudelnden Steuereinnahmen und neuen Bauprojekten besteht, zeigte sich spätestens beim Punkt „Verschiedenes“.

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Beschwerde über Lkw-Verkehr

Steiner verlas einen Brief von Anwohnern der Bahnhofstraße, die sich darin über den zunehmenden Lkw-Verkehr beschweren, bedingt durch den Holzlagerplatz der Haubergsgenossenschaften hinter der Fa. Patz. „Das Maß ist voll“, heißt es dort mehrfach. Immer mehr Löcher in der Straße, immer mehr Dreck. Offenkundig seien die Bahnhofstraße und die dort lebenden Menschen der Gemeinde völlig egal. Das wollte Steiner so natürlich nicht stehen lassen: „Ich habe Verständnis für die Anwohner der Bahnhofstraße und auch der Siegstraße.“ Aber: Es sei eine Straße ohne Tonnagebeschränkung und eine wichtige Zufahrt für die Fa. Patz: „Wir haben keine Handhabe, an diesem Zustand etwas zu ändern.“ Seit Jahren sei die Bahnhofstraße auch im Rat ein Dauerthema, die Gemeinde habe Lösungen entwickelt, die von anderen wieder verworfen worden seien, so der Beigeordnete, der daran erinnerte, dass hier sehr viele Beteiligte mitredeten. Bei der ersten Variante habe beispielsweise das Land eine finanzielle Unterstützung verweigert. Aber auch die Anwohner selbst seien gefordert, indem etwa Grundstücksflächen abgegeben würden, um die Situation zu verbessern.

Verständnis für Hauberg zeigen

Mittlerweile strebe man eine Neuerschließung des Bereichs gemeinsam mit Brachbach an. Dafür brauche es aber weiter Geduld. „Wir können daher die derzeitige Situation nicht ändern“, sagte Steiner. Zum Holztransport fand er ebenfalls deutliche Worte: „Wir müssen uns mal vor Augen führen, was derzeit abgeht im Wald. Das ist ein Millionenschaden, eine Naturkatastrophe, der wir uns stellen müssen.“ Jeder sei aufgerufen, auch für den Hauberg Verständnis aufzubringen. Ulrich Merzhäuser trat in seiner Funktion als Vorsitzender des Bürgervereins dem Gerücht entgegen, dass man den Hauberg vom Kirmesplatz „vertrieben“ habe. Dieser sei selbstständig auf den Holzlagerplatz ausgewichen. Alle anderen Behauptungen seien unwahr. Ohnehin werde die Belastung durch die Holzabfuhr bald überall sein, sei es im Schieferwald oder in Birken. Wie Steiner forderte auch Merzhäuser, mehr Rücksicht auf den gebeutelten Hauberg zu nehmen.

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Enorme Belastung

Jens Stötzel (Wählergruppe Stötzel) fragte sich allerdings schon, warum ausgerechnet ein Platz in der „hintersten Ecke“ von Mudersbach genutzt werden müsse. Die Belastung der Anwohner sei enorm, insofern handele es sich um berechtigte Kritik. Eventuell sollte man prüfen, ob nicht doch wieder der Kirmesplatz genutzt werden könne. Zur Neuanbindung der Bahnhofstraße kritisierte Stötzel einen gewissen Stillstand. Seit 2017 habe sich nichts mehr getan. Man sollte nochmals genau klären, wo die Gemeinde aktuell stehe. Franz Bauschert (SPD) wertete das Schreiben der Anlieger, die „Haupt-Leidtragenden“ in der Ortsgemeinde, als Hilferuf und forderte, nochmals mehr Druck in der Sache aufzubauen. Doch Steiner betonte wiederholt: Die Gemeinde sei nicht untätig, ebenso wenig wie der Landesbetrieb Mobilität in Diez. Dessen Leiter habe zugesagt, vor Ort in Mudersbach über den Sachstand zu informieren. Größter Bremsklotz bei dem Projekt bleibe die Bahn. Und nein, die Menschen an der Bahnhofstraße seien der Gemeinde eben nicht egal.

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