Nach vielen Verzögerungen

Bahnhof Brachbach wird barrierefrei

Am Brachbacher Bahnhof haben nach vielen Verzögerungen die Vorarbeiten zum barrierefreien Umbau begonnen.

Am Brachbacher Bahnhof haben nach vielen Verzögerungen die Vorarbeiten zum barrierefreien Umbau begonnen.

thor Brachbach/Mudersbach. Das Warten fiel nicht ganz so lange aus wie bei der Fertigstellung der HTS, dennoch ist über dieses Projekt mancher Kommunalpolitiker in Brachbach und Mudersbach in Ehren ergraut – von den Fahrgästen ganz zu schweigen: Dieser Tage hat der langersehnte Umbau des Bahnhofs Brachbach (auf Mudersbacher Gemeindegebiet) begonnen. Bahnsteige und vor allem aber die Zugänge werden bei diesem Millionenprojekt der Deutschen Bahn komplett erneuert. Am Freitag machten sich Ortsbürgermeister Steffen Kappes (Brachbach), 1. Beigeordneter Bernhard Steiner (Mudersbach) und Ulrich Merzhäuser als 1. Beigeordneter der Verbandsgemeinde Kirchen ein Bild von den ersten vorbereitenden Arbeiten. In beiden Ortsgemeinden war lange für den Umbau gekämpft worden. Und zwar gemeinsam. Der frühere Streit um den RE9-Halt ist längst beigelegt worden. Nun bekommt der Regionalexpress auch endlich einen würdigen Bahnhof.

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Mehrere Verzögerungen

Die Liste der Verzögerungsgründe ist ellenlang: Mal hatte es bahnintern Abstimmungsschwierigkeiten gegeben, dann waren Prioritäten anders gesetzt worden, und zuletzt hatte man keine Baufirma gefunden. Vergessen. Vorbei. Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die Barrierefreiheit. Bislang ist es für Eltern mit Kinderwagen schwierig, für Menschen mit körperlichen Handicaps fast unmöglich, den Bahnsteig zu erreichen. Geplant sind auf beiden Seiten zwei Rampen, die den Weg ebnen werden und sogar mit Blindenleitsystem ausgestattet sind. „Aus feuerwehrtechnischer Sicht bin ich froh, dass hier keine Aufzüge hinkommen“, sagte Kappes in seiner Funktion als stellv. Wehrleiter der Verbandsgemeinde.

Zwei Monate Ersatzverkehr 

Die Unterführung wird ebenso erneuert wie der Mittelbahnsteig. Dieser werde mit einer Höhe von 76 Zentimetern über Schienenoberkante neu gebaut, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage mit. Die Züge müssen also künftig nicht mehr ihre Trittstufen ausklappen. Auf Plakaten kündigt die Bahn an, dass zwischen dem 23. August und dem 29. Oktober der Bahnsteig nicht zur Verfügung steht und ein Ersatzverkehr eingerichtet wird.

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Geringere Kosten

Zurückgebaut werden auch das kleine Gebäude mit dem früheren Kiosk und die Überdachung. Mit anderen Konstruktionen sollen die wartenden Fahrgäste vor Regen geschützt werden. Laut Bahnsprecher soll die Maßnahme bis zum 3. Quartal 2022 abgeschlossen sein. Die Freude bei den Ortsgemeinden Mudersbach und Brachbach ist auch deshalb groß, weil sich die Kostenbeteiligung zwischenzeitlich auf ein Minimum reduziert hat. Pro Kommune werden nur noch rund 84.000 Euro fällig. „Die Verzögerung hatte auch etwas Gutes“, sagte Kappes. Ursprünglich hätte allein Mudersbach fast eine halbe Million Euro schultern sollen. Ulrich Merzhäuser betonte, dass man im Siegtal mit der Bahnanbindung und auch der Pünktlichkeit der Züge sehr zufrieden sei. Die Hoffnung ist jetzt die, dass die Bahn weiter die Signale auf Grün schaltet und sich auch bei der angestrebten Neuanbindung der Bahnhof- und der Industriestraße als verlässlicher Partner erweist – vor allem aber als Partner, der Zeit nicht als relativ begreift.

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